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Pegasus Premio Evo 12 Lite Cross: Viele Gänge für jeden Zweck

23. September 2019 by Caspar Gebel

Test: Mit Zwölfgang-Schaltung und starkem Bosch-Motor vereint das neue Modell von Pegasus Sportlichkeit und Alltagsnutzen. Und mit optionalem 635-Wh-Akku wird das Rad sogar reisetauglich.

Vor nicht allzu langer Zeit stellte SRAM eine Achtfach-Kettenschaltung speziell für E-MTBs vor; aktuell werden viele Touren-Pedelecs mit Shimanos Fünfgang-Nabenschaltung ausgestattet. Also: weniger Gänge gleich mehr Komfort und Fahrspaß?

Es mag Einsatzbereiche geben, bei denen man auf eine feine Abstufung verzichten kann. Wo mit maximaler Motorunterstützung gefahren wird, rückt eine optimale Tretfrequenz in den Hintergrund, sei es auf dem Trail oder im Stadtverkehr. Eine ökonomische, kraftsparende Fahrweise, die auf hohe Reichweite ausgelegt ist, kommt dagegen nicht ohne kleine Gangsprünge aus. Optimal sind zwei Zähne bei den Schnellgängen und drei bis vier bei den Berggängen, doch soll dazu ein großer Übersetzungsumfang kommen, müssen möglichst viele Ritzel her. Und „möglichst viel“ heißt aktuell zwölf – so viele Zahnräder bringen die Hersteller auf ihren Freilaufkörpern unter.



Zwölf Gänge bietet die neue Sram SX Eagle Schaltung am Pegasus Premio Evo 12 Lite Cross.

Mit dem Pegasus Premio Evo 12 Lite Cross ist diese Entwicklung auch am E-Bike angekommen – und das zum genau richtigen Zeitpunkt. Denn die aktuellen Bosch-Motoren der vierten Modellgeneration sind mit einem umgestalteten Getriebe ausgestattet, das am großen Kettenblatt vorne erkennbar ist und oberhalb von 25 km/h nahezu vollständig widerstandsfrei läuft. Somit ist es nun möglich, auch ohne Motorunterstützung zügig voranzukommen. Und da es bei solchen Geschwindigkeiten auf die richtige Tretfrequenz ankommt, sind mehr Gänge hier klar von Vorteil.

Hinter dem normal-großen Kettenblatt versteckt sich der neue Bosch CX Motor.
Dank seines integrierten Freilaufs lässt er sich auch über 25km/h gut treten.


Die Zwölffach-Kassette mit 11 bis 50 Zähnen ist freilich nicht das Einzige, was am Premio Evo 12 Lite Cross ein wenig nach Mountainbike aussieht. Wer das Rad aus der Nähe betrachtet, bleibt an den kräftig profilierten Reifen hängen – Schwalbe Smart Sam, konzipiert als Allrounder mit bissigen Schulterstollen und kompaktem, auf Asphalt leicht rollendem Mittelsteg. Zusammen mit den Steckschutzblechen, die für eine Offroad-Tour auch mal abgenommen werden können, und den Lenkerhörnchen erklärt dieses Merkmal den Beinamen „Cross“, und auch die Sitzhaltung fällt aufgrund des niedrigeren Vorbaus sportlicher aus als beim Trekking-Schwestermodell. Zur sportlichen Anmutung des Evo 12 Lite Cross gehört im übrigen noch, dass es nur in zwei statt drei Rahmenformen erhältlich ist – eine Tiefeinsteiger-Variante hat sich der Hersteller gespart.

Die Smart Sam Reifen von Schwalbe bieten den vielleicht derzeit besten Kompromiss aus Grip und Rollwiderstand im Trekking-Segment.

Damit wendet sich das Evo Lite Cross vorzugsweise an Radfahrer, die ihr Bike auch für flotte Touren durch Wald und Feld sowie über Schotterstraßen nutzen wollen, ohne dafür gleich ein „richtiges“ Crossbike oder ein E-MTB mit den bekannten Nachteilen bei der Alltagsnutzung zu bemühen. Denn für letztere ist das Premio Evo selbstverständlich auch zuständig – neben den erwähnten Schutzblechen sind eine Lichtanlage mit superhellem 100-Lux-Strahler, ein Systemgepäckträger sowie der obligatorische Seitenständer montiert.



Womit wir wieder beim Thema „Trekking“ wären: Als diese Allround-Fahrräder vor rund 30 Jahren den Markt (und die Straßen) eroberten, war Reise- und Tourentauglichkeit ein wichtiges Merkmal, und das Premio Evo setzt diese Tradition fort. Dazu gehört auch die Option, den starken „Bosch Performance CX“-Motor mit einem 625-Wh-Akku zu speisen. 400 bzw. 500 Wattstunden sind zwar für viele Einsatzzwecke mehr als ausreichend; wer jedoch lange Tagesetappen anpeilt und schweres Terrain nicht scheut, sollte zum großen „Tank“ greifen.

75 Newtonmeter Drehmoment und maximal 340 % Unterstützungsleistung – mit diesen Werten begeistert der CX-Motor sportliche Radfahrer. Jene, die es geruhsamer angehen wollen, müssen sich freilich nicht bange machen lassen – wer anfangs eine niedrige Unterstützungsstufe wählt, freut sich am sanften Schub des Mittelmotors, der jederzeit beherrschbar ist – nicht zuletzt, weil sich das Rad mit den Shimano-Stoppern sicher einbremsen lässt. Die Gangwechsel laufen exakt, aber deutlich hörbar ab – typisch für den Schaltungshersteller SRAM und wiederum den sportlichen Charakter des Pegasus-Crossers angemessen. Ansonsten ist dieser jedoch ein typisches, ausgereiftes E-Bike mit neutralem Handling und angenehmen Fahreigenschaften – ob man es eher durch den Alltag bewegt oder auf Reisen, bleibt dem Nutzer überlassen. Als typisches Trekkingrad kann das Pegasus Premio Evo 12 Lite Cross auf jedem Terrain überzeugen.



Web

www.pegasus-bikes.de

Stichworte:Bosch CXBullsE-BikeHerculesKettlerPegasusTrekkingTrekkingbikevmfeatured

Über Caspar Gebel

Caspar Gebel sitzt seit 40 Jahren auf dem Rennrad. Der Fachjournalist und Sachbuchautor arbeitet für Velomotion und auch für die Zeitschriften Procycling und Fahrrad News.

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