BH iRS1: Der spanische Anbieter stellt ein neues E-Rennrad mit leistungsstarkem Mittelmotor vor, das vergleichsweise grazil und unauffällig wirkt. Interessant sind Merkmale wie die Tasten am Lenker und der mitgelieferte Range Extender – allerdings dürfte bereits die Reichweite des fest verbauten Akkus groß sein.
Auch Puristen werden älter – und irgendwann mal stellen sie sich dann doch die Frage, ob der Hausanstieg mit einem E-Rennrad wieder so viel Spaß macht wie früher. Jüngere Radsportlerinnen und Radsportler wiederum haben in Sachen E-Bike ohnehin weniger Berührungsängste – wenn’s für mehr Flow beim Radfahren sorgt, ist es in Ordnung. Und so spricht BH, kurz für Beistegui Hermanos, also die (baskischen) Brüder Beistegui, mit der neuen Plattform BH iRS1 gleich zwei Nutzergruppen an.

Was zeichnet das neue E-Rennrad aus? Erst einmal fällt auf, dass BH auf einen Mittelmotor setzt, der mit 80 Nm Drehmoment und 700 Watt maximaler Leistung auf dem Papier so stark ist wie ein Bosch-CX-Motor. Das IRS1 versteht sich also durchaus als Full-power-Bike, das am Berg deutlich mehr Watt abdrücken kann als der/die Fahrer/in selbst. Gleichzeitig ist das Aggregat mit 2,1 Kilo relativ leicht und lässt sich kompakt in den Carbonrahmen integrieren. Dieser ist mit einem 630-Wh-Akku ausgestattet, welcher fest im recht voluminösen Unterrohr montiert ist.
BH iRS1: die Highlights
- E-Rennrad mit SEG BLM Motor, Drehmoment 80 NM, max. Leistung 700 Watt
- Fest verbauter 630-Wh-Akku plus Range Extender mit 180 Wh
- Drei Carbon-Modelle ab 4.599 Euro und eine Alu-Version
Große Reichweite plus Range Extender
Bereits das spricht für eine große Reichweite, doch zusätzlich gibt es einen Range Extender im Trinkflaschen-Format mit zusätzlichen 180 Wattstunden – und der ist gleich im Lieferumfang enthalten. Das gilt auch für die „iButtons“ des SEG-Motors, mit denen man vom Lenker aus die Fahrmodi durchschalten kann. Bei manch anderem E-Rennrad muss man dazu die Hand vom Lenker nehmen. Ein Display gibt es dazu, das ins Oberrohr eingelassen ist und neben der Geschwindigkeit diverse Fahr- und Motordaten anzeigt.
Wie ein richtiges Rennrad wirkt das E-Modell dennoch, zumal das Unterrohr zwar aerodynamisch hoch, aber nicht allzu breit ist. In Richtung Luftwiderstandsoptimierung geht auch der flächige Steuerkopfbereich sowie die Integration der Gabel in den Rahmen, wie der Rahmen auch insgesamt sehr modern wirkt mit flacher Sattelstütze und bei den zwei teureren Modellen sogar einem Carbon-Cockpit.

Drei Carbon-Modelle, eine Alu-Rad
Vier Modelle bietet BH an, wobei die günstigste Ausführung auf einem Alu-Rahmen basiert. Dessen Geometrie deckt sich im Wesentlichen mit jener des Carbon-Modells: Lenk- und Sitzwinkel sind ausgewogen, die Sitzhaltung vergleichsweise sportlich. Das Topmodell, genannt BH iRS1 Carbon 1.6 für 6.999 Euro, ist mit Shimano Ultegra Di2 sowie „FSA Vision TC45“-Carbonlaufrädern ausgestattet. Eine Stufe tiefer rangiert das BH iRS1 Carbon 1.5 (5.999 Euro), das per Shimano 105 Di2 schaltet und auf einem Alu-Radsatz von Vision mit 35 mm tiefen Felgen rollt. Beim 1.4 (4.599 Euro) kommt die mechanische 105 zum Einsatz, dazu ein Alu-Radsatz mit flachen Felgen; das BH iRS1 trägt dieselbe Ausstattung am Aluminiumrahmen und kostet dadurch 900 Euro weniger.
BH gibt fürs Topmodell ein Gewicht von 12,9 Kilo an, womit der Aufschlag fürs komplette Antriebssystem bei gut fünf Kilo liegt. Wie sehr sich das aufs Fahrverhalten auswirkt, wird sich zeigen – fest steht, dass der Leistungsgewinn am Berg eventuelle Gewichtsnachteile mehr als ausgleicht. Und dass BH das neue E-Modell zu ziemlich interessanten Preisen anbietet, könnte noch mehr Rennrad-Fans auf die Idee bringen, mal ein E-Bike auszuprobieren. Alles muss einem klar sein, dass das BH iRS1 angesichts von 32 mm Reifenfreiheit ein reines Straßenrad ist – wer ins Gelände will, bekommt bei den Gebrüdern Beistegui auch ein E-Gravelbike mit SEG-Antrieb.



