Produktnews: Der Trend zum 3D-gedruckten Sattel scheint unaufhaltsam. Mit dem neuen Pro Stealth 3D präsentiert stellen nun auch die Belgier eine Variante ihres Performance-Sattels vor, der statt auf herkömmlichen Schaum auf eine komplexe Wabenstruktur aus EPU-Material setzt. Das Versprechen: Eine präzise Abstimmung der Dichte für unterschiedliche Sitzpositionen und ein spürbares Plus an Komfort.
Hexagonale Zellen statt EVA-Schaum
Dass der Sattel eine der kritischsten Kontaktstellen zwischen Fahrer und Maschine ist, ist kein Geheimnis. Wer schon einmal ein Bikefitting absolviert hat, kennt die Bedeutung der Druckverteilung. Genau hier setzt PRO mit dem neuen Stealth 3D an. Die Basis bildet die bekannte und bewährte Form der Stealth-Serie, die vor allem für eine aerodynamische, nach vorn geneigte Fahrweise konzipiert wurde. Doch unter der Haube – oder besser gesagt an der Oberfläche – hat sich einiges getan.
Statt auf klassischen EV- oder PU-Schaum, setzt PRO auf ein 3D-gedrucktes Polster aus EPU (expandiertes Polyurethan). Das markante Merkmal ist die offene, hexagonale Zellstruktur. Diese Bauweise dient nicht nur einer futuristischen Optik, die Technik-Fans begeistern dürfte, sondern erfüllt einen funktionalen Zweck: Sie erlaubt eine Feinabstimmung der Materialdichte, die laut Projektleiter Anton Peeters mit herkömmlichen Fertigungsmethoden so nicht möglich wäre.
Drei Zonen für jede Fahrsituation
Basierend auf einer Vielzahl von Druckmessdaten aus Bikefittings und Feedback von Testfahrern hat PRO die Polsterung in drei spezifische Zonen unterteilt. Das Ziel dabei ist es, den Spagat zwischen aggressiver Rennposition und entspannter Haltung zu meistern, ohne dass Druckstellen entstehen.
Die Zonen im Detail:
- Die Front (Hohe Dichte): An der Sattelnase ist das Material fester und die Wabenstruktur dichter. Das soll den Sitzknochen maximale Unterstützung bieten, wenn der Fahrer tief im Unterlenker hängt und ordentlich Druck auf das Pedal bringt.
- Die Mitte (Mittlere Dichte): Rutscht man in eine aufrechtere Position, etwa am Berg, verteilt dieser Bereich das Gewicht über eine größere Fläche. Die etwas weichere Struktur soll hier Hotspots durch punktuelle Belastung verhindern.
- Das Heck (Niedrige Dichte): Der hintere Teil des Sattels ist am weichsten ausgeführt. Da dieser Bereich beim Pedalieren kaum berührt wird, dient die offene Struktur hier primär der Gewichtsersparnis und rundet die dynamische Ästhetik ab.
Zusätzlich zur reinen Unterstützung sollen die einzelnen Zellen Vibrationen individuell absorbieren. Gerade auf schlecht gewarteten Asphaltstraßen oder bei Ausflügen auf Kopfsteinpflaster dürfte dies die Ermüdung des Fahrers reduzieren.
Komfort hat sein Gewicht
Ein interessantes Detail in der Kommunikation von PRO ist die Ehrlichkeit bezüglich des Gewichts. In einer Zeit, in der oft um jedes Gramm gefeilscht wird, positioniert sich der Stealth 3D nicht als Leichtbau-Wunder, sondern als Komfort-Lösung. Die Erkenntnis aus Gesprächen mit Fahrern war, dass viele bereit sind, für mehr Sitzkomfort ein etwas höheres Systemgewicht in Kauf zu nehmen.
Ein Blick auf die technischen Daten bestätigt dies: Das Modell startet ab 224 Gramm in der „Team“-Version mit Carbonstreben. Die „Performance“-Variante mit Edelstahlstreben bringt sogar rund 260 Gramm auf die Waage. Für reine Bergziegen mag das abschreckend wirken, für den Allround-Einsatz oder lange Tage im Sattel ist es jedoch ein vertretbarer Kompromiss, wenn die versprochene Vibrationsdämpfung in der Praxis greift.
Ausstattung, Preise und Verfügbarkeit
Der PRO Stealth 3D kommt in zwei Qualitätsstufen auf den Markt. Beide Varianten teilen sich die carbonverstärkte Sattelschale, das Triple-Bridge-Design mit anatomischer Aussparung und natürlich die 3D-gedruckte EPU-Polsterung. Der Unterschied liegt im Gestell:
Die Modelle im Überblick:
- PRO Stealth 3D Team: Mit leichten Carbonstreben. Gewicht ab 224 g. UVP: 319,95 Euro.
- PRO Stealth 3D Performance: Mit INOX-Edelstahlstreben. Gewicht ab 260 g. UVP: 279,95 Euro.
Beide Versionen sind in den Breiten 142 mm und 152 mm erhältlich, um verschiedenen Anatomien gerecht zu werden. Die strukturierte Oberfläche des 3D-Drucks soll zudem dafür sorgen, dass man auch bei intensiven Sprints stabil im Sattel bleibt und nicht verrutscht. Kompatibel ist der Neue zudem mit sämtlichen PRO-Sattelzubehörteilen.
Wer seinem Gesäß das technologische Upgrade gönnen möchte, muss sich noch kurz gedulden: Der Sattel ist ab Anfang Februar im Handel verfügbar.




