Velomotion logo Velomotion small logo
Search icon
  • Produktnews
  • Radsport
  • Tests
    • Kompletträder
    • Komponenten
    • Zubehör
  • Ratgeber
    • Kaufberatung
    • Leasing
    • Recht
    • Werkstatt
    • Radreise

E-Bikes Tour und AlltagKompletträderTests

Kalkhoff Image 3 Excite: Bosch-Power trifft Riemenantrieb

26. Januar 2026 by Michael Faiß

Kalkhoff Image 3 Excite

Test / City-E-Bike: Zu Beginn der neuen Saison stellen sich viele Radfahrer die Frage, ob es immer das sportliche E-MTB sein muss, um im Alltag glücklich zu werden. Das Kalkhoff Image 3 Excite tritt an, um genau diese Lücke zu füllen: Ein Rad, das sich voll und ganz dem urbanen Dschungel und dem täglichen Pendeln verschrieben hat. Ob das Konzept der deutschen Traditionsmarke aufgeht und wie sich der Tiefeinsteiger in der Praxis schlägt, haben wir ausgiebig getestet.

In der Redaktion diskutieren wir oft über die Entwicklung der E-Bike-Branche. Ein Blick auf die Verkaufszahlen und die Kommentare unserer Leser zeigt deutlich: Nicht jeder sucht ein vollgefedertes Sportgerät, um am Wochenende alpines Gelände zu bezwingen. Ein Großteil der Nutzer sieht das Fahrrad als primäres Verkehrsmittel für den Weg zur Arbeit, um die Kinder in den Kindergarten zu bringen oder den Wocheneinkauf zu erledigen. Genau hier setzt Kalkhoff mit der Image-Serie an. Das Image 3 Excite versteht sich als klassisches Urban- und City-Bike, das nicht vorgibt, ein SUV zu sein, sondern seine Stärken in der Zweckmäßigkeit und im Komfort ausspielt.

Kalkhoff Image 3 Excite



Es ist eine Rückbesinnung auf das Wesentliche, ohne dabei auf moderne Technik zu verzichten. Kalkhoff, als eine der bekanntesten deutschen Fahrradmarken, verfügt über ein breites Portfolio, das von sportiven Modellen bis hin zu robusten Alltagsrädern reicht. Das hier getestete Image 3 Excite („Excite“ markiert dabei eine der höheren Ausstattungsvarianten) positioniert sich selbstbewusst als Premium-Lösung für den täglichen Einsatz. Bevor wir uns den Fahreindrücken widmen, lohnt sich ein detaillierter Blick auf die technische Basis, die dieses Rad so interessant für Pendler macht.

Solide Basis: Rahmenkonzept und Größenvielfalt

Beim Rahmen setzt Kalkhoff auf Bewährtes und bietet das Image 3 in zwei Varianten an: als klassischen Diamantrahmen mit hohem Oberrohr und als Wave-Rahmen, früher oft als „Damenrahmen“ bezeichnet, heute aber aufgrund des komfortablen Tiefeinstiegs geschlechtsübergreifend beliebt. Unser Testrad kam als Wave-Variante daher, was im städtischen Stop-and-Go-Verkehr durch das einfache Auf- und Absteigen einen echten Mehrwert bietet.



Hinsichtlich der Größenabdeckung zeigt sich der Hersteller flexibel. Zwar gibt es die Rahmenformen jeweils nur in einer begrenzten Anzahl von Größen (beim Wave-Rahmen beispielsweise S bis L), doch die Geometrie ist so ausgelegt, dass durch den großen Auszugsbereich der Sattelstütze und das verstellbare Cockpit ein weites Spektrum an Körpergrößen abgedeckt werden kann. Die kleine Größe bedient Fahrerinnen und Fahrer ab etwa 1,60 Meter, während die größeren Rahmen auch Menschen bis 1,90 Meter problemlos Platz bieten. Ein solches „One-Bike-Fits-Many“-Konzept ist besonders praktisch, wenn sich mehrere Personen in einem Haushalt ein E-Bike teilen möchten.

Optisch wirkt das Rad wie aus einem Guss. Die Integration der Komponenten ist Kalkhoff hervorragend gelungen. Das beginnt beim Akku, der formschön im Unterrohr verschwindet, und endet bei der stimmigen Farbgebung. Ein Detail, das im Alltag für Freude sorgt: Das Schloss für den integrierten Akku ist gleichschließend mit dem verbauten Rahmenschloss. Wer schon einmal mit einem riesigen Schlüsselbund vor seinem Rad stand und den passenden Schlüssel suchte, wird dieses „One-Key“-System zu schätzen wissen. Es sind diese Kleinigkeiten, die zeigen, dass hier Ingenieure am Werk waren, die selbst Rad fahren.



Herzstück Bosch: Motor und Energiespeicher

Angetrieben wird das Kalkhoff Image 3 Excite vom neuen Bosch Performance Line Motor. Mit einem Drehmoment von 75 Newtonmetern markiert dieser Antrieb zwar nicht die absolute Spitze im Bosch-Portfolio, doch für den urbanen Einsatzzweck ist diese Wahl goldrichtig.

Man darf nicht vergessen: Wir bewegen uns hier nicht auf steilen Singletrails, sondern im fließenden Straßenverkehr. Die 75 Nm bieten mehr als genug Reserven, um an der Ampel zügig zu beschleunigen oder auch steilere Anstiege in der Stadt mühelos zu bewältigen. Im direkten Vergleich zu den aggressiveren E-MTB-Motoren glänzt der Performance Line zudem durch eine harmonischere Kraftentfaltung und eine deutlich angenehmere Geräuschkulisse. Er ist präsent, wenn man ihn braucht, drängt sich aber nicht in den Vordergrund – auch akustisch.



Gespeist wird das System von einem Bosch PowerTube Akku mit 600 Wh. Auch hier gilt: Viel hilft nicht immer viel. Ein größerer Akku würde das Rad unnötig schwerer machen und den Schwerpunkt ungünstig beeinflussen. Die hier verbaute Kapazität reicht für realistische Reichweiten im Stadtbetrieb vollkommen aus, selbst wenn man die Unterstützung dauerhaft auf einer höheren Stufe belässt. Gesteuert wird das Ganze über ein gut ablesbares Bosch Farbdisplay – in der Excite-Ausstattung das Kiox 300 – und die LED Remote. Die Bedienbarkeit ist Bosch-typisch intuitiv; die haptische Rückmeldung der Tasten erlaubt eine Bedienung, ohne den Blick von der Straße nehmen zu müssen.

Wartungsarmut als oberstes Gebot

Ein Highlight des Image 3 Excite ist der Antriebsstrang. Statt einer klassischen Kette, die regelmäßig gereinigt und geölt werden muss, verbaut Kalkhoff einen Riemenantrieb von Gates. Der Carbon-Riemen ist nicht nur flüsterleise, sondern auch extrem langlebig und sauber. Wer mit dem Rad zur Arbeit fährt, muss keine Angst mehr vor ölverschmierten Hosenbeinen haben – ein Hosenklammer-Trauma gehört der Vergangenheit an.



Kombiniert wird der Riemen mit einer Shimano Nexus 5-Gang-Nabenschaltung. Auf den ersten Blick mag „fünf Gänge“ nach wenig klingen, besonders wenn man Kettenschaltungen mit 12 Gängen gewohnt ist. Doch dieser Eindruck täuscht. Die Nexus 5 wurde speziell für E-Bikes entwickelt. Sie verträgt die hohen Drehmomente des Mittelmotors problemlos und bietet eine Übersetzungsbandbreite, die in Kombination mit der Motorunterstützung absolut ausreicht. Der große Vorteil der Nabenschaltung im Stadtverkehr: Man kann im Stand schalten. Wer an einer roten Ampel unverhofft im höchsten Gang zum Stehen kommt, dreht einfach am Griff und fährt im ersten Gang federleicht wieder an. Das ist Komfort, den keine Kettenschaltung bieten kann.



Die Bremsanlage stammt an unserem Testmodell von Tektro. Die hydraulischen Scheibenbremsen packen mit ausreichend großen Scheiben kraftvoll zu und bringen das rund 30 Kilogramm schwere Gefährt jederzeit sicher zum Stehen. Interessant für die norddeutsche Leserschaft: Das Rad ist auch mit Rücktrittbremse erhältlich. Während dies im Süden Deutschlands kaum eine Rolle spielt, ist es für viele Umsteiger vom klassischen Hollandrad ein entscheidendes Sicherheitsfeature.

Praktischer Nutzen und Transportmöglichkeiten

Ein Urban-Bike muss Lasten bewegen können. Der hintere Gepäckträger ist massiv ausgeführt und für eine Zuladung von bis zu 27 Kilogramm freigegeben, was auch die Montage eines Kindersitzes erlaubt. Durch das MIK-System lassen sich Körbe und Taschen mit einem Klick befestigen und wieder lösen.
Doch Kalkhoff geht noch einen Schritt weiter. Am Steuerrohr befinden sich Montagepunkte für einen optionalen Frontgepäckträger. Dieser kostet rund 100 Euro, wiegt selbst nur gut ein Kilogramm und darf mit bis zu 10 Kilogramm beladen werden. Im Test erwies sich dieses Feature als besonders praktisch: Die Laptoptasche oder der Rucksack sind im Blickfeld, was an der Ampel vor unbemerktem Zugriff schützt, und das Fahrverhalten wird durch die rahmenfeste Montage (im Gegensatz zu lenkermontierten Körben) kaum beeinflusst.



Das Thema Gewicht und Zuladung

Mit einem Eigengewicht von rund 30 Kilogramm ist das Image 3 Excite kein Leichtgewicht. Wer sein Rad täglich in den dritten Stock tragen muss, wird hier keine Freude haben. Doch das Gewicht relativiert sich im Fahrbetrieb durch die Motorunterstützung meist völlig. Viel wichtiger ist das zulässige Gesamtgewicht. Kalkhoff gibt dieses bei den meisten Modellen der Image-Reihe mit sehr großzügigen Werten an – unser Testmodell war für ein Systemgewicht von bis zu 150 Kilogramm (teilweise je nach genauer Spezifikation bis 170 kg bei den XXL/Advance Modellen) ausgelegt. Das bedeutet eine Zuladung von gut 120 Kilogramm für Fahrer und Gepäck. Selbst große und schwere Fahrer können hier bedenkenlos aufsteigen, ohne dass der Rahmen anfängt zu flattern oder die Speichen ächzen.

Komfort: Wie auf Wolken durch die City

Kommen wir zu einem der wichtigsten Punkte: dem Fahrkomfort. Ein Stadtrad muss Schlaglöcher, Bordsteinkanten und Kopfsteinpflaster wegbügeln können. Kalkhoff erreicht dies durch ein Zusammenspiel mehrerer Komponenten.



An der Front arbeitet eine SR Suntour Federgabel, die grobe Stöße zuverlässig absorbiert. Noch wichtiger für das subjektive Wohlbefinden ist jedoch das Heck. Hier verbaut Kalkhoff eine gefederte Sattelstütze, die in Kombination mit dem breiten Selle Royal Sattel den Rücken des Fahrers effektiv schont. Die Sitzposition ist aufrecht und entspannt, der Blick ist weit voraus gerichtet – ideal für die Übersicht im Verkehr.

Ergänzt wird das Komfort-Paket durch ergonomische Griffe von Ergon (hier in der kurzen Variante für den Drehgriffschalter) und einen verstellbaren Vorbau, mit dem sich die Lenkerhöhe und -neigung individuell anpassen lassen.



Ein oft unterschätzter Komfortfaktor sind die Reifen. Auf dem Image 3 Excite sind Schwalbe Green Marathon Reifen montiert. Diese bieten nicht nur einen hervorragenden Pannenschutz und guten Grip bei Nässe, sondern punkten auch beim Thema Nachhaltigkeit. Laut Schwalbe wird dieser Reifen zu einem großen Teil aus recycelten Materialien hergestellt. Das große Volumen der Reifen erlaubt es zudem, mit etwas weniger Luftdruck zu fahren, was die Dämpfungseigenschaften weiter verbessert.



Das Kalkhoff Image 3 Excite in der Praxis

Genug der Theorie – wie fährt es sich? Sobald man auf dem Image 3 Platz nimmt, stellt sich ein Gefühl der Entschleunigung ein. Das Rad wirkt ungemein solide und sicher. Der Rahmen ist steif genug, um auch bei Beladung nicht schwammig zu wirken, bietet aber genügend Flex für den Komfort.

Der Bosch-Motor schiebt harmonisch an. Im „Auto“-Modus des Smart Systems muss man sich eigentlich um nichts mehr kümmern: Das System erkennt anhand des Pedaldrucks und der Geschwindigkeit, ob man gerade Rückenwind hat oder eine Steigung hinauffährt, und passt die Unterstützung automatisch an. Das Zusammenspiel mit der Nabenschaltung und dem Riemen ist fantastisch. Kein Rasseln, kein Krachen beim Gangwechsel. Man gleitet förmlich dahin.



Besonders positiv fiel im Test die Bremsanlage auf. Auch bei Nässe und mit Gepäck ließ sich das Rad präzise verzögern. Die Federgabel taucht beim Bremsen zwar etwas ein, aber nicht so stark, dass das Fahrgefühl unsicher wird. Die Federung der Sattelstütze spricht sensibel an und filtert feine Vibrationen des Asphalts fast vollständig heraus.

Kritikpunkte muss man mit der Lupe suchen. Für sportlich ambitionierte Fahrer mag die 5-Gang-Nabe in sehr hügeligem Gelände zu grob abgestuft sein und eine zu kleine Bandbreite besitzen, doch dafür ist das Rad schlicht nicht konzipiert. Auch das hohe Gewicht ist beim Rangieren in engen Fahrradkellern spürbar, aber ein Tribut an die stabile Bauweise und die hohe Zuladung.



Das Kalkhoff Image 3 Excite ist kein Rad, das mit Superlativen um sich wirft oder versucht, jeden Trend mitzumachen. Und genau das ist seine Stärke. Es ist ein ehrliches, durchdachtes und hochwertiges Fortbewegungsmittel für den modernen Alltag. Die Kombination aus dem kräftigen, aber kultivierten Bosch-Antrieb, dem wartungsarmen Riemenantrieb und der komfortablen Ausstattung macht es zu einem Sorglos-Paket für Pendler.

Fazit: Kalkhoff Image 3 Excite

Pro

  • Hoher Komfort
  • Durchdachtes Gesamtkonzept
  • Hochwertige Verarbeitung

Contra

  • Hohes Gewicht

Fakten

RahmenmaterialAluminium
AntriebstypBosch Performance
Gewichtca. 30 kg
Preis3.899 Euro
Web www.kalkhoff-bikes.com
Wer ein E-Bike sucht, um damit Trails zu jagen, ist hier falsch. Wer aber einen zuverlässigen, komfortablen und wartungsarmen Partner für den täglichen Weg zur Arbeit oder die entspannte Tour am Wochenende sucht, für den ist das Kalkhoff Image 3 Excite eine klare Kaufempfehlung. Es bringt Ruhe in den hektischen Alltag – und das ist vielleicht der größte Luxus, den ein Fahrrad heute bieten kann. Mit einem Preis von 3.899 Euro ist es kein Schnäppchen, aber angesichts der verbauten Komponenten und der hohen Verarbeitungsqualität ist der Preis absolut fair und gerechtfertigt. Hinzu kommt der Vorteil des Fachhandels: Service, Wartung und Ansprechpartner vor Ort sind Argumente, die bei einem täglich genutzten Fahrzeug schwer wiegen.
Stichworte:#VMalltagfeaturedKalkhoff

Über Michael Faiß

Michael Faiß hat in München Englisch und Geschichte studiert. Nach einem einjährigen Aufenthalt in England arbeitete er als Übersetzer unter anderem für das Magazin Procycling und das Degen Mediahouse. Außerdem ist er seit der Kindheit passionierter Radfahrer und –schrauber und fühlt sich vor allem abseits der asphaltierten Wege zuhause.

WTB Wavelength

WTB Wavelength im Test: Der unaufgeregte Alleskönner für den Trail

Schwalbe Gravel-Reifen 2026: Offroad-Fahrspaß zum günstigen Preis

Forbidden Bike Company präsentiert zwei neue Titan-Hardtails

Limitierte Auflage für den harten Einsatz: Forbidden Bike Company präsentiert zwei neue Titan-Hardtails

Moustache Xroad

Moustache Xroad im Test: Vielseitiger Begleiter für Alltag und Tour

Acid Hybrid Perform

Acid Hybrid Perform im Test: Die Komfort-Zentrale fürs Cockpit

Bulls Grinder 3: Gravel-Allrounder zum attraktiven Preis

Schwalbe Pro One Allroad: Neuer Rennreifen für schlechten Belag

Maximale Flexibilität mit bewussten Prioritäten: Test: Mobiler Akku-Reiniger STIHL RCA 20

Velofollies 2026: Fahrrad-verrückt im Herzen Belgiens

Neues Motor-Setup, überarbeitetes Design und mehr Trail-Performance: Haibike spendiert Hybe umfangreiches Update

Ergon GD1 Evo

Ergon GD1 Evo im Test: Grip-Wunder aus Deutschland?

KTM Gravelator 25: Günstig graveln mit neuer Technik

WTB Trace

WTB Trace im Test: Weicher Allrounder mit Komfort-Fokus

Das smarte Fahrradschloss: Gewinne ein I Lock It Pro Schloss mit Alarm und GPS-Anbindung

Ähnliche Beiträge

  • Moustache Xroad im Test: Vielseitiger Begleiter für Alltag und Tour
  • Raleigh ONE im Test: Style-Statement der Traditionsmarke
  • Zemo ZE FS P12 im Test: Das komfortabelste E-Bike mit Pinion MGU?
  • Wunsch-E-Bike in Lieblingsfarbe: Test Velo De Ville SEB 990 Range
  • Moustache J im Test: Anders … aber auch besser?
  • Velomotion Team
  • Mediafacts
  • Impressum
  • Datenschutz/ DSGVO

© 2026 · Velomotion GmbH