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Pirelli PAAS: Neuer Reifen mit optimierter Aerodynamik

23. März 2026 by Caspar Gebel

Pirelli PAAS: Mit einem neuen Reifenquerschnitt will Pirelli die Aerodynamik des Gesamtsystems Reifen-Felge verbessern – unabhängig von der Breite letzteren Bauteils.

Technologie aus dem Automobilbereich soll beim italienischen Reifenspezialisten nun auch Rennradfahrer schneller machen. „Pirelli Advanced Aerodynamic System“ nennt sich der neue Ansatz, der eine oft übersehenen Erkenntnis folgt: Die beste Aero-Felge bringt wenig, wenn eine ungünstige Reifenform zum vorzeitigen Strömungsabriss führt.

Pirelli PAAS
Pirelli PAAS: aus dem Automobilsport abgeleitete Technologie.


Spezielle Kontur für optimale Umströmung

Das Schwierige dabei ist, dass unterschiedlich breite Felgen mit unterschiedlichen Maulweiten Einfluss auf den Reifenquerschnitt haben – je nachdem, wie diese Maße ausfallen, wölbt er sich mehr oder weniger stark über die Felgenflanke hinaus. Beim PAAS-Prototyp hat Pirelli nun die breiteste Stelle des Reifenquerschnitts an einer genau festgelegten Stelle positioniert. Die Art und Weise, wie sich der Luftstrom verhält, soll damit unabhängig vom Übergang des Reifens zur Felge werden. Das könnte auch bedeuten, dass man zum Erreichen einer optimalen Aerodynamik nicht mehr darauf angewiesen ist, die jeweiligen Breiten von Reifen und Felge genau aufeinander anzustimmen. Pirelli gibt nämlich an, dass die Vorteile des neuen Reifens „an einer Vielzahl von Felgenprofilen messbar“ sind. Der Hersteller spricht von einer Reduzierung des aerodynamischen Widerstandes von bis zu 20 %, verglichen mit der Kombination aus dem jeweiligen Laufrad und dem bekannten Pirelli P Zero Race TLR RS.

Pirelli PAAS
Die breiteste Stelle des Reifens ist bei PAAS nicht mehr von der Felgenbreite abhängig.

Ein weiterer Vorteil von PAAS soll darin bestehen, dass sich die fortschreitende Abnutzung der Lauffläche nicht auf die aerodynamische Performance auswirkt. Normalerweise ist die Abflachung des Reifens durch Abrieb bezüglich des Luftwiderstandes ziemlich ungünstig. Mit den Erkenntnissen anderer Hersteller deckt sich die Aussage, dass der Spalt zwischen Reifen und Felge keinen nachteiligen Einfluss hat. Von Laufradherstellern früher unternommene Versuche, diesen Spalt durch ringförmige Inlays abzudecken, werden also nachträglich für sinnlos erklärt.



Wie sich die neue Technologie auf der Straße verhält, bleibt abzuwarten. Mindestens im Profisport, wo Rennen immer öfter mit Durchschnittsgeschwindigkeiten um 45 km/h gefahren werden, könnte PAAS einen kleinen, aber entscheidenden Vorteil bedeuten.

www.pirelli.com

Pirelli PAAS
Die auf der Cyclingworld Düsseldorf gezeigten Prototypen werden dem Vernehmen nach bereits im Profisport eingesetzt.


Stichworte:#VMroadAerodynamikfeaturedpirelliReifenRennrad

Über Caspar Gebel

Caspar Gebel sitzt seit 40 Jahren auf dem Rennrad. Der Fachjournalist und Sachbuchautor arbeitet für Velomotion und auch für die Zeitschriften Procycling und Fahrrad News.

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