Test / Griffe für Mountainbiker: Der WTB Trace kommt optisch eher unspektakulär daher, hat es aber faustdick hinter den Ohren – zumindest, wenn man auf der Suche nach einer extra Portion Dämpfung ist. Mit üppiger Breite und einem speziellen Lamellen-Design will er Komfort suchende Trail-Piloten glücklich machen. Ob die Rechnung auf dem Trail aufgeht und wo die Schattenseiten der weichen Mischung liegen, klärt unser Test.
Abmessungen und Form: WTB Trace
Durchmesser: 32 mm
Länge: 140 mm
Gewicht: 124 g
Erhältliche Farben: Schwarz, Erdtöne
Nimmt man den WTB Trace zum ersten Mal in die Hand, wirkt er zunächst wie ein solider Standard-Griff. Mit einem gemessenen Durchmesser von durchschnittlich 32 Millimetern liegt er im goldenen Mittelmaß und dürfte den meisten Handgrößen passen. Auffällig ist jedoch die Baubreite: Mit satten 140 Millimetern bietet der Trace auch Bikern mit großen Händen oder jenen, die ihre Handposition gerne variieren, genügend Platz.
Technisch setzt WTB auf einen klassischen Single-Lock-On-Ring aus schwarz eloxiertem Aluminium auf der Innenseite, der sauber verarbeitet wirkt. Das Griffende ist leider nicht zusätzlich verstärkt; hier kommt lediglich das überzogene Griffgummi zum Einsatz, was bei Feindkontakt mit Bäumen oder Felsen wenig Schutz bietet. Das Profil selbst ist zweigeteilt: Auf der einen Seite finden sich klassische Blöcke, auf der anderen ein Diamantmuster mit Querrillen.
Auf dem Trail: Unsere Testeindrücke
Montiert am Lenker fällt sofort die extrem weiche Gummimischung auf. WTB scheint hier den Fokus kompromisslos auf Komfort gelegt zu haben. Die feinen, weichen Lamellen auf der Oberseite erzeugen fast schon einen „Memory Foam“-Effekt. Das Gummi passt sich der Handform hervorragend an und filtert kleine Schläge sowie hochfrequente Vibrationen exzellent heraus. Wer gerne ohne Handschuhe fährt, wird die hautschmeichelnde Oberfläche lieben.
Allerdings hat diese Medaille auch eine Kehrseite. Das Feedback vom Untergrund wirkt durch die sehr softe Mischung etwas schwammig. Wer präzise Rückmeldung vom Vorderrad sucht, könnte den Trace als zu indirekt empfinden – ein Gefühl, das manche Tester negativ formulierten. Es ist ein schmaler Grat zwischen Dämpfung und Präzision, und WTB wählt hier ganz klar mehr Komfort.
Ein weiterer Wermutstropfen zeigte sich leider in puncto Haltbarkeit. Überraschenderweise waren an unserem Testmuster bereits nach ein bis zwei Ausfahrten erste Abnutzungsspuren sichtbar. Das ist für einen Griff in dieser Kategorie ungewöhnlich früh und lässt vermuten, dass die weiche Mischung zwar die Hände schont, sich selbst aber recht schnell opfert.



