Test Cube Nuroad SLX: Das Alu-Gravelbike ist so stark in Preis-Leistung, wie man es von der Marke gewohnt ist. Mit wertiger Ausstattung wendet es sich dabei nicht nur an Einsteiger – spätestens wenn der Laufradsatz einer Diät unterzogen wurde, kommen auch sportliche Gravel-Fans auf ihre Kosten.
Immer mal wieder hört man Klagen darüber, wie teuer Fahrräder geworden sind – und wenn man sich die Topmodelle im sportlichen Bereich ansieht, kann man das nur bestätigen. Mit 9.000 Euro erreicht man bei manchem Anbieter nur den oberen Rand der Mittelklasse; 13.000 Euro oder mehr sind inzwischen üblich für ein absolutes Spitzenrad. Menschen, dir sich erst seit Kurzem für Rennräder oder Gravelbikes interessieren, kann man das nur schwer vermitteln – und diese Zielgruppe wächst rapide. Von 2020 bis heute hat sich der Marktanteil besagter Bikes glatt verdreifacht, und man kann sich vorstellen, dass viele neue Dropbar-Fans mit einem eher günstigen Bike in den Sport einsteigen wollen.
Cube Nuroad SLX: Günstig graveln ohne Kompromisse
Die gute Nachricht: Schon ab 1.500 Euro finden sich am Markt hochwertige Alu-Gravelbikes mit solider Ausstattung, die viel Fahrspaß versprechen. Wie so etwas aussieht, zeigt etwa Cube mit dem Cube Nuroad SLX für 1.699 Euro. Es ist keineswegs das günstigste Gravelbike im Programm des süddeutschen Großherstellers, aber eines, das bereits sehr erwachsen daherkommt. Will heißen: Beim SLX sind praktisch nirgendwo Kompromisse nötig, wie sie viele günstige Gravelbikes mit sich bringen.

Los geht das schon beim Gewicht, das ohne Pedale bei 10,15 Kilo in mittlerer Größe liegt. Manch ähnlich ausgepreister Mitbewerber bringt anderthalb Kilo mehr auf die Waage – und das sind Dimensionen, die sich durchaus negativ aufs Fahrverhalten auswirken. Der Laufradsatz des Cube wiegt (mit Reifen, Bremsscheiben und Zahnkranz) etwas mehr als vier Kilo, was natürlich eher schwer ist. Hier etliche Hundert Gramm zu sparen, ist mit einer überschaubaren Investition problemlos möglich, was sich beim Fahrverhalten wiederum sehr positiv bemerkbar macht: Das Rad wird agiler und handlicher, und damit ist ein leichterer Radsatz das perfekte Upgrade nach den ersten paar Monaten auf dem Gravelbike. Irgendwann fragen sich nämlich alle, ob es bei ihrem neuen Lieblings-Bike noch Verbesserungspotenzial gibt.
Hochwertige Shimano GRX-RX820
In dieser Hinsicht hat das Cube Nuroad SLX ansonsten nicht viel zu bieten. Der Hersteller verbaut die Shimano GRX-RX820, welche mit geschmeidiger Schaltfunktion und starken Bremsen glänzt. Dazu gibt es einen GRX-610-Kurbelsatz, der minimal schwerer ist als das Topmodell von Shimano. Die 10-51er Zwölffach-Kassette ist einsteigerfreundlich breit abgestimmt, sodass die Komplettgruppe wirklich keine Wünsche offen lässt. Klar, eine elektronische Schaltung bietet noch einmal bessere Funktion, doch dann wäre das Cube deutlich teurer. Nachrüsten lässt sich so etwas in jedem Fall – und dank UDH-Hinterradaufnahme kann man sogar die neuen Full-mount-Schaltwerke von SRAM an den Alu-Rahmen montieren.
Dieser präsentiert perfekt geglättete Schweißnähte am vorderen Rahmendreieck, mit denen er fast wie ein Carbonrahmen ausseht. Dazu kommen diverse Anbaumöglichkeiten für Zubehörteile wie drei Flaschenhalter, Taschen und Schutzbleche. Auch eine weitgehende Innenverlegung von Bremsleitungen und Schaltzug gönnt Cube dem Alu-Gravelbike. Die günstigeren Bikes der Marke mit einfacherem Alu-Rahmen kommen noch mit „Freileitungen“ unterm Cockpit.
Vielseitige Geometrie von vollausgestattet bis sportlich
Zu den positiven Aspekten des Cube-Rahmens gehört schließlich die gelungene Geometrie, die eine ausgewogene Sitzhaltung mit angenehm handlicher Lenkung vereint. Das Höhenwachstum des Rahmens fällt deutlich größer aus als das Längenwachstum; wer etwas sportlicher sitzen will, erreicht dies durch die Wahl der kleineren Rahmenhöhe.

Ein weiteres modernes Merkmal des Cube ist die große Reifenfreiheit: Ohne Schutzbleche passen 50 mm breite Pneus rein, mit sind es immer noch 45 mm. Komfortabel ist man also auf jeden Fall unterwegs, zumal Cube sogar eine 240 Gramm leichte, vibrationsdämpfende Carbon-Sattelstütze montiert. Auch an diesem Detail zeigt sich das sehr gute Preis-Leistungs-Verhältnis des Cube, das von einem noch einmal 200 Euro günstigeren Modell mit 2×12-Gang-Schaltung flankiert wird – dann allerdings ohne Carbon-Stütze. Für den hier gebotenen Fahrspaß muss man anderswo deutlich tiefer in die Tasche greifen. Was übrigens auch für das Topmodell von Cube gilt, das gerade mal 5.999 Euro kostet…





