Test Pegasus Ravenna EVO 7F Belt: Die Kölner Marke bietet zum Jubiläumspreis ein ausgewogenes Tourenbike, das mit gut abgestimmter Unterstützung und praktischen Ausstattungsdetails gefällt. Wer sich zur alten Kernzielgruppe der E-Bike-Branche zugehörig fühlt, findet an diesem Modell ein ausgewogenes Maß an Technik für hohen Fahrkomfort.
Wie sehr sich in der E-Bike-Branche der Fokus verschoben hat, lässt sich gut an aktuellen Entwicklungen und Diskussionen ablesen: Eines der am stärksten wachsenden Marktsegmente sind Lastenräder für junge Familien, während der Trend zu immer drehmomentstärkeren Motoren Anlass zur Sorge vor einer strengeren gesetzlichen Reglementierung gibt.
Aus den Augen verloren wird dabei gerne mal der ursprüngliche Zweck der Elektroräder: das Radfahren mit sanftem Schub etwas weniger anstrengend zu machen und damit für mehr Fahrspaß und Komfort zu sorgen. Doch entsprechende Modelle gibt es natürlich noch – und ein gutes Beispiel dafür ist das Pegasus Ravenna EVO 7F Belt.

Pegasus Ravenna EVO 7F Belt: Komfort statt Übermotorisierung
Die Kölner Marke, die natürlich inzwischen auch ein attraktives Familien-Bike anbietet, betont mit dem Ravenna klassische Tourenrad-Tugenden und spricht eine entsprechende Klientel an: Dies ist ein E-Bike für jene, denen es in erster Linie um Sitzkomfort und praktische Funktion geht und die kultivierte Antriebseigenschaften maximalem Schub vorziehen. Dabei wird bei der oben angesprochenen Drehmomentschlacht oft vergessen, dass bereits der Bosch Performance Line mit seinen 75 Newtonmetern im Gegenwind und am Berg sehr kraftvolle Unterstützung liefert. Immerhin leistet der Motor in der Spitze 600 Watt und fordert dem Fahrer dabei mit 3,4-facher Unterstützung nicht allzu viel Eigenleistung ab.
Das kultivierte Ansprechverhalten beim Losfahren ist außerdem ein definitives Plus für alle, die sich nicht als „Sportfahrer“ verstehen, sondern auf Beherrschbarkeit und Sicherheit Wert legen. Das Pedal zu belasten führt nicht zu ruckartigem Krafteinsatz, sodass sich das Pegasus Ravenna sehr gut bei langsamem Tempo manövrieren lässt. Das ist auch deswegen relevant, da wegen der aufrechten Sitzhaltung nicht allzu viel Druck auf dem Vorderrad lastet – zu starker Schub könnte dazu führen, dass dieses den Bodenkontakt verliert.
Riemenantrieb und ziemlich großer Akku
Klar auf den Einsatz in eher flachem Terrain hat Pegasus die Schaltung abgestimmt. Die Shimano Nexus 7 ist in erster Linie eine günstige Lösung, die sich mit ihren eng abgestuften Gängen aber komfortabel bedienen lässt. Nicht gespart hat der Kölner Radhersteller bei der Kraftübertragung, den ein praktisch wartungsfreier Zahnriemen übernimmt. In dieser Preisklasse ist das keineswegs üblich; überhaupt ist die Summe von 2.999 Euro ein weiterer sehr interessanter Aspekt des Pegasus Ravenna. Dies ist quasi ein Geburtstagsgeschenk anlässlich des 60. Gründungsjahres der Markeneignerin ZEG – Zweirad-Einkaufs-Genossenschaft eG, wobei das Rad kein zeitlich begrenztes Sonderangebot darstellt.
Mit diesem Wissen machen weitere Merkmale des Ravenna gleich nochmal so viel Spaß: Der Bosch-Akku ist mit 540 Wattstunden mehr als nur ausreichend groß; mit Mantelschoner, Rahmenschloss und Spanngummi am Gepäckträger sind praktische Ausstattungsdetails dabei, die einem Alltagsrad gut zu Gesicht stehen. Dazu gibt es eine dezent in den Heckträger integrierte Rückleuchte sowie einen Scheinwerfer, der mit 70 Lux wirklich sehr hell ist. Dazu gibt es das Ravenna mit Diamantrahmen sowie als Tiefeinsteiger, und nur eine einzige Sache könnte die Zielgruppe dieses E-Bikes vermissen: eine Rücktrittbremse, wie sie von Pegasus nur noch bei wenigen Modellen angeboten wird. Sich an die starken Scheibenbremsen zu gewöhnen, sollte aber ein kleiner Preis für die vielen Qualitäten sein, die das Pegasus Ravenna EVO 7F Belt zu bieten hat.








