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Radsport: Tour de France 2018: Für diese 5 Profis war es (vielleicht) die letzte Tour

3. August 2018 by Michael Behringer

Tour de France Chavanel

Radsport: Alles hat ein Ende. Irgendwann wird jeder Radprofi seine letzte Tour de France bestreiten. Während wir bei Sylvain Chavanel (Direct Energie) bereits wissen, dass er nicht noch einmal die Grand Boucle in Angriff nehmen wird, können wir bei anderen Fahrern nur spekulieren. Vier weitere Profis könnten am Sonntag zum letzten Mal auf den Champs-Élysées in Paris angekommen sein. Wir blicken zurück auf fünf bewegende Karrieren.

Sylvain Chavanel: Der Liebling der Fans ist neuer Rekordhalter

18 Teilnahmen, 16 Mal in Paris angekommen, 3 Etappensiege & über 60.000 absolvierte Kilometer bei der Tour de France. Die Zahlen von Sylvain Chavanel (Direct Energie) sind beeindruckend. Der französische Liebling der Fans hat insgesamt an 369 Tagen bei der Tour de France ein Rennen bestritten. Doch der neue Rekordhalter war nicht nur mit dabei – er hat auch zahlreiche Erfolge eingefahren. So gewann er 2008 seine erste Etappe bei der Frankreich-Rundfahrt, 2010 sollten zwei weitere Siege folgen. Im Jahr 2009 fuhr er mit Rang #20 sein bestes Resultat in der Gesamtwertung ein, doch Chavanel machte sich einen Namen als gefährlicher Ausreißer. Er gestaltete auch langweilige Flachetappen nicht selten attraktiv. Bis Saisonende wird der Franzose noch weiterfahren, doch dann hängt er sein Rad an den Nagel. Wir werden ihn vermissen.



Mathew Hayman: Der Tour-Opa tritt ab

Zugegeben: Mathew Hayman (Mitchelton-Scott) ist nicht gerade ein Urgestein in der Geschichte der Tour de France. Der Australier bestritt die Rundfahrt lediglich viermal. Trotzdem tritt mit ihm nach dieser Saison ein ganz großer der Szene ab. Der mittlerweile 40-Jährige gewann 2016 das Eintagesrennen Paris-Roubaix und überraschte damit selbst die größten Experten. Bekannt und beliebt ist er im Peloton wegen seiner guten Laune, auch wenn er eher zu den stilleren Leuten gehört. So eignete er sich mit seiner Expertise perfekt, um junge Talente anzulernen. Gut möglich, dass wir ihn nach Ablauf seines aktuellen Vertrags als Sportlicher Leiter oder Trainer sehen werden.

Franco Pellizotti: Vor allem in Italien erfolgreich gewesen

Auch Franco Pellizotti (Bahrain-Merida) zog der Tour de France meist andere Rennen vor. So bestritt er in diesem Jahr erst seine dritte Frankreich-Rundfahrt – und vermutlich auch seine letzte. Seine persönlich besten Zeiten erlebte er zwischen 2006 und 2009, als er gleich viermal beim Giro d’Italia in die Top 10 fuhr. Für 2010 galt er als einer der Topfavoriten auf den Gesamtsieg, doch dann wurden in seinem Blutpass Unregelmäßigkeiten festgestellt. Pellizotti wurde gesperrt und alle Resultate aus 2009 hat man gestrichen. Danach fand er nie wieder zu seiner alten Stärke zurück. Fortan war er als treuer Helfer aktiv, zuletzt für Vincenzo Nibali (Bahrain-Merida). In der Hochphase seiner Karriere gewann er zwei Etappen beim Giro d’Italia und Teilstücke bei Paris-Nizza, Tirreno-Adriatico und der Baskenland-Rundfahrt.



Daniele Bennati: Vom Top-Sprinter zum treuen Helfer

Die jüngeren Radsportfans werden sich an Daniele Bennati (Movistar) lediglich als Helfer erinnern. Doch der Italiener war vor einigen Jahren einer der Top-Sprinter des Pelotons. Er gewann mehrfach Etappen bei den drei großen Landesrundfahrten, so auch 2007 bei der Tour de France. Sogar auf den Champs-Élysées in Paris war er erfolgreich. Zudem gewann er die Punktewertung bei der Vuelta a Espana und beim Giro d’Italia. Doch mit dem Alter ging Daniele Bennati dann die Spritzigkeit verloren. Seine Karriere beenden wollte er jedoch nicht. So wurde er fortan als Helfer in der Ebene eingesetzt und als verlängerter Arm der Teamleitung. Mit seinen nun 37 Jahren dürfte es aber wohl auch bald mit dieser Karriere zu Ende gehen.



Simon Gerrans: Die pure Explosivität eines Puncheurs

Ähnlich wie Daniele Bennati erging es auch Simon Gerrans (BMC). Mit seiner Explosivität zählte er zu seinen besten Zeiten zu den besten Puncheurn im Peloton. Der Australier gewann unter anderem die Eintagesklassiker Milan-Sanremo und Lüttich-Bastogne-Lüttich. Auch bei den großen Landesrundfahrten wusste er sich in Szene zu setzen. Bei jeder Grand Tour war er mindestens einmal siegreich. 2008 und 2013 jubelte er bei der Tour de France – und ließ im Bergaufsprint sogar einmal Peter Sagan hinter sich. Aktuell fungiert Simon Gerrans als erfahrener Helfer im Team BMC. Da sich der Sponsor am Jahresende zurückzieht und von CCC ersetzt wird, könnte der 38-Jährige zur neuen Saison teamlos sein. Fraglich, ob er dann noch einmal die Farben wechseln wird und wir ihn noch einmal bei der Tour de France sehen dürfen. Wahrscheinlicher ist, dass er mit der Tour Down Under 2019 in der Heimat einen Abschluss findet.

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Über Michael Behringer

Radsport mit all seinen Taktiken, Etappenanalysen, Platzierungen und Prognosen sind die große Leidenschaft von Michael Behringer. Im Jahr 1996 hat er seine erste Tour de France verfolgt. Seitdem beobachtet er nahezu jedes Rennen. Seine Passion Radsport begleitet ihn also seit über zwei Jahrzehnten. Ein Ende ist nicht in Sicht.

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