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GravelbikesTests

Cube Nuroad SLX: Elektronische SRAM zum Spitzenpreis

2. Oktober 2026 by Caspar Gebel

Test Cube Nuroad SLX: Mit der Kombination aus Aluminiumrahmen und elektronischer Schaltgruppe ist das neue Gravel-Modell in Sachen Preis-Leistung ganz vorne. Dabei ist es nicht nur konkurrenzlos günstig, sondern auch ziemlich gut.

So etwas gab’s noch nie: ein Gravelbike mit aktueller elektronischer Schaltgruppe für unter 2.000 Euro. In einer Zeit, da Preisreduzierungen in der Radbranche angesichts voller Lager und schwächelnder Kaufkraft an der Tagesordnung sind, zieht Cube die Schrauben an und unterbietet seine Mitbewerber um einen glatten Tausender. Was natürlich auch an einem einfachen Trick liegt: Mit der Kombination von Aluminiumrahmen und SRAM Rival XPLR ist das Cube Nuroad SLX ziemlich einzigartig.

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Cube Nuroad SLX: die Highlights

  • Aluminiumrahmen mit beigearbeiteten Schweißnähten und ausgewogener Geometrie
  • Zahlreiche Montagemöglichkeiten für Anbauteile, komplett integrierte Leitungen
  • Zulässige Reifenbreite 50 mm
  • Elektronische SRAM Rival XPLR 1×13, Laufradsatz Newmen Performance X.R.25
  • Gewicht 10,04 kg, Preis 1.999 Euro
Cube Nuroad SLX
Cube Nuroad SLX: Extrem preisbewusst durch die Kombi aus Alu-Rahmen und Elektronik-Schaltung.

Cube Nuroad SLX: Der günstigste Weg zu 1×13

Wer die günstigste der drei Gravel-Gruppen von SRAM mit ihren 13 Gängen fahren will, ist üblicherweise auf ein Carbonrad festgelegt, und dafür werden bereits bei preisaggressiven Anbietern wie Canyon rund 3.000 Euro fällig. Im Premium-Segment wird die Rival XPLR an Gravelbikes bis 4.500 Euro verbaut. Dabei ist die Gruppe selbst gar nicht mal so teuer – es liegt also nahe, sie zusammen mit etwas einfacheren Bauteilen an einen Alu-Rahmen zu montieren und damit ein günstiges Komplettrad mit Top-Komponenten zu erhalten. Wer hier mit spitzem Bleistift kalkuliert, kann die Konkurrenz das Fürchten lehren – wobei diese natürlich nach demselben Rezept vorgehen könnte.



Das direkt an den Rahmen montierte Schaltwerk sorgt für extrem präzise Gangwechsel.
Am nicht allzu breiten Lenker liegen die SRAM-Controls optimal in der Hand.

Der Aluminiumrahmen, an den Cube die edlen SRAM-Teile montiert, hat sich bereits an diversen Modellen ab knapp 1.100 Euro bewährt. Durch seine im oberen Bereich optisch nahtlos aneinandergefügten Rohre wirkt er auf den ersten Blick wie ein Carbon-Modell, und mit der „Nase“ im Steuerrohr, dem abgeflachten Oberrohr und den etwas tiefer angesetzten Hinterbaustreben sind moderne aerodynamische Formen angedeutet. Neben dem silbernen Testrad mit dem auffälligen CMYK-Logo gibt es eine „Autumn’n’Black“ genannte Variante mit changierendem Lack.

Hochwertige Details: Segmentklemmung und deutlich ablesbare Markierungen an der Sattelstütze.
Der Vorbau lässt sich um 15 mm absenken, was die Sitzhaltung sportlicher werden lässt.


Am Rahmendreieck finden sich diverse Befestigungsmöglichkeiten, dazu kann man an der Carbongabel einen Lowrider-Gepäckträger anbringen sowie ein Dynamokabel hindurchführen. Schutzbleche lassen sich natürlich auch befestigen, wodurch die mögliche Reifenbreite von 50 auf 45 mm sinkt. Am Hinterbau lässt sich mit einem speziellen Adapter ein Gepäckträger anbringen, ohne dass dafür das Hinterrad ausgebaut werden muss. Die Bremsleitungen werden ab dem Cockpit innen geführt, wobei die hintere Leitung außen ums Tretlagergehäuse herum geleitet wird.

Die Bremsleitung wird außen ums Tretlager herum geführt.
Was wie eine Ständerplatte aussieht, dient der Befestigung eines speziellen Heckträgers.

Das Cube Nuroad SLX basiert auf einer ausgewogen-sportlichen Geometrie mit deutlichem Höhen- und eher geringem Längenwachstum zwischen den einzelnen Größen. Wer lieber etwas aufrechter auf dem Rad sitzt, kann also problemlos zu einem größeren Rad greifen. Andersherum ist auch eine aggressivere Sitzposition möglich, zumal sich der Lenkervorbau leicht gegen eine längere Ausführung tauschen lässt.



RahmengrößeXSSMLXLXXL
Sitzrohrlänge (mm)430460490510540560
Oberrohrlänge (mm)519537560575590605
Steuerrohrlänge (mm)110135165185205225
Stack (mm)527555589610631652
Reach (mm)385385390389397406
Sitzwinkel75,7°74,7°73,9°73°73°73°
Lenkwinkel69°70°71,5°72°72,5°73°
Kettenstrebenlänge (mm)440440440442442442
Radstand (mm)104310451046104810581068
Tretlagerabsenkung (mm)707070707070

Mit zehn Kilo weder schwer noch leicht

Mit ganz knapp über zehn Kilo (Größe M) ist das Alu-Rad zwar nicht sonderlich leicht, zu bedenken ist allerdings: Carbon-Bikes in einem ähnlichen Preisbereich mit einfacheren Komponenten wiegen in der Regel nicht viel weniger. Immerhin: Wer den 1.700 Gramm leichten Newmen-Radsatz auf Tubeless umrüstet, kann gut 100 Gramm pro Laufrad einsparen. Sattel und Alu-Stütze wiegen zusammen 650 Gramm – an dieser Stelle 200 Euro zu investieren, verbessert den Dämpfungskomfort und knapst weitere 200 Gramm ab.

Was die SRAM Rival etwas schwerer macht, ist ihr Alu-Kurbelsatz.
Mit 1.700 Gramm ist der Newmen-Radsatz recht leicht. Dazu verwendet Cube Schläuche mit dem Schwalbe Clik Valve.


Wobei das Gewicht bei diesem Rad eh nicht die Hauptattraktion ist – vielmehr sind es die bestens funktionierenden SRAM-Komponenten, für die man normalerweise deutlich tiefer in die Tasche greifen muss. Ein Highlight ist die ergonomischen Form der Bremsgriffe, die man mit der ganzen Hand umfassen kann, während man gleichzeitig mit dem Zeigefinger wirkungsvoll abbremst. Die großen Schaltpaddel unter den Bremshebeln lassen sich gut erreichen und funktionieren intuitiv: Antippen rechts schaltet einen schwereren, links einen leichteren Gang. Dabei kann die Tastenbelegung auch umgekehrt werden. Von den teureren SRAM-Gruppen Force und Red unterscheidet sich die Rival nur in drei Punkten: Sie ist schwerer, was vor allem am Alu-Kurbelsatz liegt, hält sich optisch zurück und verfügt nicht über die zusätzlichen Schalttasten an den Controls.

Bis zu 50 mm breite Reifen passen durch Rahmen und Gabel.
An der Gabel findet sich ein CMYK-Farbtupfer.

Die 13-Gang-Kassette von SRAM ist in einer einzigen Abstufung verfügbar, die aber sehr gut gewählt ist: Die schwersten vier Gänge sind fein in Einersprüngen abgestuft; dann folgen vier Zweierschritte und zu den Berggängen hin werden die Gangsprünge progressiv größer. Der Übersetzungswechsel verläuft damit extrem harmonisch, und mit 460 % ist auch die Bandbreite des Ritzelpakets sehr groß. Schneller und präziser als die Rival am Cube Nuroad SLX schaltet übrigens auch die Highend-Komponentengruppe SRAM Red nicht, zumal die elektronischen Bauteile identisch sind.



Elektronische SRAM Rival XPLR mit optimalem Schaltverhalten

Das „Full mount“-Schaltwerk fällt durch seine ungewöhnliche Größe auf; wichtiger sind aber die inneren Werte: Der Akku ist sauber eingepasst und lässt sich zum Laden einfach entnehmen, wobei eine Kontrollleuchte bei jedem Schaltvorgang mit Grün, Gelb oder Rot den Ladestand anzeigt. Zum Hinterradausbau wird die Schaltschwinge nach vorne geschwenkt und arretiert, was die ganze Sache extrem vereinfacht. Dazu ist der Wechsler sehr robust konzipiert, und im Defektfall können einzelne Bauteile ausgetauscht werden. Kurzum: Mit den „XPLR“ genannten Gravel-Gruppen ist SRAM ein großer Wurf gelungen – und mit dem neuen Nuroad SLX macht Cube diese Technik nun einer deutlich größeren Nutzergruppe zugänglich.

Mit handlicher Lenkung, blitzschnellen Gangwechseln und breiten Reifen ist das Cube Nuroad SLX durchaus Trail-tauglich.
Cube Nuroad SLX


Und der Rest des Bikes? Fahrspaß hat man auf dem Cube Nuroad SLX nicht nur wegen der hochwertigen Schaltgruppe. Das Umsortieren der Spacer von unter nach über dem Vorbau senkt diesen um 15 mm ab, was in einer sportliche-kompakten Sitzhaltung resultiert. Aus 90-mm-Vorbau und eher steilem Steuerwinkel ergibt sich ein insgesamt sehr agiles, handliches Lenkverhalten. Auch der Alu-Lenker ist nicht allzu breit, was den sportlichen Charakter des Cube unterstreicht.

Fahrspaß auf Asphalt wie auf Trails

Mit seinen 45 mm breiten, bissigen Contis ist das Nuroad auch für verwinkelte Trails zu haben; gleichzeitig läuft das Rad sicher geradeaus und lässt sich dank des stabilen Rahmens schnell auf Tempo bringen. Das zweistellige Gewicht macht sich dabei nicht allzu stark bemerkbar – und wie gesagt, ein knappes Pfund lässt sich leicht abspecken.

Die 10-46er Kassette mit 13 Gängen ist jedem Terrain gewachsen.


Unser Fazit? All jene, die nicht gerade Spezialwünsche wie optimierte Aerodynamik oder maximal reduziertes Gewicht haben, bekommen mit dem neuen Cube Nuroad SLX alles, was man aktuell von einem Gravelbike erwarten kann: vielseitige Einsetzbarkeit von der Alltagsnutzung bis zum Trailride, eine ausgewogen-sportliche Sitz- wie Lenkgeometrie sowie eine topmoderne elektronische Komponentengruppe. und diese an einen bewährten Alu-Rahmen zu montieren, erlaubt einen Preis, bei dem kein Wettbewerber aktuell mit gehen kann. Chapeau Cube!

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Fazit: Cube Nuroad SLX

Pro

  • Extrem gutes Preis-Leistungs-Verhältnis
  • Hochwertige Ausstattung
  • Überzeugendes Fahrverhalten
  • Vielseitig einsetzbar

Contra

  • Nichts

Fakten

RahmenmaterialAluminium
BremseScheibenbremse Hydraulisch
Gewicht10,04 kg (o. P.)
Preis1.999 Euro
Web www.cube.eu
Das Cube Nuroad SLX überzeugt nicht nur durch sein extrem gutes Preis-Leistungs-Verhältnis, wobei eine elektronische SRAM unter 2.000 Euro natürlich ein gewichtiges Argument ist. Darüber hinaus gefällt das Alu-Gravelbike jedoch mit angenehm sportlichem Charakter, einer ausgewogenen Geometrie und einem breit gefächertem Einsatzbereich von Alltagsnutzung bis Trailride. Chapeau Cube!
Stichworte:#VMgravelCubefeaturedGravelGravelbikeSRAM Rival AXS XPLR

Über Caspar Gebel

Caspar Gebel sitzt seit 40 Jahren auf dem Rennrad. Der Fachjournalist und Sachbuchautor arbeitet für Velomotion und auch für die Zeitschriften Procycling und Fahrrad News.

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