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GravelbikesRennräderTests

Rondo Ruut X Gravelbike im Test: Gravelbike im Cross-Trimm

1. Mai 2021 by Caspar Gebel

Rondo Ruut X

Test: Das Rondo Ruut X fällt mit markantem Rahmen und interessanten Details auf; beim Fahren begeistert es mit viel Vortrieb und großer Handlichkeit. Seine Sportlichkeit kommt auch Langstreckenfahrern zugute.

Bei Rondo in Polen dreht sich alles ums Gravelbike. Das junge Unternehmen ist in der Ostseestadt Danzig ansässig, also ziemlich weit weg vom bergigen Süden des Landes, doch alle Modelle atmen den Geist des Abenteuers in wilden, unberührten Landschaften. Eine Spezialität von Rondo ist die große Materialvielfalt: Das Ruut gibt es in Stahl, Titan, Aluminium und Carbon. Außerdem ist das Flaggschiff der Modellpalette neuerdings in einer besonders sportlichen Ausstattungsvariante erhältlich – das Ruut X.

Unverkennbar: Das markante Rahmendesign polarisiert.


Der Knick im Oberrohr kommt zusammen mit ähnlichen Formen an den Sitzstreben dem Komfort zugute.
Linsenförmig ist der Querschnitt des Unterrohrs.

Markante Formen und Vario-Geometrie

Der Carbonrahmen ist sehr markant geformt; vor allem der vorm Sitzrohr positionierte Übergang vom Oberrohr zu den Hinterbaustreben fällt ins Auge. Diese weisen überm Ausfallende einen scharfen Knick auf, außerdem ist das Sitzrohr ausgekehlt; alles zusammen soll komfortspendenden Flex ermöglichen. Eine Spezialität von Rondo sind die drehbaren TwinTip-Einsätzen in den Ausfallenden: Sie führen zu einer Absenkung der Front um 13 mm, was eine subtile Geometrieveränderung ergibt. Mit kurzen Steuer- und langem Oberrohr ist das Rondo Ruut X ohnehin ziemlich sportlich geschnitten; auch wenn am Testrad ein 90 mm kurzer Vorbau montiert ist, sitzt man durchaus gestreckt. Wird die Achse oben positioniert, ist die Geometrie noch einmal etwas rennmäßiger. Der Reach wird minimal länger, der Stack um wenige Millimeter kürzer; Lenk- und Sitzwinkel werden ein halbes Grad steiler.

Maximal vortriebsstark

Der Umbau ist einfach, nimmt jedoch etwas Zeit in Anspruch, da auch der Adapter des Bremssattels umgebaut werden muss – unterwegs auf dem Trail wird man also eher nicht die Geometrie verändern. den Umbau vor der Fahrt zuhause durchzuführen, lohnt sich aber: Bereits mit unten positionierter Achse ist das Ruut ausgesprochen agil, doch in der Stellung „Hi“ mutiert es endgültig zum CX-Geschoss erster Güte. Die hohe Rahmensteifigkeit sorgt für überragenden Vortrieb, die traumhaft handliche Lenkgeometrie erlaubt bei jedem Tempo präzise Lenkmanöver.



Werden die Einsätze der TwinTip-Gabel umgedreht, ergibt sich eine merkliche Geometrieveränderung, die das Rondo noch sportlicher macht.
Die Schwalbe-Reifen sind eher auf den Cyclocross-Einsatz zugeschnitten, der auch eine Spezialität des Rondo ist.
Der flache Lenker erlaubt eine angenehme Oberlenkerhaltung; der Vorbau ist recht kurz.

Willig lässt sich das Rondo abwinkeln, wobei es nie zum Übersteuern neigt; auch auf rutschigem Untergrund kommt angesichts des satten Drucks auf dem Vorderrad keine Unsicherheit auf. Die leichten Alu-Laufräder und Schwalbe-Crossreifen mit 35 mm Nennbreite (und echten 33 mm) kommen dem Charakter des Ruut X entgegen. Tubeless montiert und mit niedrigem Luftdruck gefahren, bringen sie Leichtlauf und Grip und wirken sich dabei merklich weniger aufs Lenkerverhalten aus als breite Gravel-Pneus.



Gewohnt zuverlässig: Die Shimano GRX überzeugt einmal mehr.
Rahmen Rondo Ruut Carbon
Federgabel Rondo TwinTip Carbon 2.0
Laufräder Rondo x Hunt Straight Pull
Reifen Schwalbe X-One Allround TLE
Schaltwerk Shimano GRX RX600/812
Schalthebel Shimano GRX RX600/812
Kurbel Shimano GRX RX800 42 Z.
Umwerfer
Bremse Shimano GRX RX400
Sattelstütze Rondo
Sattel Fabric Scoop Flat
Vorbau Rondo
Lenker Easton EC70 Aero



Trotz der schmalen Reifen ist das Ruut X ausgesprochen komfortabel; die ungewöhnliche Rahmenform plus Carbonsattelstütze scheinen sich also auszuzahlen. Wieder mal überzeugen kann der schlicht geformte Fabric-Sattel, dessen völlig glatte Unterseite nach dem Cyclocross-Einsatz leicht zu reinigen ist. Bei aller Sportlichkeit ist das Ruut X durchaus auf lange und schwierige Strecken zugeschnitten. Mit 45 mm für 28-Zoll-Laufräder und 57 mm bei 650B ist die Reifenfreiheit sehr groß; Schutzbleche können ebenso montiert werden wie Gepäckhalterungen an den Gabel. Eine Besonderheit ist die Sicherungsschraube an der hinteren Steckachse, die entfernt werden muss, bevor sich die Achse lösen lässt. Ausgestattet ist das Ruut X mit einem top funktionierenden GRX-Mix aus 600er Hebel, 812er Schaltwerk und 400er Bremsen; 42er Kettenblatt und 11-36-Kassette von Sunrace ergeben einen großen Übersetzungsbereich mit tendenzieller langer Abstufung. Positiv zu bewerten ist der Easton-Carbonlenker mit flacher Oberseite.

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Weitere Gravelbikes im Test

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Fazit: Rondo Ruut X

Pro

  • Extrem agil und vortriebsstark
  • Innovative Rahmendetails
  • Vielseitig einsetzbar
  • Hoher Komfort

Contra

  • Laufradeinbau etwas aufwendiger

Fakten

RahmenmaterialCarbon
BremseScheibenbremse Hydraulisch
Gewicht8,58 kg
Preis3.799 Euro
Web www.rondo.cc
Das Rondo Ruut X im Velomotion Fahrradmarkt
Das Rondo Ruut X begeistert als vortriebsstarke Cyclocross-Rakete mit traumhaften Fahreigenschaften; der markante Rahmen lässt aber auch Bikepacking-Einsätze zu. Eine durchaus sinnvolle Option ist die Geometrieveränderung.
Stichworte:#VMroadCrosserCyclocross NewsGravelGravelbikegraveltest2021Rondoruut

Über Caspar Gebel

Caspar Gebel sitzt seit 40 Jahren auf dem Rennrad. Der Fachjournalist und Sachbuchautor arbeitet für Velomotion und auch für die Zeitschriften Procycling und Fahrrad News.

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