Velomotion logo Velomotion small logo
Search icon
  • Produktnews
  • Radsport
  • Tests
    • Kompletträder
    • Komponenten
    • Zubehör
  • Ratgeber
    • Kaufberatung
    • Leasing
    • Recht
    • Werkstatt
    • Radreise

RadsportStraßenradsportTour de France

Radsport: Heute vor 16 Jahren: Armstrong und der gelbe Beutel von Luz-Ardiden

21. Juli 2019 by Michael Behringer

Ullrich Armstrong Luz-Ardiden Tour de France Geschichte

Tour de France Geschichte: Den 21.07.2003 werden alle Radsportfans noch in Erinnerung haben. Denn rückblickend wurde an diesem Tag der spannendste Zweikampf zwischen Jan Ullrich und Lance Armstrong entschieden.

2003 zeigte Armstrong erstmals Schwächen

Seit 1999 dominierte Lance Armstrong (US Postal) die Tour de France. Die Fans seiner Gegner hofften zwar Jahr für Jahr, doch wirklich an eine Chance glaubte niemand. 2003 präsentierte sich der Texaner aber erstmals nicht unschlagbar. Direkt beim Prolog verlor er fünf Sekunden auf Jan Ullrich (Bianchi), fuhr sich dann aber in Form. 43 Sekunden brummte er dem Deutschen beim Teamzeitfahren auf, rund eineinhalb Minuten hinauf nach Alpe d’Huez. Mit über zwei Minuten Vorsprung auf seinen stärksten Widersacher schien die Rundfahrt schon wieder nach der Hälfte der Etappen gelaufen zu sein. Doch dann schlitterte der US-Amerikaner in eine Krise. Beim 47,0 Kilometer langen Zeitfahren von Gaillac nach Cap Découverte verlor er 1:36 Minuten auf Jan Ullrich. Nur einen Tag später büßte er sogar im Gebirge hinauf nach Ax-3 Domaines 19 Sekunden ein. Zeitabstände zu seinen Ungunsten kannte er bis dato nicht. Aus einem komfortablen Vorsprung von über zwei Minuten sind 15 Sekunden geworden.

Gelber Beutel bringt Gelbes Trikot zu Fall

An jenem 21.07.2003 stand hinauf nach Luz-Ardiden die letzte Bergetappe der 100-jährigen Frankreich-Rundfahrt an. Das 15. Teilstück wurde in Bagneres-De-Bigorre gestartet und führte auf 159,5 Kilometern unter anderem über den Col d’Aspin und den Col du Tourmalet. Da noch ein Zeitfahren folgen sollte – und Ullrich in jenem Jahr der stärkere Zeitfahrer zu sein schien – musste Armstrong in die Offensive gehen. Doch zunächst testete der Deutsche seinen Kontrahenten. Schon hinauf zum Tourmalet griff er an und brachte nahezu alle Begleiter in Schwierigkeiten. Doch es war zu früh. Zum Showdown kam es erst im Schlussanstieg hinauf nach Luz-Ardiden. Iban Mayo (Euskaltel – Euskadi) attackierte, Armstrong und Ullrich gingen mit. Als der Texaner seine Konterattacke setzte, blieb er auf der rechten Seite mit seinem Lenker an einem gelben Beutel eines Zuschauers hängen. Mayo und Armstrong gingen zu Boden – Ullrich nicht.



Bianchi-Chef Rudy Pevenage:
„Dass Jan gewartet hat, war seine Entscheidung.“

Jan Ullrich:
„Lance war heute der Stärkste. Ich habe gekämpft und alle Register gezogen. Aber es ist noch nichts entschieden.“

Armstrong steht auf und fährt allen davon

Die Gestürzten stiegen wieder auf ihre Räder und machten sich auf die Verfolgung. Ullrich fuhr weiter. Bis heute ist ungeklärt, ob der Deutsche auf seinen Kontrahenten gewartet hat oder nicht. Anhand der TV-Bilder ist schwer abzuschätzen, ob er sein Tempo drosselte. Dafür spricht, dass nur kurz darauf die bereits abgehängten Mitfavoriten wieder aufschließen konnten. Tyler Hamilton (CSC) fuhr wild gestikulierend neben Ullrich und ermahnte die gesamte Gruppe, auf das gestürzte Gelbe Trikot zu warten. Derweil wäre eben jener Armstrong fast erneut gestürzt, als er mit seinem rechten Schuh aus dem Pedal rutschte. Doch diesmal hatte er Glück. Ohne weiteren Sturz konnte er gemeinsam mit einem Teamkollegen und dem ebenfalls gestürzten Mayo wieder aufschließen. Es dauerte nicht lange, da hagelte es weitere Attacken. Schließlich konterte Armstrong endgültig – und ließ alle stehen.



Lance Armstrong:
„Ich wusste, dass sie warten. Ich tat das gleiche für Jan 2001, als er auf der Abfahrt vom Peyresourde gestürzt war. Ich verhielt mich damals korrekt und er verhielt sich diesmal korrekt.“

Hat Ullrich gewartet oder nicht?

Armstrong gewann die Etappe und konnte seinen Vorsprung in der Gesamtwertung um 52 Sekunden ausbauen. Aus 15 Sekunden wurden 67. Es war die Entscheidung. Im Zeitfahren gelang es Ullrich nicht, Armstrong Zeit abzunehmen. Im Gegenteil: Der Texaner war elf Sekunden schneller. Am Ende sollte er die Tour de France 2003 mit 61 Sekunden vor Ullrich gewinnen. Monate später revidierte Armstrong seine Einschätzung. Nach dem Studieren der TV-Bilder war er zu der Ansicht gekommen, Ullrich hätte nicht gewartet. Zwei Jahre zuvor – übrigens genau zwei Jahre zuvor, also am 21.07.2001 – kam Ullrich auf der Abfahrt vom Peyresourde zu Fall. Armstrong wartete demonstrativ, indem er auf dem Rad Dehnübungen machte und sich immer wieder umblickte. Ullrich konnte wieder aufschließen. Der Etappensieg ging dennoch an Armstrong.



Stichworte:Jan UllrichLance ArmstrongLuz-ArdidenNewsRadsport GeschichteTour de FranceTour de France Geschichte

Über Michael Behringer

Radsport mit all seinen Taktiken, Etappenanalysen, Platzierungen und Prognosen sind die große Leidenschaft von Michael Behringer. Im Jahr 1996 hat er seine erste Tour de France verfolgt. Seitdem beobachtet er nahezu jedes Rennen. Seine Passion Radsport begleitet ihn also seit über zwei Jahrzehnten. Ein Ende ist nicht in Sicht.

Giant Trance Advanced E+: Trail-E-Bike unter 22 kg dank neuem Motor

E-Bike-Tuning

Warum Fahrer im Ernstfall ihre Existenz riskieren: E-Bike-Tuning ist mehr als nur illegal

Zéfal Shield G50 Gravel-Schutzbleche im Test: Einfache Montage, ehrlicher Schutz

Neue Buster- und Nyte-Modelle: SIGMA erweitert Smart Light Series

Aventon Naro

Starker Preis, geringes Gewicht, moderne Features: Aventons erstes City-E-Bike ist eine Kampfansage

Schwalbe Clik Valve: Zeit für einen (neuen) Standard

Gewinne einen DT Swiss E 1800 SPLINE 20 : Leichter Endurance-Laufradsatz mit neuem Speed-Sensor-Konzept

HillMate Zugsystem: Kompakt und kräftig

Limitierte Jubiläumskollektion zum 25-jährigen Bestehen: All Mountain Style x Red Bull Rampage

Mondraker Arid Carbon R: Synthese aus Gravel Race und Trail

Race Face Turbine Pedal: Turbine dreht den Grip hoch

Komplette Neuentwicklung für das Modelljahr 2027: ROTWILD R.XX

Bulls Vuca Evo AM 2 im Test: Trail-Performance trifft auf Alltags-Features

Giant Contend AR: Vielseitiges Alu-Bike zwischen Straße und Gravel

Ähnliche Beiträge

  • Radsport Highlights: Armstrong, Ullrich & der gelbe Beutel von Luz Ardiden
  • Radsport: Heute vor 18 Jahren: The Look – Armstrong blufft und bricht Ullrich
  • Radsport Highlights: Armstrong blufft und Ullrich fällt drauf rein
  • Radsport: Heute vor 15 Jahren: Voigt verfolgt Ullrich und wird wüst beschimpft
  • Radsport: Heute vor 22 Jahren: Bjarne Riis nickt – und Jan Ullrich darf gewinnen
  • Velomotion Team
  • Mediafacts
  • Impressum
  • Datenschutz/ DSGVO

© 2026 · Velomotion GmbH