Test Pegasus Premio EVO SUV 10: Eher „E-SUV light“ ist das erste Offroad-Trekkingbike der Kölner Marke. Damit bleibt es ebenso dem Markenkern treu, wie es die bewährte Baureihe Premio um Funktionalität und Fahrkomfort erweitert.
Das Thema E-SUV steht nach wie vor hoch im Kurs. Die Trekkingbikes mit Anleihen beim MTB erscheinen einerseits vielseitiger als ein reines Straßenrad, andererseits sprechen sie mit Komfort-Elementen wie der typischen absenkbaren Sattelstütze an. Und natürlich sind sie für viele Nutzer aufgrund der sportlichen Motorisierung mit Bosch CX attraktiv. Doch gerade stark vom E-MTB her entwickelte SUV-Bikes treffen nicht unbedingt den „Use case“ von Alltagsfahrern, die nur etwas mehr Breite beim Einsatzbereich wollen. Und genau das ist, was das neue Pegasus Premio EVO SUV 10 zu bieten hat.
Die Kölner Marke hat zwar seit langem stark motorisierte E-Bikes mit Kettenschaltung im Programm und inzwischen sogar ein vollgefedertes Modell, das Kürzel „SUV“ fehlte jedoch bisher in ihrer Produktpalette. Klar, ein allzu sportliches Bike passt nicht zum eher Familien-orientierten Markenkern. Doch ein bisschen SUV geht bestimmt, und damit hat das neue Rad so manch anderem Pegasus definitiv etwas voraus.

Das sportliche SUV-Bike setzt auf die neueste Generation der Alu-Rahmen von Pegasus, der sich an E-MTB-Hardtails orientiert, wie es sie etwa von der Schwestermarke Bulls gibt. Auffällig ist die Verbindungsstrebe zwischen Sitz- und Oberrohr, die ein etwas kompakteres Rahmendreieck ermöglicht. Der hohen Stabilität des Alu-Verbundes ist es zu verdanken, dass Pegasus sein E-SUV auch als komfortablen Tiefeinsteiger konstruieren kann, ohne dass Kompromisse bei der Rahmensteifigkeit gemacht werden müssen.
Pegasus Premio EVO SUV 10: die Highlights
- E-SUV mit starkem Bosch Performance PX, Bis zu 90 Nm per Software-Update
- Serienmäßiger 600-Wh-Akku, 800 Wh 200 Euro Aufpreis
- Vom MTB her entwickelter Aluminiumrahmen, auch mit tiefem Durchstieg verfügbar.
- Luftfedergabel mit 120 mm Weg plus Parallelogramm-Federstütze
- Heller 70-Lux-Strahler plus Bremslicht-Automatik
- Preis 3.799 Euro
Ein typisches Merkmal der aktuellen Pegasus-Rahmen sind die ab dem Vorbau innen geführten Leitungen. Irgendwann ist es vielleicht soweit, dass auch die vordere Bremsleitung durch das Gabelschaftrohr geführt wird, wie es manch anderer Anbieter macht – in jedem Fall wirkt das Bike aufgeräumt und modern. Ein gelungenes Detail ist die Platzierung der Ladebuchse unter der Batterieabdeckung, inklusive kleiner Klappe in derselben. Steckachsen gibt es hier zwar noch nicht, am Tourenbike sind sie aber auch nicht unbedingt nötig.
Mit einem Preis von 3.799 Euro ist das Pegasus kein extremes Schnäppchen, aber im Vergleich zu diversen Markengeschwistern und ähnlichen Modellen anderer Anbieter keineswegs teuer, schaut man sich seine Komplettierung an. Los geht das schon mit einem Detail, das man an vielen E-Bikes der Marke lange vermisst hat: einer gut funktionierenden Federsattelstütze. Hier in Parallelogramm-Version verbaut, entschärft sie das recht harte Heck des Alu-Rahmens, was auch gerade deshalb sinnvoll ist, weil Pegasus am SUV eine mit 120 mm eher lange Luftfedergabel verbaut. Die Front lässt sich damit so komfortabel abstimmen, dass sich ein ungefedertes Hinterteil fast verbietet.
Pegasus Premio EVO SUV 10: Viel Komfort und souveräner Vortrieb
Die Parallelogrammstütze – ihr prinzipbedingter Vorteil ist, dass sie nicht (wie eine Teleskopstütze) verkanten kann und sich beim Einfedern außerdem nicht die Sitzhöhe ändert – steht natürlich dem Einbau einer Dropper Post im Wege. Das zeigt, dass Pegasus das Thema E-SUV eher streift, als in die Vollen zu gehen. Andererseits rollt das Premio SUV auf den recht stark profilierten Schwalbe Smart Sam, der als Mountainbike-Pneu mit gewisser Asphalt-Tauglichkeit gilt. Hier könnte man sich einen robusten Gravel-Reifen wie den Schwalbe G-One Overland wünschen, den es allerdings in maximal 50 mm Breite gibt und nicht wie den Smart Sam in 57 mm.
Wie erwähnt ist der Bosch CX der Antrieb der Wahl beim E-SUV, und auch an dieser Stelle weicht Pegasus vom Gewohnten ab. Statt seiner gibt es den neuen Bosch PX, der sich von den Leistungsdaten gar nicht so sehr vom MTB-Motor unterscheidet und mit bis zu 90 Nm ebenfalls ein sehr hohes Drehmoment aufweist. Allerdings ist der PX etwas leiser, dazu harmonischer abgestimmt, was man durchaus zu spüren meint. Für ein Rad, das in erster Linie auf den Alltags- und Toureneinsatz bestimmt ist, dürfte der neue Antrieb besser geeignet sein. Es bleibt abzuwarten, ob die Hersteller die Chance nutzen, deutlicher zwischen Sport und Allround zu unterscheiden, wobei das E-SUV natürlich irgendwo zwischen diesen beiden Polen steht. Die Kölner lassen die Wahl zwischen 600- und 800-Wattstunden-Akku, wobei letzterer 200 Euro Aufpreis kostet, aber auch nicht unbedingt gebraucht wird.
Insgesamt sehr gut ausgestattet
Natürlich ist das Premio EVO SUV 10 mit Kettenschaltung ausgestattet, wobei der 11-48er Zehnfach-Kranz schnelle Gangwechsel mit großem Übersetzungsumfang vereint. Die Lichtanlage punktet mit 70-Lux-Frontleuchte und Bremslicht-Funktion; bei den angenehmen Griffen am leicht nach hinten orientierten Lenker vertraut Pegasus auf Markenware von Ergon. Und so vermisst man am Pegasus Premio EVO SUV 10 am Ende nichts (von etwas glatteren Reifen einmal abgesehen) und nimmt den recht günstigen Preis daher gerne an – für das erste Bike der Marke mit dem Beinamen SUV ist es wirklich gut gelungen.







