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Produktnews

Orbea Rallon RS 2027: Ist das noch ein E-Bike?

27. Januar 2026 by Michael Faiß

Produktnews: Es war nur eine Frage der Zeit, bis Orbea sein erfolgreiches „Rider Synergy“-Konzept (RS) auf die potenteren Federwegsklassen ausweitet. Mit dem neuen Rallon RS stellen die Spanier nun ein Bike vor, das die Grenzen zwischen klassischem Enduro und Light-E-MTB nicht nur verwischen, sondern gänzlich neu ziehen möchte. Herzstück ist dabei nicht nur der kompakte TQ HPR40-Motor, sondern eine tiefgreifende Systemintegration, bei der Variostütze, Motor und Fahrwerk in Echtzeit kommunizieren. Wir haben die Details zur Neuvorstellung für das Modelljahr 2027.

Die Philosophie: Mehr als nur ein Motor im Rahmen

Wer bei der Bezeichnung „Rallon RS“ lediglich an ein bekanntes Chassis mit angeflanschtem Hilfsmotor denkt, springt zu kurz. Orbea verfolgt mit diesem Modell einen Ansatz, der weniger auf brachiale Power und mehr auf das natürliche Fahrgefühl abzielt – eine Strategie, die wir bereits vom beliebten Rise kennen. Doch beim Rallon RS geht der Hersteller aus Mallabia noch einen Schritt weiter: Das Ziel war die Schaffung eines ganzheitlichen Systems.



Das Bike positioniert sich laut Orbea nicht primär als E-Bike, sondern selbstbewusst als Trailbike der nächsten Generation. Das ist insofern interessant, als dass das Rallon-Chassis mit seiner langhubigen Auslegung (180 mm Federweg an der Front) traditionell eher im harten Enduro-Einsatz zuhause ist. Die Spanier versuchen hier den Spagat: Die Bergab-Performance eines Longtravel-Boliden soll mit einer subtilen, aber effizienten Unterstützung bergauf kombiniert werden, ohne dass das spielerische Handling unter einem massiven Systemgewicht leidet.

Antrieb und Energie: Leise Töne mit TQ

Für den Vortrieb sorgt der bekannte HPR40-Motor von TQ. Mit einem maximalen Drehmoment von 40 Nm und einer Spitzenleistung von bis zu 200 Watt reißt dieses Aggregat keine Bäume aus – und genau das ist gewollt. Die Charakteristik des HPR40 gilt als besonders natürlich, leise und unauffällig. Orbea zielt damit auf Piloten ab, die das Gefühl eines mechanischen Bikes schätzen, aber an langen Anstiegen die Spitzenbelastung kappen möchten.



Gespeist wird das System aus einem fest integrierten 290-Wh-Akku. Das klingt auf dem Papier zunächst nach wenig Kapazität, soll aber laut Herstellerangaben durch das effiziente RS-Tuning für 1.200 bis 1.800 Höhenmeter reichen – stark abhängig natürlich von Fahrergewicht und gewählter Unterstützung. Für ausgedehnte Tagestouren lässt sich optional ein Range Extender mit weiteren 160 Wh montieren, was die Reichweite rechnerisch um gut 55 Prozent erhöht. Ein interessantes Detail für die Ästheten: Orbea setzt auf eine zentrale Energieversorgung. Komponenten wie das Schaltwerk oder die elektronische Sattelstütze hängen direkt am Hauptakku, was Ladevorgänge vereinfacht und für eine cleane Optik sorgt.

Smarte Vernetzung: Wenn die Stütze mit dem Dämpfer spricht

Der wohl spannendste technische Aspekt des Rallon RS ist die Zusammenarbeit zwischen Orbea, TQ und dem Fahrwerksspezialisten Fox. Hier wurde eine Systemintegration realisiert, die in dieser Form ein Novum in der Branche darstellt. Über das RS-HMI-Control-System und ein eigenes Kommunikationsprotokoll tauschen die Komponenten Daten in Echtzeit aus.

Datenbasiertes Fahrwerks-Setup

Das Fox eNEO Live Valve Fahrwerk agiert nicht isoliert, sondern greift auf die Sensorik des Motors zurück. Daten zu Trittfrequenz, Watt-Input des Fahrers, Motorleistung und aktueller Geschwindigkeit fließen direkt in die Algorithmen des Dämpfers ein. Das Ziel: Das Fahrwerk soll schneller und vorhersehbarer auf die jeweilige Fahrsituation reagieren, als es mit herkömmlichen Beschleunigungssensoren allein möglich wäre.



Die MC10-RS Variostütze als Sensor

Ein echtes Highlight ist die neue MC10-RS Variostütze. Sie verfügt über einen optoelektronischen Time-of-Flight-Sensor, der mehrmals pro Sekunde die exakte Position des Sattels ermittelt. Diese Information hat direkten Einfluss auf das Fahrwerk: Sobald der Sattel abgesenkt wird, öffnet das System die Druckstufe des Dämpfers vollständig, um maximale Performance für die Abfahrt bereitzustellen. Umgekehrt passt der TQ-Motor seine Unterstützung an, wenn er erkennt, dass das Bike bergab zeigt und der Sattel tief ist, um in technischem Geläuf kein unerwünschtes Schieben zu provozieren.

Geometrie und Rahmen: Anpassungsfähig und Abfahrtslastig

Basis des Rallon RS ist ein Carbonrahmen, bei dem Orbea sein bislang fortschrittlichstes Layup einsetzt. Durch die Reduzierung von Überlappungen und präzisen Materialeinsatz soll Gewicht gespart werden, ohne die für den Enduro-Einsatz nötige Steifigkeit zu opfern. Die Geometrie orientiert sich klar am unmotorisierten Bruder, wurde jedoch im Detail verfeinert.



Ein „Flip-Chip“ an der Dämpferaufnahme erlaubt die Anpassung der Geometrie in zwei Positionen (Low/High). Dies beeinflusst die Tretlagerhöhe um 8 mm und den Lenkwinkel um 0,5 Grad. Zusätzlich bietet Orbea die Möglichkeit, den Lenkwinkel über verstellbare Lagerschalen im Steuersatz um ±0,75 Grad zu variieren. Wer gerne mit den Laufradgrößen experimentiert, wird sich über die Mullet-Option freuen: Dank einer speziellen Umlenkung kann das Rallon RS sowohl als reines 29er als auch mit kleinem Hinterrad gefahren werden, ohne dass sich die Geometrie negativ verändert.

Erfreulich ist zudem die Beibehaltung des „Steep-’n‘-Deep“-Prinzips. Die Sitzrohre sind so konstruiert, dass sie extrem lange Variostützen aufnehmen können. Selbst bei Rahmengröße S sind bis zu 210 mm Hub möglich, in L und XL verschwinden sogar 240-mm-Stützen vollständig im Rahmen.



Modellvarianten und Preise: Kein günstiges Vergnügen

Orbea bietet das Rallon RS im Modelljahr 2027 in verschiedenen Ausstattungsvarianten an, die sich preislich allesamt im absoluten Premium-Segment bewegen. Den Einstieg – wenn man ihn so nennen mag – bildet das Rallon RS-Team für knapp 11.000 Euro, während das Topmodell RS-LTD die 15.000-Euro-Marke kratzt.

Die Modelle im Überblick:



  • Rallon RS-LTD / Rallon M RS-LTD (Mullet): Fox 38 Float Factory Gabel, Fox Float X2 Live Valve Neo Dämpfer, Shimano XTR Antrieb und Bremsen, Oquo Mountain Control MC32LTD Carbon-Laufräder. Preis: 14.999 Euro.
  • Rallon RS-Team / Rallon M RS-Team (Mullet): Fox 38 Float Factory Gabel (aber ohne Live Valve), Fox Float X2 Factory Dämpfer (mit Live Valve Neo), Shimano XT/XTR Mix und Oquo MC32TEAM Laufräder. Preis: 10.999 Euro.

Die Preisgestaltung ist zweifellos selbstbewusst, spiegelt aber auch den hohen technischen Aufwand wider, der in der Vernetzung der Komponenten und der Entwicklung des Carbonrahmens steckt. Beide Varianten setzen auf High-End-Fahrwerke und Carbon-Laufräder aus dem eigenen Haus (Oquo).

Ausblick

Mit dem Rallon RS wagt Orbea einen spannenden Vorstoß. Statt dem Trend zu immer größeren Akkus und stärkeren Motoren zu folgen, setzen die Basken auf Integration und Fahrqualität. Die Vernetzung von Dropper-Post, Motor und Fahrwerk klingt in der Theorie nach einem logischen nächsten Schritt, um das E-MTB intuitiver zu machen. Ob die Technik in der Praxis so nahtlos funktioniert wie versprochen und ob der kleine 290-Wh-Akku im alpinen Einsatz tatsächlich genügt, werden die ersten Tests auf den Trails zeigen müssen. Fest steht: Technologisch ist das Rallon RS eines der interessantesten Projekte der kommenden Saison.

Stichworte:#VMmtbE-MTBLight E-MTBOrbea

Über Michael Faiß

Michael Faiß hat in München Englisch und Geschichte studiert. Nach einem einjährigen Aufenthalt in England arbeitete er als Übersetzer unter anderem für das Magazin Procycling und das Degen Mediahouse. Außerdem ist er seit der Kindheit passionierter Radfahrer und –schrauber und fühlt sich vor allem abseits der asphaltierten Wege zuhause.

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