Produktnews: Wahoo Fitness baut das Funktionsspektrum seiner ELEMNT-GPS-Radcomputer weiter aus. Mit einem kommenden Firmware-Update erhalten Nutzerinnen und Nutzer der ELEMNT-V3-Generation native Integrationen für vier Sensorplattformen: CORE, FLOWBIO, Tymewear und hDrop. Die neuen Anbindungen sollen physiologische Echtzeitdaten direkt auf das Display am Lenker bringen und damit Entscheidungen während der Fahrt erleichtern.
Wahoo Fitness hat neue Sensorintegrationen für seine ELEMNT-Fahrradcomputer angekündigt. Im Mittelpunkt stehen vier spezialisierte Systeme, die bislang vor allem in leistungsorientierten Trainingsumgebungen, im Profisport oder in labornahen Analysen eingesetzt wurden: der Körperkerntemperatur-Sensor von CORE, die Hydrationsplattform FLOWBIO, der VitalPro-Brustgurt von Tymewear sowie der Schweiß- und Elektrolytsensor hDrop. Die Aktualisierung der entsprechenden Metrik-Integrationen soll ab dem 16. Juni 2026 um 14:00 Uhr zur Verfügung stehen.
Das Update richtet sich an bestehende und zukünftige Nutzerinnen und Nutzer der ELEMNT-V3-Gerätegeneration. Dazu zählen laut Herstellerangaben die aktuellen Modelle ELEMNT BOLT 3, ELEMNT ROAM 3 und ELEMNT ACE.
Physiologische Daten rücken näher an die Trainingspraxis
Mit der Integration der neuen Sensoren verfolgt Wahoo einen klaren Ansatz: Daten, die bislang häufig erst nach der Einheit ausgewertet wurden oder spezielles Equipment erforderten, sollen während der Fahrt unmittelbar sichtbar sein. Damit erweitert sich der klassische Datenmix auf dem Radcomputer — etwa Leistung, Herzfrequenz, Geschwindigkeit, Trittfrequenz oder Strecke — um zusätzliche physiologische Parameter.
Für ambitionierte Radsportlerinnen, Triathleten, Trainer und Leistungssportzentren kann dies relevant sein, weil Entscheidungen zu Pacing, Kühlung, Flüssigkeitszufuhr oder Energiehaushalt nicht mehr ausschließlich auf Erfahrungswerten, nachträglicher Analyse oder subjektivem Körpergefühl beruhen müssen. Stattdessen sollen Messwerte in Echtzeit verfügbar sein und direkt in die Trainings- oder Wettkampfsteuerung einfließen.
Wahoo positioniert das Update damit nicht als reine Komfortfunktion, sondern als Erweiterung des ELEMNT-Ökosystems in Richtung sportwissenschaftlich fundierter Trainingssteuerung. Der Hersteller spricht davon, „Leistungsdaten der nächsten Generation“ direkt auf die Displays der Fahrerinnen und Fahrer zu bringen.
CORE: Körperkerntemperatur in Echtzeit
Der CORE-Sensor misst kontinuierlich und nicht-invasiv die Körperkerntemperatur. Für Ausdauersportarten ist dieser Parameter besonders relevant, weil thermische Belastung einen erheblichen Einfluss auf Leistungsfähigkeit, Pacing-Strategie und Erholungsmanagement haben kann.
Gerade bei Hitze, langen Anstiegen, Indoor-Training oder Wettkämpfen unter wechselnden klimatischen Bedingungen kann die Körpertemperatur eine wichtige Zusatzinformation liefern. Der Sensor soll Athletinnen und Athleten dabei helfen, Kühlmaßnahmen, Intensität und Hitzetraining gezielter zu steuern.
Durch die native Integration in die ELEMNT-Radcomputer werden entsprechende Werte künftig direkt am Lenker sichtbar. CORE verweist in der Presseinformation unter anderem auf Echtzeitinformationen zur Wärmebelastung, den Heat Strain Index sowie grafische Darstellungen der thermischen Belastung.
FLOWBIO: Flüssigkeits- und Natriumverlust während der Fahrt
FLOWBIO ist eine Hydrationsplattform, die am Arm getragen oder an einem handelsüblichen Herzfrequenz-Brustgurt befestigt werden kann. Das System wurde speziell für Ausdauerathletinnen und -athleten entwickelt und misst, wie viel Flüssigkeit und Natrium während einer Aktivität verloren geht.
Die Relevanz liegt auf der Hand: Während Leistung, Herzfrequenz oder Tempo im modernen Training längst standardisiert erfasst werden, ist die Flüssigkeitszufuhr häufig weiterhin von Schätzungen geprägt. Viele Sportlerinnen und Sportler wissen erst nach der Einheit, ob sie zu wenig oder zu viel getrunken haben — und selbst dann oft nur anhand indirekter Anzeichen.
FLOWBIO soll diesen Bereich präzisieren. Die Plattform übersetzt Messwerte zum Wasser- und Salzverlust in verständliche Empfehlungen für Tempo- und Ernährungsentscheidungen während der Einheit. Mit der Wahoo-Integration können diese Informationen künftig unmittelbar neben anderen Trainingsdaten auf dem ELEMNT-Display angezeigt werden.
Tymewear VitalPro: Atemdaten als zusätzliche Trainingsdimension
Der Tymewear VitalPro kombiniert Herzfrequenz- und Atemfrequenzmessung in einem Brustgurt. Ziel ist es, das Training nicht nur anhand klassischer Herzfrequenz- oder Leistungszonen zu steuern, sondern zusätzlich auf Basis respiratorischer Parameter.
Das System misst unter anderem Atemfrequenz, Atemzugvolumen, Minutenvolumen und Herzfrequenz. Daraus sollen individuelle Atemschwellen bestimmt und Trainingsintensitäten präziser angepasst werden können. Laut Presseinformation erreicht das System beim Minutenvolumen eine Genauigkeit von 97 Prozent im Vergleich zu Labortests.
Für die Trainingspraxis ist dies insofern interessant, als Atemdaten zunehmend als eigenständige Belastungs- und Effizienzmarker betrachtet werden. Sie können Hinweise darauf geben, wie stark der Organismus beansprucht wird, wie ökonomisch eine Intensität bewältigt wird oder wann sich Ermüdung abzeichnet.
hDrop: Schweißanalyse und Elektrolytmanagement
Auch hDrop adressiert den Bereich Hydration, setzt jedoch auf eine Echtzeit-Schweißanalyse. Der Sensor soll Sportlerinnen und Sportlern helfen, Flüssigkeits- und Elektrolytverluste während Training und Wettkampf zu überwachen.
Die Daten zur Schweißzusammensetzung werden in praxisrelevante Informationen übertragen, sodass Athletinnen und Athleten ihre Trink- und Elektrolytstrategie gezielter anpassen können. Gerade bei langen Distanzen, hohen Temperaturen oder sehr intensiven Einheiten können individuelle Schweißraten und Natriumverluste stark variieren. Standardisierte Empfehlungen stoßen dort oft an Grenzen.
Mit der Integration in die Wahoo-Geräte werden hDrop-Daten direkt während der Aktivität sichtbar. Das kann besonders für Langdistanz-Triathlon, Granfondos, Etappenrennen oder heiße Wettkampfbedingungen relevant sein.
Mehr als ein Daten-Update
Die neuen Integrationen zeigen eine Entwicklung, die im Ausdauersport seit Jahren zu beobachten ist: Die reine Aufzeichnung von Leistungsdaten wird zunehmend durch eine umfassendere physiologische Überwachung ergänzt. Während Wattmessung und Herzfrequenz lange die dominierenden Steuerungsgrößen waren, rücken inzwischen zusätzliche Biosignale in den Fokus.
Körperkerntemperatur, Atemverhalten, Schweißrate, Natriumverlust und Flüssigkeitshaushalt können helfen, die Belastung individueller und situativer zu interpretieren. Das gilt besonders, weil identische Leistungswerte je nach Hitze, Ermüdung, Flüssigkeitsstatus oder Atemeffizienz sehr unterschiedliche physiologische Kosten verursachen können.
Für Wahoo ist das Update daher auch strategisch bedeutsam. Der Hersteller stärkt sein ELEMNT-Ökosystem, ohne zwingend neue Hardware vorauszusetzen. Stattdessen erweitert die Firmware bestehende Geräte um zusätzliche Datenquellen. Für Nutzerinnen und Nutzer kann dies den Wert vorhandener ELEMNT-V3-Computer erhöhen, sofern sie entsprechende Sensoren einsetzen.
Wahoo ELEMNT Update – Einordnung für Training und Wettkampf
In der Praxis dürften die neuen Integrationen vor allem für leistungsorientierte Anwender interessant sein. Wer strukturiert trainiert, Rennen bestreitet oder mit Trainerinnen und Trainern arbeitet, erhält zusätzliche Echtzeitdaten, die über klassische Metriken hinausgehen.
Mögliche Anwendungsfelder sind unter anderem:
- Anpassung des Tempos bei steigender Körperkerntemperatur
- rechtzeitige Kühlstrategien bei Hitze
- individuellere Trink- und Natriumzufuhr während langer Einheiten
- bessere Einschätzung der Belastung über Atemparameter
- frühzeitiges Erkennen physiologischer Drift oder Überlastung
- datenbasierte Wettkampfplanung bei wechselnden Umweltbedingungen
Gleichzeitig bleibt ein sachlicher Blick wichtig: Mehr Daten führen nicht automatisch zu besseren Entscheidungen. Entscheidend ist, wie verständlich die Informationen dargestellt werden, wie zuverlässig die Sensoren im Alltag funktionieren und ob Athletinnen und Athleten aus den Messwerten konkrete Handlungen ableiten können. Die native Darstellung auf dem Radcomputer ist dafür ein wichtiger Schritt, ersetzt aber nicht die sinnvolle Interpretation im Trainingskontext.
Wahoo setzt auf Software-Erweiterung des ELEMNT-Ökosystems
Wahoo-CEO Gareth Joyce beschreibt die Integrationen als Teil einer kontinuierlichen Weiterentwicklung des ELEMNT-Ökosystems. Im Fokus stehe, Innovationen bereitzustellen, die das Fahr- und Trainingserlebnis verbessern und auf Rückmeldungen der Nutzerinnen und Nutzer reagieren.
Diese Ausrichtung passt zu einem Markt, in dem Radcomputer nicht mehr nur Navigations- und Aufzeichnungsgeräte sind. Moderne Headunits werden zunehmend zu zentralen Schnittstellen zwischen Sensorik, Trainingsplattformen, Navigation und Echtzeit-Analyse. Für Hersteller wird damit nicht allein die Hardware entscheidend, sondern auch die Tiefe des Ökosystems und die Qualität der Softwarepflege.
Wahoo ELEMNT Update – Verfügbarkeit
Die neuen Integrationen für CORE, FLOWBIO, Tymewear und hDrop sollen laut Wahoo ab dem 16. Juni 2026 um 14:00 Uhr MESZ per Firmware-Update verfügbar sein. Unterstützt werden alle ELEMNT V3 Generationen
Mit dem Update erweitert Wahoo die ELEMNT-Plattform um Sensorik, die bislang eher als Spezialanwendung galt. Für den ambitionierten Ausdauersport bedeutet das: Mehr physiologische Echtzeitinformationen wandern direkt dorthin, wo sie während Training und Wettkampf am unmittelbarsten nutzbar sind — auf das Display am Lenker.









