Cyclingworld Europe 2026: Mit vergrößerter Ausstellungsfläche, einem zweiten Standort im Zentrum der Landeshauptstadt und einem extremen Besucherzuwachs beweist die Cyclingworld Europe, dass ihr Konzept aufgeht. Die bunte Endverbrauchermesse hat sich zum definitiven Showcase der Fahrradbranche entwickelt.
Wer sich früher für Fahrräder interessierte, kam erst im Herbst auf seine Kosten: IFMA Cologne und Eurobike fielen auf September und Oktober und präsentierten etliche Monate vor der nächsten Radsaison die Neuheiten der Branche – auf die man als Kunde dann noch ein halbes Jahr warten musste. Doch diese Zeiten sind lange vorbei. Für Fahrradfans ist inzwischen das ganze Jahr Weihnachten, denn die Hersteller präsentieren ihr neues Material, sobald es fertig ist. So können sie den für sie optimalen Zeitpunkt wählen und individuell Aufmerksamkeit generieren, anstatt in einer kurzfristigen Neuheitenflut unterzugehen.
Showcase der Fahrradbranche
Für die Messelandschaft heißt das: Präsentiert wird, was aktuell im Programm ist, und alles kann dem breiten Publikum gezeigt werden und nicht nur der Presse und dem Fachhandel. Und so wendet sich die Cyclingworld Europe auch ganz klar an alle, die Spaß am Thema Fahrrad haben, und alle können die Messe gleichberechtigt besuchen. Dieser Einladung folgten knapp 35.000 Menschen sowie weiteren 15.000 in der neuen Urban Hub in der Düsseldorfer Innenstadt – ein sensationeller Anstieg nach den 27.000 Besucherinnen und Besuchern des Vorjahres. Starken Zuwachs gab es auch auf den Testparcours mit nun mehr rund 20.000 registrierten Probefahrten nach 12.000 im vergangenen Jahr.
Und was gab es nun zu sehen? Elektroräder und Bio-Bikes, Sportgeräte, Alltagsfahrzeuge und alles drumherum – stellvertretend für die unglaubliche Vielfalt hat Velomotion diese kleine Auswahl zusammengetragen.
I:SY Cargo: Kinder-Komfort mit neuem Aufbau
Die Kompaktrad-Marke macht es den kleinen Kindern ihrer Kunden bequem: Im neuen Aufbau können zwei Kids nebeneinander die Fahrt genießen. Eine seitliche Tür erleichtert den Einstieg; das Verdeck bietet optimalen Wetterschutz und für hohe Sicherheit ist auch gesorgt. Mit den markentypischen 20-Zoll-Laufrädern und Details wie dem soliden Zweibeinständer will I:SY auch beim Handling und den Fahreigenschaften punkten.

Storck Bikes: Gravel-Komfort und ein superleichtes Rennrad
Der Radsportspezialist schickt sein Gravelbike Grix Pro.3 in einer neuen Variante ins Rennen – jetzt mit Detailverbesserungen sowie einem neuen Aufbau mit DT-Swiss-Federgabel. Dazu die elektronische Campagnolo-Schaltung und ein leichter Carbon-Radsatz, und fertig ist das sportliche Gravelbike für Trail, Renneinsatz und Touren mit leichtem Gepäck.

Rennradfans begeistert Markus Storck mit einer superleichten Version seines Aernario.3 Platinum. Der schlanke Rahmen mit der aggressiven Race-Geometrie ist wie geschaffen für ein derartiges Projekt; mit besonders edlen Komponenten wie dem Scope-Radsatz sinkt das Gewicht auf gerade mal 5,3 Kilo.
Basso: Palta jetzt mit Staufach
Die neue Version des Palta gefällt nicht nur mit einer sehr gelungenen Lackierung. Ab sofort verfügt das Gravel-Flaggschiff der Marke über ein Staufach im Unterrohr, das bereits mit praktischen Etuis ausgestattet ist und über einen Deckel mit Fidlock-Magnetverschluss verfügt.

Bulls: Nicht nur für die Fahrt zum Italiener
„Espresso Classico“ nennt der Kölner Anbieter diese optisch ausgefallene Version seines Allround-Rennrades. Mit der metallischen Lackierung verweist Bulls auf den Chrom an Gabel und Hinterbau klassischer Rennmaschinen; Lederlenkerband und -sattel von Brooks sorgen für klassisches Feeling. Ein Highlight sind die polierten Shimano-Cues-Komponenten. Die Zehngangschaltung ist breit abgestuft, und auf 38-mm-Rennreifen rollt das schöne Rad nicht nur bis zur Eisdiele, sondern noch viel weiter.

Hercules: Rollkoffer fürs E-Faltrad
Mit dem Rob Fold ist dem E-Bike-Anbieter ein großer Wurf gelungen: Das 20-Zoll-Modell mit dem praktischen Faltgelenk im Rahmen lässt sich einfach verstauen, ist dabei fahrstabil und wiegt in der leichtesten Variante nur 19 Kilo. Nun gibt es eine praktische Hülle mit fester Bodenplatte, die dank ihrer Rollen und Griffe den Transport vereinfacht und das Bike bei längerer Nichtbenutzung vorm Verstauben schützt.
Leeze: Leichter Radsatz für breite Reifen
Die Laufradspezialisten aus dem Münsterland holen Fans breiter Gravel-Reifen mit dem CH 60 Pro GX ab. Das 60 mm tiefe Felgenprofil ist klar auf den Renneinsatz zugeschnitten; 35 mm Außenbreite und 28 mm Maulweite sorgen dabei für eine optimale aerodynamische Einbindung breiter Reifen, wie sie im Gravel-Rennsport immer beliebter werden. Zugeschnitten sind die Hookless-Felgen auf 47 mm breite Pneus, wobei Leeze bestimmte Modelle von Schwalbe und Continental ab 40 mm Breite freigibt.
Ein sehr interessanter Aspekt des neuen Modells ist das extrem geringe Gewicht von rund 1.280 Gramm, das auch die die jeweils 18 Sapim-Carbonspeichen zustandekommt. Bedenken hinsichtlich der Haltbarkeit sind hier fehl am Platz – stattdessen kann man sich über einen sehr attraktiven Preis für das stimmige Gesamtpaket freuen.
Ingrid Components: Neue Schaltung mit Maschinenbau-Charme
Der italienische Hersteller edler Fahrradteile arbeitet seit längerem an einem kompletten Schaltsystem für Dropbar Bikes – wie es aussehen und funktionieren wird, konnte man auf der Cyclingworld erfahren. Bei der mechanischen Schaltung dient der Bremshebel ähnlich wie bei Shimano auch zum Gangwechsel; präzise gefräste Bauteile und prägnante Formen üben eine Faszination aus, welche über die eigentliche Funktion hinausgeht.
Feedback Sports: Pneumatischer Montageständer
Wie kommt das schwere E-Bike auf Arbeitshöhe? Beim Montageständer-Schwergewicht Feedback Sports geht das bald ganz ohne Stromanschluss per Standpumpe: Der Pro Air Lift erlaubt das Hochpumpen von bis zu 45 Kilo schweren Bikes, wozu einfach die Standpumpe an das Ventil in einem der drei Beine geschraubt werden muss. Da der Ständer kompakt zusammengefaltet werden kann, ist nun an jedem Standort ergonomisches Arbeiten am schweren E-Bike oder Fahrrad möglich.
Wolf Tooth: US-Pedale in drei Längen
Der Komponentenhersteller hat sich auf langlebige Technik spezialisiert, die mit dauerhafter Ersatzteilversorgung einfach repariert werden kann, und setzt damit einen bewussten Kontrapunkt zu günstiger Einweg-Technik, die im Defektfall zum Altmetall muss. Darüber hinaus wartet Wolf Tooth mit interessanten Features auf: So erlauben die neuen MTB-Pedale eine Veränderung des Q-Faktors, indem auf die Pedalachse geschobene Kugellager und Distanzstücke umsortiert werden. Zwischen den drei Breiten liegen jeweils 4 mm, womit man etwa unterschiedlich breite Tretkurbeln oder verschiedene Schuhmodelle ausgleichen kann.
Blaue Renner von Alltag bis Aero
Klassisch mit Cues – oder futuristisch unter dem Bugatti-Label? Bis auf den blauen Lack haben der alltagstaugliche Stahl-Klassiker mit Shimano-Cues-Schaltung und die radikal aerodynamische Rennmaschine von Factor wenig gemeinsam. Beide stehen sie für die vielseitige Faszination, die das Fahrrad ausübt – hier mit Rennlenker und ganz ohne elektrische Unterstützung.
Topeak: Kompakter Kompressor und neue Ventile
Der Zubehörhersteller macht’s der traditionellen Minipumpe mit diesem 120 Gramm leichten Kompressor schwer, der beinahe Trikottaschen-Format hat und mit 500 mAh-Akku bis zu fünf Rennreifen auf 5 bar Druck bringt. Dabei kann der Zieldruck kleinschrittig festgelegt werden, und das Digitaldisplay liefert gut ablesbare Informationen.
Speziell für Tubeless-Systeme bietet Topeak nun seine Turboflow-Ventile an, die einen dreimal höheren Luftfluss versprechen und außerdem unanfällig gegen Verstopfungen mit angetrockneter Dichtmilch sein sollen.
Veloe: Cargobike made in Italy
Der junge italienische Anbieter verfügt über eine eigene Rahmenfertigung, in der die Stahlrahmen der aktuell drei Modelle entstehen und auch gleich in Wunschfarbe lackiert werden. Denn Veloe fertigt und komplettiert individuell und ist daher bei Radshops beliebt, die sich auf Lastenräder spezialisiert haben und ihrer Kundschaft ein breites Spektrum unterschiedlicher Hersteller und Modelle bieten wollen.

Veloe hat sich aufs einfach fahrbare Longtail-Prinzip festgelegt und zwei Rahmenvarianten entwickelt: das Multi-Lungo mit langem Hinterbau und 24/20-Zoll-Laufrädern sowie das etwas kürzere Multi mit 24-Zoll-Rädern vorne und hinten. Solide Komponenten stehen für lange Haltbarkeit; so sind alle Modelle mit einer Starrgabel ausgestattet. Beide Ausführungen können mit Bosch Cargoline sowie Shimano EP6 geordert werden, dazu gibt es das Multi in einer unmotorisierten Variante. Außerdem gibt es ein großes Zubehörprogramm, zu dem etwas das praktische Doppeltaschen-Set gehört – ebenso gemacht zum Verstauen von Einkaufstaschen sowie für die Beine mitfahrender Kinder.
Bumbinos: Einfacher Nässeschutz fürs Kinderrad
Am Sportrad machen die Ass Savers den fest montierten Schutzblechen schon länger Konkurrenz – sie punkten mit einfacher Montierbarkeit bei überzeugender Schutzwirkung und sind dabei ebenso leicht wie klapperfrei. Nun bietet der Hersteller auch eine spezielle Variante für Kinderräder an, die schnell an Unterrohr und Hinterbau angebracht wird.















