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Tests

Vielseitig elektrisch graveln: Test: Fuji E-Jari EQP

20. Juni 2022 by Caspar Gebel

Test Fuji E-Jari EQP: Mit dem E-Jari dockt Fuji an seine lange Reiserenner-Tradition an. Dabei ist das neue Modell gleich in zweifacher Hinsicht topmodern: Es basiert auf einem Gravelbike und ist mit Fazua Evation optimal motorisiert.

Das japanisch-amerikanische Unternehmen Fuji blickt auf eine über 120-jährige Tradition zurück, in der selbstverständlich auch das Rennrad eine wichtige Rolle spielt – im Sport ebenso wie als Touren- und Reiserad. Bis heute bietet der Hersteller einen klassischen Randonneur an, ein Reiserad mit Rennlenker, schlankem Stahlrahmen und Vollausstattung und antiquiert wirkender 3×9-Schaltung. Doch das ist nur eine Facette des Sortiments von Fuji, über die sich traditionsbewusste Radfahrer durchaus freuen dürften. Die andere ist ein topmoderner Reiserenner mit Gravel-Genen, der über ein ganz besonderes Feature verfügt: Vorhang auf für das E-Jari EQP mit der aktuellen Version des „Fazua Evation“-Antriebs.

Reiserenner mit „E“ auf Wunsch

Wer braucht einen E-Reiserenner? Im Grunde ist das Konzept die logische Fortführung des traditionellen Randonneurs, der schon lange vor Mountain- und Trekkingbike mit drei Kettenblättern vorne ausgestattet war, um extrem leichte Berggänge zur Verfügung zu stellen, wie man sie auf langen Touren mit Gepäck nun mal braucht. Dieser Grundidee ist das Fuji E-Jari treu geblieben – mit 42er Kettenblatt und 11-42er Kassette ist es ebenfalls mit einer sehr kurzen Übersetzung für steile Anstiege ausgestattet. Dazu kommt der kompakte Fazua-Antrieb, der sich ausdrücklich als Hilfsmotor versteht und damit perfekt zur Idee eines zügigen Reisetempos auf Asphaltstraßen und Naturwegen passt: Dort, wo es in der Ebene auch ohne Unterstützung flott voran geht, schaltet man den Motor ab und genießt dann völlig widerstandsfreies, natürliches Dahinrollen. Wenn dann ein Anstieg kommt, den man nicht komplett aus eigener Kraft bezwingen will, liefert das Aggregat punktgenaue Unterstützung. So kommt man auch mit dem 250-Wattstunden-Akku gut zurecht, den anders als etwa bei einem Bosch-Bike braucht man den Motorschub nicht permanent.



Auf dem Oberrohr sitzt das kleine Bedienpanel des Fazua-Motors.
Die komplette Antriebseinheit kann entnommen werden.

Fazua im Fuji E-Jari mit mehr Schub

Der jüngst von Porsche übernommene Antriebshersteller Fazua stattet das Fuji E-Jari mit der aktuellen „Black Pepper“-Version des kompakten Motors aus: Dahinter verbirgt sich eine optimierte Software, die zum einen stärkeren Schub ermöglicht, zum anderen aber individuelle Einstellungsmöglichkeiten bietet. So kann man etwa durch Reduzierung der maximalen Unterstützung mehr Reichweite aus dem Akku herauskitzeln. Auch die Relation von Antriebsleistung zu Fahrerleistung lässt sich den eigenen Vorlieben entsprechend justieren.

Der solide Gepäckträger kann mit Systemzubehör ausgestattet werden.
50 Lux reichen für die Stadt, für dunkle Landstraßen aber nicht unbedingt.


Fuji verpackt den Antrieb in einen dezent geformten Alu-Rahmen, bei dem nur das voluminöse Unterrohr von der typischen Gravelbike-Optik abweicht. Zur flächigen Anmutung passt die Innenverlegung der nach hinten führenden Leitungen, die durch den Vorbau ins Rahmeninnere geleitet werden; nur von der vorderen Bremsleitung sieht man ein Stück. Die Carbongabel ist mit Gewindebohrungen für Gepäckhalterungen versehen; ein solider Gepäckträger und Gewinde für zwei Flaschenhalter runden das Jari in dieser Hinsicht ab. Die Gravel-typische kleine Oberrohrtasche lässt sich nicht montieren – an ihrer Stelle befindet sich das Bedien-Panel des Antriebs.

Die japanisch-amerikanischer Marke ist mit Rennrädern aller Art bestens vertraut.
Das Fuji E-Jari ist mit der verlässlichen Shimano GRX ausgestattet.

Gute Ausstattung und sportliche Geometrie

Fuji stattet das E-Jari mit den bewährten GRX-Komponenten von Shimano aus, dazu gibt es einen soliden WTB-Radsatz mit 32 Speichen, der wie die 45 mm breiten WTB-Reifen schlauchlos gefahren werden kann. Der Frontscheinwerfer ist mit 50 Lux nicht übermäßig hell; das hintere Schutzblech könnte etwas länger sein. Sitz- und Lenkgeometrie des E-Jari dürfen durchaus sportlich genannt werden: Bei 56 cm Rahmenhöhe ist der Lenkwinkel für ein Gravelbike eher steil, die Sitzposition ist recht gestreckt, dabei aber nicht zu tief.



Der sportlichen Tradition seines Herstellers wird der E-Graveller von Fuji damit gerecht, und dazu ist er sehr vielseitig. Ob Bikepacking-Wochenende, Radreise oder tägliches Pendeln zum Job – das E-Jari bietet sich für all jene an, die tendenziell zügig unterwegs sind und dabei selbst entscheiden wollen, wann sie Motorunterstützung brauchen. Mit rund 4.200 Euro ist das Rad dabei nicht einmal sonderlich teuer – zumal im Vergleich mit den unmotorisierten Varianten das Jari.

Fazit: Fuji E-Jari

Pro

  • Vielseitig und sportlich
  • Motorisierung passt gut zum Konzept
  • Solide und wertig ausgestattet
  • Recht günstiger Preis

Contra

  • Scheinwerfer nicht allzu hell

Fakten

RahmenmaterialAluminium
BremseScheibenbremse Hydraulisch
Gewichtk. A.
Preis4.199 Euro
Web www.fujibikes.eu
Randonneur + Gravelbike + Fazua-Antrieb = vielseitiger Fahrspaß auf langen wie kurzen Strecken! Das Fuji E-Jari vereint gekonnt verschiedene Elemente zu einem Reiserenner mit Zusatzmotor, der freilich auch ohne funktioniert und auf Reisen wie beim Pendeln viel Freude zu machen verspricht. und das zu einem Preis, der eher günstig als abgehoben ist.

Über Caspar Gebel

Caspar Gebel sitzt seit 40 Jahren auf dem Rennrad. Der Fachjournalist und Sachbuchautor arbeitet für Velomotion und auch für die Zeitschriften Procycling und Fahrrad News.

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