Velomotion logo Velomotion small logo
Search icon
  • Produktnews
  • Radsport
  • Tests
    • Kompletträder
    • Komponenten
    • Zubehör
  • Ratgeber
    • Kaufberatung
    • Leasing
    • Recht
    • Werkstatt
    • Radreise

KomponentenTests

Komponenten: Im Test: Campagnolo Super Record 2015

26. Februar 2015 by Marcus Degen

detail1

Das Ziel von Campagnolos Flaggschiff war es schon immer die mechanische Schaltung zu perfektionieren. Kann der Jahrgang 2015 dem Erbe von Tullio Campagnolo gerecht werden? Peter Stuart vom Magazin Cyclist versucht das herauszufinden.

In den golden Zeiten des Radsports, als eigentlich alle robuste Stahlräder fuhren und alle Rahmen im Grunde gleich aussahen, war die Schaltung die Seele eines Renners. Damals war Campagnolo schon fast eine Religion. Heute sieht das anders aus und Campa-Komponenten liegen irgendwo zwischen High-Performance-Produkt und optischem Highlight. Doch in diesem Jahr hat man sich darauf konzentriert, sein Flaggschiff der mechanischen Schaltgruppen neu zu entwickeln, um zu verhindern, dass diese traditionsträchtigen Komponenten zum Relikt im Schatten der elektronischen Kontrahenten werden. Erstmals seit Campagnolo 2008 die 11-fach-Schaltung eingeführt hat, unterscheidet sich diese Gruppe optisch deutlich von seinem Vorgänger. Als erstes fällt die Kurbel ins Auge, die nur noch durch vier Arme mit den Kettenblättern verbunden ist. Ein Trend, der von Shimano, Rotor und FSA ins Leben gerufen wurde. Diese Optik polarisiert, doch sie hat auch einen praktischen Nutzen: Die Kurbel kann so drei verschiedene Kettenblatt-Kombinationen aufnehmen, 53/39 (Standard), 52/36 und 50/34 (beide Compact) – zuvor wäre der Kauf einer weiteren Kurbel notwendig gewesen. Auch Schaltwerk, Umwerfer und Schalthebel wurden überarbeitet. Doch anstatt hier über Einzelheiten wie Schraubendurchmesser und Federspannung zu schreiben, reden wir doch lieber über das, was wirklich wichtig ist: das Schaltgefühl.



detail5Campagnolo wird vor allem von jenen gern genutzt, die einen knackigen Gangwechsel bevorzugen. Super Record war nie dafür bekannt, völlig geschmeidig die Kassette rauf- und runter schalten, sondern eher angenehme Stakkato-Wechsel zu vollziehen. Während viele mittlerweile eine elektronische Schaltung bevorzugen, machte ich mir Sorgen darum, dass Campagnolo sich weg von der markanten Schaltweise bewegen würde, um das geschmeidige Gefühl einer elektronischen Schaltung zu emulieren – das ist zum Glück nicht der Fall.

 

Der Bewegungsablauf des Schaltwerks wurde ein wenig verändert, sodass er sich nun eher horizontal bewegt (anstatt diagonal), auch geht der Gangwechsel nun sogar noch schneller vonstatten als bei vorherigen Modellen. Damit einher geht jedoch auch ein erhöhter Widerstand des Schalthebels, was Fahrer, die Shimano gewöhnt sind, möglicherweise irritierend finden. Ich hingegen finde den minimalen Anflug von Schwerfälligkeit rückversichernd. Man fühlt sich wirklich am Schaltvorgang beteiligt zu sein, statt nur der passive Auslöser zu sein.



Ein Nebeneffekt des neuen Schaltwerkdesigns ist, dass die Wechsel so akkurat sind, dass auch nur der kleinste Ausrichtungsfehler ein hörbare Störung zur Folge hat. Das Feintuning muss also perfekt sein, damit sich der Gangwechsel wirklich angenehm anfühlt.

detail3Im Gegensatz dazu ist der Umwerfer leichter geworden, ebenso spricht er besser an – ein fast schon elektronisches Feeling. Eine willkommene Änderung, da so die Klicks zwischen dem kleinen und großen Kettenblatt leicht vonstatten gehen, aber selbst bei hartem Wiegetritt fühlbar bleiben.

 



Da es immer auch auf die Einstellung und die persönlichen Geschmack ankommt, kann der Vergleich von Schaltgruppen eine müßige Angelegenheit sein. Für mich aber ist der Hauptunterschied zwischen der 2015er Version der Super Record und der Dura-Ace 9000 der Charakter und nicht die Funktion. Während Shimanos Gruppen-Flaggschiff die kalte Effektivität des Todessterns ausstrahlt, hat die Super Record eher den unkonventionellen Charakter des Millennium Falken. Manchmal ist sie etwas temperamentvoll, doch Campagnolo bietet einem ein echtes Gefühl von Verbundenheit mit seinem Rad. Darüber hinaus versprüht das System eine beeindruckende Steifheit die mir stets versichert hat, dass zu jedem Zeitpunkt, selbst bei hektischem Schalten unter Last, die volle Kraft übertragen wird.

detail4

Was das Gewicht angeht, sind einige der Komponenten, wie etwa der Kurbelsatz, im Vergleich mit der vorherigen Generation minimal schwerer geworden; das Gesamtgewicht ist allerdings deutlich geringer. Ohne Kabel und Tretlagerschalen zeigte unsere Waage für die Compact-Ausführung 1.686 g an.



Hoffentlich wird für Campagnolo auch zukünftig deren althergebrachte Stärke im Fokus stehen: Ästhetik und Emotion. Mit Sicherheit ist es ein Risiko, dass man sich von der traditionellen Optik der Komponenten verabschiedet hat, insbesondere, wenn man sich den Kurbelsatz anschaut. Für mich beweist die Gruppe jedoch, dass man in Vicenza entschlossen ist, echte Innovationen hervorzubringen, anstatt nur optisch ansprechende Produkte zu entwickeln und so vermeiden kann in Schönheit zu sterben.

Stichworte:BlogCampagnoloCyclistTest

Über Marcus Degen

Marcus Degen ist Chefredakteur und Geschäftsführer von Velomotion. Als Niederbayer aus Leidenschaft genießt er die Vorzüge der Region sowohl auf dem Fahrrad als auch kulturell und kulinarisch. Bereits 2003 gründete er das deutsche Radsportmagazins Procycling und war für neun Jahre dessen Chefredakteur. Während dieser Zeit gründete er auch die Magazine Fahrrad News und World of Mountainbiking. Er hat Physik und Ingenieurwesen in München studiert und war bereits als Schüler im Radsport und später als Triathlet aktiv. 2013 startete er mit dem digitalen Fahrrad-Magazin Velomotion.de.

Zefal sorgt für kühle Hydration: Kalter Genuss im Hochsommer – Zefal Isoliertrinkflaschen im Test

Kinder MTB

Ratgeber: Welches Mountainbike ist das richtige für mein Kind?: Das Testfazit zu unserem großen 24-Zoll-Kinder-Mountainbike-Test

Canyon Loamr

MTB-Schuh Canyon Loamr im Test: Robuster Begleiter für grobes Gelände und Bikepark

Starke Akku-Kompressorpumpe mit zahlreichen Funktionen: Osram TYREinflate 2000 im Test

Der neue Bosch Hub Line Antrieb im Praxistest: Bosch stellt Nabenmotor vor

Bosch Hub Line

Ale Infos zum ersten Bosch Nabenmotor: Neuer Bosch Active Line Plus und Hub Line

Preiswertes Starrbike vom MTB-Urgestein: Checker Pig Little Pig Disc im Test

Woom Off 5

Der ideale Allrounder von den Kinderbike-Experten: Wir testen das Woom Off Air 5

Shimano XT PD-M8220 und PD-MT520 Pedale

MTB Klickpedal-Sortiment erhält Frischzellenkur: Shimano XT PD-M8220 und PD-MT520 Pedale

Deore XT M8200

Alle Infos und Preise zur Shimano Schaltgruppe: Die neue Deore XT schaltet per Seilzug

Überzeugend, doch schwer aufzutreiben: Frogbikes Frog MTB 62 im Test

Giant STP 24 FS

Dropperpost und Luftfedergabel for the win!: Das Giant STP 24 FS Trailhardtail im Test

Spaßiges Trailbike mit Luftfedergabel: Radio Bike Zuma 24 SUS im Test

Endgültiges Aus für Shimano SLX: Die neue mechanische Deore-Schaltgruppe kommt!

Ähnliche Beiträge

  • Komponenten: Test 12-fach Campagnolo Super Record und Record: Perfektion hoch zwölf
  • Mahle M40 Antriebssystem im Test: Kampfansage an Bosch und Co!
  • Robuste Trail-Läufräder mit XC Gewicht: Fulcrum Metal Carbon MTB Laufräder im Test
  • Gobao P100 im Test: Angriff auf die Platzhirsche von Bosch & Co.?
  • Magura Louise Elite im Test: Preis-Leistungs-Anker für die E-MTB-Mittelklasse?
  • Velomotion Team
  • Mediafacts
  • Impressum
  • Datenschutz/ DSGVO

© 2026 · Velomotion GmbH