Produktnews: Darauf haben viele Mountainbiker gewartet! Nachdem Shimano im vergangenen Jahr die elektronische Di2-Variante der Deore-Schaltgruppe vorgestellt hat, legen die Japaner nun mit der mechanischen Gruppe nach. Ein Mix aus neuen und alten Features begleitet das Update, das auch neue Deore-Bremsen umfasst. Außerdem zeichnen sich Shimanos Pläne mit der SLX-Reihe ab.
Das Wichtigste in der Übersicht:
- Die klassische Schaltwerkskupplung wird durch den kontroversen Kettenstabilisator der Di2-Gruppen ersetzt
- Neue Deore-Kassetten in zwei Wertigkeitsstufen ersetzen die SLX-Gruppe
- Hyperglide+ und Linkglide-Optionen erhältlich
- Keine extra Ritzel oder Zähne
- Niedriegviskosität-Mineralöl und neue Hebelergonomie auch für Deore-Bremsen
Klein frisst groß: Die neue Shimano Deore M7200 und M6200 Gruppe
Die Shimano Deore-Gruppe, also Bremsen und Schaltung, darf, wie früher auch die SLX-Reihe, zu den Brot-und-Butter-Komponenten des japanischen Herstellers gezählt werden. Seit sechs Jahren verrichtet die mechanische Shimano Deore an Einsteiger- und Mittelklassebikes zuverlässig ihren Dienst und hat sich einen Ruf als No-Nonsense-Gruppe erarbeitet. Im vorherigen Jahr dann erschien mit der elektronischen Deore Di2 eine Funkschaltgruppe, die etwas mehr Glamour an die damit ausgestatteten Fahrräder brachte. Und während die Deore XT das volle Upgrade inklusive neuer Bremsen erhielt, wirkte die Deore Di2 etwas verloren – bis jetzt!
Denn Shimano erhält nicht nur den guten, alten Bowdenzug für die Deore-Schaltungen, sondern legt auch mit einer überarbeiteten Scheibenbremse nach, die sich die Features und Formsprache der XT und XTR zu eigen macht. Zwei- und Vierkolben-Varianten stehen hier zur Auswahl; in den Kanälen der Deore-Bremsen fließt dabei auch das neue Mineralöl mit niedriger Viskosität für verbesserte Konsistenz. Eine SLX-Bremse ist unter den Neuheiten aber nicht dabei.

Wo steckt die SLX-Gruppe überhaupt? Die Modellnummer „M7200“, welche man für eine neue SLX erwarten würde, findet man zwar tatsächlich unter den neuen Shimano Komponenten, allerdings werden diese als Deore bezeichnet. Damit lebt SLX nur im Geiste weiter; die CS-M7200-Zwölffach-Kassette mit Hyperglide+, 10-51t Gangspreizung und einem einzelnen schwarzen Ritzel aus Alu trägt das SLX-Design weiter. Passend dazu gibt es auch ein RD-M7200-Schaltwerk, welches sich durch die Nutzung der von der Di2 bekannten Shadow ES Kettenstabilisierung auszeichnet. Das M6200-Schaltwerk nutzt dagegen die klassische Kupplung.
Außerdem tritt die Schaltungstechnologie Linkglide, das verschleißarme Pendant zu Hyperglide+, stärker in den Vordergrund. Mit der M-7230er-Reihe gibt es nun erstmals ein Linkglide-System, das für eine Elffach-Kassette mit kleinem 10er-Ritzel gedacht ist. Auch hier findet der Shadow ES Kettenstabilisator mit Doppelfeder Einsatz.

Das ist die neue Shimano Deore-Schaltgruppe im Detail
Schaltwerk
Durch den Wegfall des SLX-Kürzels darf man bei den Deore-Schaltwerken nun zwischen zwei Modellen unterschiedlicher „Wertigkeit“ unterscheiden: Das RD-M6200 markiert ab sofort den günstigen Einstieg in die Shiman- Zwölffach-Welt von Hyperglide+ und erinnert stark an die Schaltwerke aus der 6100er-Serie. Kein Wunder. Hier kommt noch die klassische Schaltwerkskupplung zum Einsatz!
Das RD-M7200-Deore-Schaltwerk verfügt ebenfalls über einen langen Käfig, um die großen 10-51t-Zwölffach-Kassetten bespielen zu können, erhält aber einen gänzlich neuen Look, der an die Formsprache der Di2-Schaltwerke erinnert. Der Grund: Das RD-M7200 setzt auf die Shadow ES-Technologie, bei der das Schaltwerk noch besser unter der Kettenstrebe – und damit außerhalb der Reichweite von Felsen und Ästen – versteckt wird. Ermöglicht wird das auch durch einen Kettenstabilisator, der anstelle einer Kupplung zwei Federn verwendet.
Diesen Mechanismus kennt man bereits von den aktuellen Di2-Schaltwerken; dort war der Kettenstabilisator leider eher dafür bekannt, lautes Kettenklappern zu verursachen. Wir sind gespannt, ob sich hier etwas getan hat.
Kassette
Auch hier bietet Shimano zwei Wertigkeitsstufen an, die sich zuvor zwischen SLX und Deore aufgeteilt haben. An dem sehr gut funktionierenden Hyperglide+-System hat Shimano bei der neuen Seilzugschaltung nichts verändert. Die Zwölffach-Kassetten bieten weiterhin 510% Bandbreite (10-51t), werden auf MicroSpline-Freiläufen montiert und nutzen ein ausgeklügeltes System an Schaltrampen, um die Kette sauber von Ritzel zu Ritzel zu hieven. Die „SLX“-Kassette (CS-M7200) besitzt weiterhin ein großes Alu-Ritzel, um das Gewicht zu senken – die CS-M6200 verzichtet darauf und besteht komplett aus Stahl. Das Finish wurde bei beiden Kassetten gegenüber ihren Vorgängern leicht angepasst.
Schalthebel
Der dazugehörige Zwölffach-Schalthebel ist in einer Multishift- sowie einer Singleshift-Variante für E-MTBs mit hohem Drehmoment erhältlich. Der Schalthebel ist, wie auch die neuen Schaltwerke, mit dem alten Zwölffach-System von Shimano kompatibel. Wie man es vom japanischen Hersteller gewohnt ist, gibt es den Schalthebel neben einer Variante mit Schellenmontage auch mit I-Spec-EV – damit kann der Hebel clean an der Bremse befestigt werden und räumt das Cockpit auf.
Kurbelgarnitur
Die neue Deore-Kurbelgarnitur verpackt bekannte Technologien in einem neuen Look. Das Kettenblatt ist mit 30 und 32 Zähnen erhältlich und setzt auf das Dynamic-Chain-Engagement-Zähneprofil, um die Kette sicher auf dem Kettenblatt zu halten. Bei der Kurbelarmlänge hat man die Wahl zwischen drei klassischen Größen von 165 bis 175 mm, kürzere Kurbelarme werden im Moment nicht angeboten. Zusammen mit der 55-mm-Kettenlinie kommt die FC-M6200 Kurbel auf einen Q-Faktor von 176 mm. Die 24-mm-Stahlachse bleibt ebenso erhalten wie der Shimano Direct Mount Kettenblatt-Montagestandard.
Update für die Deore-Bremse
Shimano bietet die Deore-Bremse mit Zwei- und mit Vierkolben-Bremssätteln an, wobei der Hebel für beide Varianten identisch ist. Während der Bremssattel sich in seiner Formsprache an die Shimano Cues Flatmount-Sättel für das Vorderrad angenähert hat, ändert sich beim Bremshebel nur wenig. Der ganze Masterzylinder inklusive Leitungsabgang steht nun ziemlich parallel zum Lenker und soll damit modernen Kabelführungen Rechnung tragen. Die Servo Wave-Hebelübersetzung bleibt der Deore-Bremse ebenso erhalten wie der I-Spec-EV-Standard zur Schalthebel-Montage. Neu ist dagegen das Mineralöl, das mit niedriger Viskosität für ein konsistenteres Hebelgefühl in einem breiten Temperaturbereich aufwartet.
Linkglide-Schaltgruppe mit mehr Bandbreite
Neben der Hyperglide+-Zwölffach-Schaltung erhält auch die Linkglide-Gruppe ein Update: Die neue Deore-Linkglide bietet elf Gänge und eine neue Abstufung, denn das neue RD-M7230-Schaltwerk ist für Elffach-Kassetten mit 10-50t Bandbreite designt. Die Kompatibilität mit alten Elffach-Linkglide-Schaltungen bleibt erhalten, der Linkglide-Schalthebel kann bis zu zwei Gänge herunterschalten.
Infos und Bilder: Pressemitteilung Paul Lange













