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Ghost Asket CF LTD: Vielseitiges Gravelbike vom MTB-Spezialisten

7. Mai 2026 by Caspar Gebel

Test Ghost Asket CF LTD: Das teuerste Bio-Bike der MTB-Marke lockt mit hochwertiger Ausstattung und überzeugt mit seiner Performance. Auf den ersten Blick eher auf Trail und Tour zugeschnitten, spricht es auch jene an, die einfach nur offroad Tempo machen wollen. 

Wie sehr das E-Bike die Fahrradwelt verändert hat, zeigt sich an einer Marke wie Ghost. Beim klassischen MTB-Hersteller kostet das teuerste Bio-Hardtail mittlerweile 1.500 Euro; beim Trail-Fully geht die Preis-Range immerhin noch bis 4.500 Euro. Alles, was darüber hinausgeht, ist elektrisch, und hier bietet Ghost Modelle bis in den fünfstelligen Bereich an. Das teuerste Fahrrad ohne Motor ist derweil ein Gravelbike – eben das Ghost Asket CF LTD, das in der Top-Ausführung mit 6.999 Euro gehandelt wird.

Ghost Asket CF LTD
Ghost Asket CF LTD: vielseitiges Gravelbike mit MTB-Anleihen.


 

Ghost Asket CF LTD: die Highlights

  • Preis: 6.999 Euro
  • Gewicht: 8,48 Kilo (o. P., mit Schläuchen)
  • Vielseitiger Carbonrahmen mit diversen Montage-Optionen
  • SRAM Force AXS Komponentengruppe
  • Laufradsatz DT Swiss GRC 1100 Dicut 30 mm
  • Lenker und Sattelstütze Zipp Carbon

 



Geometrie mit deutlichen MTB-Anleihen

Als echtes Ghost verfügt dieses Modell über eine gehörige Portion Mountainbike-DNA: „Den perfekten Hybrid zwischen einem Rennrad und einem Mountainbike“ nennt der Hersteller sein Konzept, und mit dieser Auslegung ist das Asket für jede Menge Fahrspaß gut. Los geht’s mit einer Rahmengeometrie, die deutliche Anleihen beim MTB macht. Der Sitzwinkel mit 74° recht steil, was das Fahrergewicht weiter nach vorne bringt und eine gute Kraftübertragung ermöglicht. Am Testrad in Größe M beträgt der Lenkwinkel flache 69,5° – zusammen mit dem 70 mm kurzen Vorbau ergibt das die typische Kombination aus sicherem Geradeauslauf und großer Handlichkeit, mit der aktuelle MTBs auf schnellen Abfahrten wie verspielten Trails punkten.

Ghost Asket CF LTD
Anstatt der hoch bauenden Carbongabel lässt sich am Ghost Asket auch eine Federgabel montieren.
Ghost Asket CF LTD
Die gebogenen Sitzstreben stellen mutmaßlich ein Komfort-Feature dar.

Stack und Reach des Rahmens sind vergleichsweise sportlich gewählt; der kurze Vorbau und die deutliche Rückbiegung des Oberlenkers führen jedoch zu einer eher kompakten Haltung auf dem Rad. Wer den Zipp-Carbonlenker oben greift, könnte das Ghost kurz finden; in Bremsgriffhaltung ergibt sich jedoch eine sehr ausgewogene Position mit deutlicher, aber nicht unangenehmer Überhöhung zwischen Sattel und Lenker.



Ghost Asket CF LTD
Die Sitzhaltung zeichnet sich durch deutliche Überhöhung ohne zu große Streckung aus.

Auch mit Federgabel verfügbar

Ein typisches MTB-Merkmal ist das kurze Steuerrohr in Kombination mit einer hoch bauenden Gabel – klar, Sinn der Sache ist, dass das Rad auch mit einer Federgabel ausgestattet werden kann. Entsprechende Modelle gibt es mit dem Asket CF Full Party und dem Asket CF 30. Auch ohne eine 40-mm-Forke kann man dem Ghost freilich einigen Komfort entlocken: Vorne passt locker, hinten sehr wahrscheinlich ein 50-mm-Reifen rein, womit man auch die Überrolleigenschaften des Bikes verbessern kann. Hier könnte Ghost nachbessern und den Abstand zwischen den Kettenstreben leicht vergrößern, sodass Zwei-Zoll-Reifen ohne Probleme gefahren werden können. Mit etwas höher positioniertem Tretlager ist das Ghost auf anspruchsvollem Terrain im Vorteil – mit dem Pedal hängenzubleiben oder aufzusetzen ist hier rund einen Zentimeter unwahrscheinlicher als bei anderen Gravelbikes.

Ghost Asket CF LTD
Das breite Unterrohr begünstigt eine hohe Tretlagersteifigkeit.
Ghost Asket CF LTD
Die weit ausgezogene Sattelstütze sorgt für Vibrationsdämpfung am Heck.


Die montierten 45er Conti funktionieren allerdings auch sehr gut, und wer das Rad mit schmaleren Pneus fährt, kitzelt sogar noch etwas mehr Handlichkeit aus dem Fahrwerk heraus. Ohnehin erweist sich das Ghost Asket als ausgesprochen mitreißend: Der im Tretlagerbereich breit bauende Rahmen ist steif und vortriebsstark, dank des geringen Gewichts von knapp 8,5 Kilo lässt sich das Rad blitzschnell beschleunigen. Wer auf Tubeless umrüstet, kann locker 250 Gramm „rotierende Massen“ sparen – Ghost verbaut nämlich schwere 180-Gramm-Schläuche. Die Kombination aus DT-Felgen und Conti-Reifen erweist sich als sehr luftdicht; einen sinnvollen Grund, dieses Rad mit Schläuchen zu fahren, gibt es nicht.

Ghost Asket CF LTD
Die Top-Naben von DT Swiss mit Keramiklagern führen zum hohen Preis der Laufräder.
Ghost Asket CF LTD
Wer die Conti-Reifen auf Tubeless umrüstet, spart an die 120 Gramm pro Laufrad.

Gewindebohrungen fürs Bikepacking

Bis hierhin kam das Ghost Asket eher sportlich rüber, dabei hat es auch eine andere Seite: Mit Gewindebohrungen an Gabel und Oberrohr ist es auch auf Bikepacking-Einsätze zugeschnitten; drei Flaschenhalter lassen sich ebenfalls montieren, allerdings keine Schutzbleche. Auch für diesen Einsatzzweck eignet sich das SRAM-Force-Getriebe mit 13 Gängen und großem Übersetzungsumfang. Die Funktion der drahtlosen Schaltung ist gewohnt perfekt, und auch die Bremsanlage der Gruppe funktioniert tiptop – damit und mit ihrem geringen Gewicht ist die SRAM Force XPLR die derzeit beste am Markt verfügbare Gravel-Gruppe.



Ghost Asket CF LTD
Mit der SRAM Force AXS ist die derzeit überzeugendste Gravel-Gruppe montiert.
Der leichte Zipp-Lenker verfügt über moderaten „Flare“.

Der hohe Preis des Ghost Asket CF LTD lässt sich freilich nicht alleine mit dem edlen Komponenten-Set erklären. Dass für das Rad knapp 7.000 Euro fällig werden, ist dem DT Swiss GRC 1100 Dicut zu „verdanken“, der offiziell mit 2.500 Euro gelistet ist. Der Radsatz mit 30 mm tiefen Felgen und Keramiklagern ist natürlich enorm hochwertig und mit etwa 1.400 Gramm Gewicht auch ziemlich leicht. Preis-Leistung ist, mit Verlaub gesagt, jedoch nicht seine größte Stärke. Da ist es umso erfreulicher, dass Ghost sein Asket als CF X in einer 2.000 Euro günstigeren Version anbietet, bei der man auf fast nichts verzichten muss. Auch dieses Rad verfügt über einen Carbon-Radsatz von DT Swiss, den GRC 1600 Spline mit rund 1.700 Gramm Gewicht; gespart wird an Lenker und Sattelstütze, die hier aus Aluminium sind.

Neben dem Top-Asket ein preiswerteres Modell mit fast gleicher Ausstattung anzubieten, ist ein feiner Zug des Herstellers und macht die Marke Ghost gleich nochmal sympathischer. Mit solchen Gravelbikes gelingt der Umstieg vom Bio-MTB bestimmt!



www.ghost-bikes.com

Fazit: Ghost Asket CF LTD

Pro

  • Vielseitiges Gravelbike
  • Leicht und vortriebsstark
  • Sehr hochwertige Ausstattung
  • Gelungene Fahreigenschaften

Contra

Nichts

Fakten

RahmenmaterialCarbon
BremseScheibenbremse Hydraulisch
Gewicht8,48 kg (o. P.)
Preis6.999 Euro
Web www.ghost-bikes.com
Das Gravelbike der MTB-Marke überzeugt nicht nur Trail-Fahrer. Die ausgewogene Sitzposition lässt unterschiedliche Einsatzbereiche zu; das geringe Gewicht und die hohe Rahmensteifigkeit sorgen in jedem Fall für großen Fahrspaß. Im Test-Trimm ist das Asket zwar eher teuer, doch Ghost bietet auch eine leicht reduzierte Version an, die immer noch über die hochwertige SRAM-Gruppe verfügt und höchstens eine Carbonsattelstütze vermissen lässt. Und auch mit Federgabel ist das Asket verfügbar und so noch näher am Markenkern von Ghost.
Stichworte:#VMgravelfeaturedGhost BikesGravel

Über Caspar Gebel

Caspar Gebel sitzt seit 40 Jahren auf dem Rennrad. Der Fachjournalist und Sachbuchautor arbeitet für Velomotion und auch für die Zeitschriften Procycling und Fahrrad News.

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