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Radsport

Radsport: Paris – Roubaix: Die Sache mit dem Bahnübergang

13. April 2015 by Michael Faiß

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Radsport: Leider war es neben dem Sieg von John Degenkolb gestern bei Paris – Roubaix einer der Aufreger und eines der Themen der diesjährigen Hölle des Nordens: 87km vor dem Ziel schlossen sich plötzlich an einem Bahnübergang die Schranken. Zahlreiche Fahrer schlüpften darunter hindurch und passierten den Übergang, kurz bevor ein TGV vorbeirollte. Nun will die französische Bahngesellschaft Anzeige gegen diese Fahrer erstatten, doch auch UCI und weitere Offizielle äußerten sich heute zu dem Vorfall.

Es hätte schlimm enden können, als sich eine Hand voll Fahrer ca. 10 Sekunden vor eine TGV unter den Schranken hindurch über einen Bahnübergang mogelten. Die Bilder wurden live in alle Welt ausgestrahlt und das ist auch einer der Hauptgründe, weshalb die französische Eisenbahngesellschaft SNCF nun Anzeige gegen diese Fahrer erstatten möchte: „Millionen Fernsehzuschauer konnten live diesen extrem schweren und unverantwortlichen Verstoß feststellen, der tragisch hätte enden können,“ ließ die SNCF heute in einer Mitteilung verlauten.



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Auch die UCI äußerte sich zu dem Vorfall und möchte diesbezüglich Untersuchungen anstellen – für viele überraschend werden diese Untersuchungen aber wohl eher die Organisatoren betreffen und nicht die beteiligten Fahrer, denn wie die UCI mitteilt, sollte „es jedermanns Aufgabe sein, sicherzustellen dass unser wunderschöner Sport nicht durch vermeidbare Zwischenfälle in Mitleidenschaft gezogen wird.“ Viele Experten und auch Radsportfans zeigten sich gestern erstaunt, dass von Seiten der Rennorganisatoren nicht gegen die Fahrer ermittelt wurde, schließlich ist das überqueren einer geschlossenen Schranke laut UCI Statuten strengstens verboten und muss zwangsläufig eine Disqualifikation nach sich ziehen. Guy Dobbelaere, Vorsitzender der Disziplinarkommission sagte dazu: „Für die Führenden war eine sichere Bremsung nicht mehr möglich. Das Peloton war zehn Meter entfernt, als sich die Schranke schloss.“ Außerdem wäre eine gerechte Bestrafung nicht möglich gewesen, da man nicht alle Fahrer zweifelsfrei identifizieren konnte.

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Auch von Fahrerseite gab es Kritik an der Aktion – doch auch hier richtete sich der Ärger vor allem gegen die Organisatoren. Der Französische Meister Arnaud Demare, einer derjenigen, die unter der sich schließenden Schranke hindurchfuhren, sagte heute beispielsweise: „Es ist das schönste Rennen der Welt und plötzlich fährt ein Zug über die Strecke. Diese Sache muss man sich nochmals genauer ansehen, es war sehr gefährlich. Wir sind alle heil hindurchgekommen, aber es war knapp.“

Man fragt sich jedoch, weshalb einige der Fahrer ihr Leben so leichtfertig aufs Spiel setzten, schließlich wird das Rennen im Normalfall anschließend neutralisiert, bis die abgeschnittene Gruppe wieder zum Feld aufgeschlossen hat, so auch gestern. Es ist wohl der hitzigen Atmosphäre in der Hölle des Nordens zuzuschreiben, doch zukünftig sollten hier Veranstalter und Fahrer verantwortlicher handeln – es muss nicht immer so glimpflich enden wie gestern.

https://www.youtube.com/watch?v=nA-84SIFnSo



Stichworte:NewsParis-RoubaixTicker

Über Michael Faiß

Michael Faiß hat in München Englisch und Geschichte studiert. Nach einem einjährigen Aufenthalt in England arbeitete er als Übersetzer unter anderem für das Magazin Procycling und das Degen Mediahouse. Außerdem ist er seit der Kindheit passionierter Radfahrer und –schrauber und fühlt sich vor allem abseits der asphaltierten Wege zuhause.

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