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RadsportStraßenradsport

Saisonrückblick 2019: Die 10 Radsport Highlights auf der Straße (#3–1)

30. Oktober 2019 by Michael Behringer

Radsport Highlights 2019

Radsport: Die Top 3 Plätze unserer Highlights der Radsportsaison 2019 gehen an Emanuel Buchmann, Annemiek van Vleuten und Mathieu van der Poel.

3) Emanuel Buchmann klettert mit den Besten

Seit Jahren sehnen sich die deutschen Radsportfans nach einem starken Bergfahrer aus dem eigenen Land. Denn trotz der Alpen waren die Profis des BDR meist in der Ebene stark. Ging es bergan, konnten die Deutschen meist nicht mehr mit den Besten mithalten. Doch spätestens seit dieser Saison wissen wir, dass sich dieser Zustand geändert hat. Emanuel Buchmann setzte schon im Februar mit seinem Sieg beim Eintagesrennen Trofeo Andratx – Lloseta ein erstes Ausrufezeichen. Weitere sollten folgen durch Top-Platzierungen bei der UAE Tour, bei der Baskenland-Rundfahrt und der Tour de Romandie. Als Dritter beim Critérium du Dauphiné nährte er so kurz vor dem Start der Tour de France die Hoffnungen der deutschen Radsportfans – und er wusste diese nicht zu enttäuschen. Im Gegenteil: Emanuel Buchmann kletterte auch bei der Grand Boucle mit den Besten. Als Vierter der Gesamtwertung fuhr er das beste Resultat seit Jahren ein. Gleichzeitig beeindruckte er mit seiner ruhigen Fahrweise auch die Fans aus dem Ausland. Doch am Mikrophon blieb er stets bescheiden – eine Eigenschaft, die bei Zuschauern weltweit positive Anerkennung findet.

https://www.youtube.com/watch?v=eqEBFN8urzw



2) Annemiek van Vleuten rast mit einem 100 km Solo zu Gold

Ebenfalls enorm selten geworden sind im Radsport Soli über eine lange Distanz. Viel zu kontrolliert finden die Rennen mittlerweile statt. Umso beeindruckender war die Leistung von Annemiek van Vleuten, welche sie am 28. September 2019 auf die Straße brachte. Über 100 Kilometer vor dem Ziel setzte die Niederländerin beim WM-Straßenrennen der Damen zur Attacke an. Nur wenige Tage zuvor verlor sie ihren WM-Titel im Zeitfahren. Mit einer gehörigen Portion Wut und viel Selbstvertrauen schickte sie ihre niederländischen Teamkolleginnen nach vorn und ließ das Tempo anziehen. Als das Peloton komplett zerfiel, ließ sie die übrig gebliebenen Damen einfach stehen. „Viel zu früh“ werden die Konkurrentinnen in diesem Moment gedacht haben und ließen Annemiek van Vleuten erst einmal ziehen. Zu sehen bekamen sie die Dame dann jedoch erst wieder im Ziel. Trotz einer 100 Kilometer langen – mehr oder weniger kontrollierten – Nachführarbeit konnte die Ausnahmeathletin nicht mehr eingefangen werden.

1) Die unglaubliche Aufholjagd von Mathieu van der Poel

Das Amstel Gold Race dürfte in diesem Jahr jede Abstimmung gewinnen, bei der es um das beste Rennen der Saison geht. Denn am 21. April 2019 spielte sich beim niederländischen Klassiker unglaubliches ab. Mathieu van der Poel ging als große Hoffnung der Niederländer an den Start. Der Landesmeister befand sich in bestechender Form und wurde von nahezu allen Experten als Topfavorit gehandelt. Doch dann der Schock für die niederländischen Fans: Mathieu van der Poel attackierte bereits am Gulperberg 44 Kilometer vor dem Ziel. Nach seiner Einholung schien das Rennen für ihn gelaufen. Die Konkurrenz konterte und Mathieu van der Poel wurde distanziert.



Doch anstatt zu resignieren, kämpfte der Niederländische Meister mit einem Rückstand von über zwei Minuten weiter – und das sollte sich auszahlen. Denn während ganz vorne Jakob Fuglsang und Julien Alaphilippe zu pokern begannen, kam der Van-Der-Poel-Express immer näher. An seinem Hinterrad versammelte sich die Crème de la Crème, doch wirklich helfen wollte oder konnte dem Niederländer niemand mehr. Selbst auf der Zielgeraden musste Mathieu van der Poel die Arbeit selbst verrichten. Auf den letzten Metern gelang es ihm nicht nur die Lücke zu schließen, sondern alle Konkurrenten stehen zu lassen. Eine solche Leistung – da waren sich alle Experten weltweit einig – bekommt man nur selten zu sehen. Die britischen Kommentatoren ließen sich sogar zur Aussage „I have never ever seen anything like this in my life“ hinreißen.

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Über Michael Behringer

Radsport mit all seinen Taktiken, Etappenanalysen, Platzierungen und Prognosen sind die große Leidenschaft von Michael Behringer. Im Jahr 1996 hat er seine erste Tour de France verfolgt. Seitdem beobachtet er nahezu jedes Rennen. Seine Passion Radsport begleitet ihn also seit über zwei Jahrzehnten. Ein Ende ist nicht in Sicht.

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