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StraßenradsportTests

Straßenradsport: Campagnolo Super Record 11: Italienische Gelassenheit

22. Oktober 2014 by Michael Faiß

Gruppe

Test: Wir hatten das Vergnügen, Campagnolos für 2015 überarbeitete Edelgruppe Super Record ausführlich zu testen. Dafür nahmen wir Platz auf einem der wenigen exklusiven Testbikes mit handgearbeitetem Carbonrahmen. Auf den 123km des Granfondo Roma (wir berichteten) stellten wir die neue Gruppe auf eine harte Probe.

Die harten Fakten:

Bevor wir aber zu den unmittelbaren Praxiseindrücken kommen, wollen wir euch zuerst die Campagnolo Super Record und insbesondere die Neuerungen zum Vorjahr näherbringen. Das Herzstück der Gruppe, die Kurbel, ist auch das Bauteil, das sich im Vergleich zum Vorgänger am meisten verändert hat. Ihr wurde ein komplett überarbeitetes Design verpasst und zukünftig halten vier statt fünf Arme die Kettenblätter. Abgesehen davon werden zukünftig beide Blätter für sich mit der Kurbel verschraubt. Benutzerfreundlich zeigt sich Campagnolo bei den Lochkreisen: Erhältlich ist die Kurbel in 53/39, 52/36 und 50/34 – die Kurbelarme und die Lochkreise bleiben aber gleich. Ebenso gleich bleibt das sensationell niedrige Gewicht von 603g.



campa_sr1

Der Umwerfer bietet einen komplett neu entwickelten Käfig aus Carbon. Er sorgt dafür, dass die Campagnolo Record Kette sanft vom einen auf das andere Kettenblatt gleitet. Campagnolo Fahrer schätzen insbesondere die Ketten für ihre ausgesprochen gute Haltbarkeit – daran dürfte sich auch 2015 nichts ändern. Am Hinterrad bilden das nach wie vor komplett aus Carbon gefertigte Schaltwerk und die dazugehörige Kassette ein perfektes Ensemble. Dem Schaltwerk wurde ein komplett neues Innenleben spendiert, durch welches insbesondere der Schwenkbereich positiv beeinflusst werden soll. So bietet es eine deutlich größere Umschlingung der großen und kleinen Ritzel – bessere Kraftübertragung und geringerer Verschleiß sind die Folge.

Schaltwerk



Die Schaltzentrale sitzt im wörtlichen Sinne in den Ergopower Schaltgriffen. Diese wurden sowohl äußerlich, als auch intern im Vergleich zum Vorjahr aufpoliert. So ermöglicht die Kombination von Carbon und Titan ein sehr geringes Gewicht und die Ultra-Shift Technologie im Inneren die eine differenzierte Rasterung beim Schaltvorgang ermöglicht – und zwar abhängig vom Ausgangsritzel. Die Bremsen haben zum Vorjahr nur einige wenige Verbesserungen wie beispielsweise leichtere Belagshalter bekommen.

Bremse2

Die Gruppe in der Praxis:

Nach viel grauer Theorie nun zum Praxistest. Wie bewährte sich die Gruppe auf den rumpligen Straßen Mittelitaliens, den Pflastersteinen Roms und wie meisterte sie steile Gegenanstiege und Abfahrten voller Spitzkehren?



Vom Start weg weiß das Schaltverhalten zu gefallen. Die jeweiligen Vorgänge sind geschmeidig, man erhält aber durch eine wohldosierte Rasterung und knackiges Umwerfen der Kette ausreichend Feedback. Das Schaltwerk arbeitet zu jeder Zeit 100% zuverlässig. Auch plötzliche steile Gegenanstiege und damit verbundene in der Rennsituation hektische Schaltvorgänge meistert es ohne Murren. Nach ein wenig Eingewöhnung gefällt insbesondere die Ultra-Shift Technologie. Selbst bei schnellen Schaltvorgängen über mehrere Ritzel hinweg, in beide Richtungen, behält man den Überblick. Ähnlich souverän wie das Schaltwerk meistert der Umwerfer die zahlreichen Schaltvorgänge. Hier fällt die Vereinfachung des Trimmens positiv auf. Von den zuvor vier Klicks sind inzwischen nur noch zwei übrig geblieben. Trimmen wird nur noch in Ausnahmefällen nötig und ist selbst im Fall der Fälle herrlich simpel. Ebenso ist es nun fast unmöglich, die Kette zum Abspringen zu zwingen.

Bremse

Die Ergonomie der Ergopower Schalthebel ist unabhängig von der Griffposition hervorragend. Die Hände scheinen wie von selbst in die richtige Position zu gleiten. Auch die Bremsen erledigen ihren Job souverän. Der Druckpunkt ist definiert, aber nicht digital und erlaubt eine sanfte Dosierung. Gebremst wird übrigens auf den ebenfalls neuen Bora Ultra Felgen bzw. Laufrädern, zu denen in Kürze noch ein separater Test erscheinen wird.



Fazit:

Nun, genug der Worte – wie fällt das Fazit aus? Eigentlich gibt es zur neuen Super Record 11+ von Campagnolo nicht viel zu sagen, außer: Es handelt sich von Anfang bis Ende um eine hervorragende mechanische 11-fach Gruppe. Natürlich hat sie einen stolzen Preis, man erhält dafür aber einen hohen Gegenwert, insbesondere, wenn sich die Gruppe als ebenso haltbar erweist, wie man es von den Italienern eigentlich schon immer gewohnt war. Beide Daumen hoch.

Produkthighlights:

  • Gruppengewicht von 1912g
  • Neues Schaltwerk mit besonders großer Umschlingung
  • Ultra-Shift Schalthebel mit ritzelabhängiger Rast-Höchstzahl

Preis und Web:

  • 2099€
  • https://www.campagnolo.com

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Stichworte:CampagnoloCampagnolo Super RecordNewsTest

Über Michael Faiß

Michael Faiß hat in München Englisch und Geschichte studiert. Nach einem einjährigen Aufenthalt in England arbeitete er als Übersetzer unter anderem für das Magazin Procycling und das Degen Mediahouse. Außerdem ist er seit der Kindheit passionierter Radfahrer und –schrauber und fühlt sich vor allem abseits der asphaltierten Wege zuhause.

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