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Test Rose Race Attack RA-1: Einer weniger

3. März 2020 by Caspar Gebel

Darf’s auch ein bisschen niedriger sein? Falls ja, lässt sich die Sitzposition mit wenigen Handgriffen und überschaubarem finanziellem Aufwand optimieren – Vorhang auf für den Race Attack RA-1.

„Hilfe, mein Steuerrohr ist zu lang!“ Wenn dieser Ruf erschallt, kommen immer die gleichen Ratschläge: Spacer weg, flacheren Steuersatzdeckel montieren – oder das nächste Mal halt einen kleineren Rahmen wählen. Doch das passt nicht jedem, denn wenn man Pech hat, ist dessen Oberrohr zu kurz – ein Kompromiss zwischen Stack und Reach, den viele Radsportler eingehen müssen. Dann einfach einen längeren Vorbau wählen? Geht schon, wirkt sich aber aufs Fahrverhalten aus – mit einem längeren Vorbau lenkt sich das Rad ein bisschen träger.

Rose weiß Rat

Also nichts zu machen? Der Rose-Versand weiß Rat. Beim Branchen-Urgestein aus Bocholt gibt es nämlich den „Race Attack RA-1“, einen Vorbau, der den Lenker im Vergleich zu konventionellen Modellen um einen satten Zentimeter weiter unten positioniert. Die Winkelstellung des Vorbaus ist gleich; nur die Lenkerklemmung wurde nach unten versetzt.



Kaum zu sehen, doch nun steht der Lenker einen satten Zentimeter tiefer.

 

Ein Zentimeter mag jetzt nicht sonderlich spektakulär klingen, kann aber durchaus einen spürbaren Unterschied ergeben. So ist das Steuerrohr des Cannondale-Redaktionsrenners nun nicht mehr 175, sondern virtuell nur noch 165 mm lang – bei gleicher Sitzlänge, wogegen der nächstkleinere Rahmen merklich kürzer wäre. Spacer und konische Steuersatzkappe sind eh schon weg, sodass sich eine durchaus sportliche Überhöhung ergibt. Mehr kann man nur mit einem -17°-Vorbau herausholen, doch der bringt mit rund 2,5 cm weniger Lenkerhöhe schon zu viel des Guten.



Optisch gelungen

Auch optisch kann der Race Attack RA-1 punkten. Gegenüber einem konventionell geformten Vorbau mit rundem Querschnitt sieht das kantige Rose-Teil mit der fast komplett flachen Oberseite ziemlich modern aus und passt gerade zu aktuellen Rahmen mit ebenfalls kantigem Oberrohr sehr gut. Eine Besonderheit weist der (zugegeben nicht gerade filigrane) Vorbaudeckel auf: „No gap“ ist im Bereich der oberen Schrauben aufgedruckt – soll heißen, dass der Deckel hier am Vorbau anliegt, wo man sonst auf einen gleich großen Spalt unter und überm Lenker achten muss. Das vereinfacht die Montage und kommt ebenfalls der Optik zugute.

Sehr dezent gebrandet, lässt sich der RA-1 auch an einen Nicht-Rose-Renner montieren.
Die flache, kantige Form passt zu aktuellen Rahmen.
Mit 144 Gramm in 110 mm Länge ist der Vorbau gewichtsmäßig auf Augenhöhe.

Weder teuer noch schwer

Mit 144 Gramm in 110 mm Länge ist der Rose-Vorbau nicht schwerer als ein konventionell geformtes Pendant, mit 32,95 Euro auch nicht teurer als typische Alu-Vorbauten. Das Steuerrohr virtuell um einen Zentimeter zu kürzen, bringt also keine Nachteile mit sich. Gerade in kompakter Bremsgriffhaltung macht sich der gewonnene (oder verlorene) Zentimeter jedoch durch etwas mehr Lockerheit bemerkbar – die Arme müssen minimal weniger gebeugt werden, die Schultern können entspannt bleiben. Die kleine Investition hat sich definitiv gelohnt.



Der Vorbaudeckel wird so montiert, dass der Spalt oben geschlossen ist.
Fast komplett flach ist die Oberseite.

 

 



 

Fazit: Rose Race Attack RA-1

Pro

  • Kann die Sitzposition optimieren
  • Preiswert und recht leicht
  • Schöne Optik
  • Gute Lenkerklemmung

Contra

Nichts

Fakten

Produktjahr2020
Preis33 Euro
Web www.rosebikes.de
Analog zu den Schuhen, die unsichtbar größer machen, positioniert dieser Vorbau unsichtbar den Lenker tiefer. Nicht viel, aber doch so, dass sich eine merkliche Verbesserung ergibt, wenn man bei der Rahmengröße Kompromisse eingehen musste.

Über Caspar Gebel

Caspar Gebel sitzt seit 40 Jahren auf dem Rennrad. Der Fachjournalist und Sachbuchautor arbeitet für Velomotion und auch für die Zeitschriften Procycling und Fahrrad News.

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