Produktnews: Mit der WH-R9370-Serie stellt Shimano eine vollständig überarbeitete Generation seiner Dura-Ace-Laufräder vor. Das neue Portfolio reicht vom leichten C36-Kletterlaufradsatz über die vielseitigen C50- und C60-Modelle bis hin zu einer speziellen Kombination aus 99 Millimeter hohem Vorderrad und Scheibenrad für Zeitfahren und Triathlon. Im Vergleich zur bisherigen WH-R9270-Generation sollen die neuen Laufräder nicht nur leichter, sondern auch aerodynamischer und steifer geworden sein. Gleichzeitig hält Shimano an seinem einstellbaren Konuslagersystem fest, entwickelt dieses jedoch mit austauschbaren Lagerschalen und einer verbesserten Abdichtung weiter. Die Markteinführung der einzelnen WH-R9370-Modelle ist ab September 2026 vorgesehen.
Komplettsystem statt isolierter Einzelkomponenten
Shimano ordnet die Entwicklung der neuen Dura-Ace-Laufräder seiner sogenannten „Science of Speed“-Philosophie unter. Im Mittelpunkt steht dabei nicht allein die Optimierung einzelner Komponenten. Felge, Speichen und Nabe wurden vielmehr als zusammenhängendes System betrachtet. Das Ziel bestand darin, Gewicht, Aerodynamik, Seitensteifigkeit, Fahrverhalten und Wartungsfreundlichkeit gemeinsam weiterzuentwickeln. Die einzelnen Laufradmodelle unterscheiden sich deshalb nicht nur hinsichtlich ihrer Felgenhöhe. Auch die Felgenprofile, Speichentypen, Speichenzahlen und Außenbreiten wurden auf den jeweiligen Einsatzbereich abgestimmt.
Während C36, C50 und C60 als komplette Laufradsätze angeboten werden, handelt es sich beim C99 um ein spezielles Vorderrad. Dieses soll zusammen mit dem neuen Dura-Ace-Scheibenrad die aerodynamisch optimierte Konfiguration für Zeitfahren und Triathlon bilden.
Shimano Dura-Ace Laufräder – Bis zu 220 Gramm weniger pro Laufradsatz
Eine der auffälligsten Veränderungen betrifft das Gewicht. Abhängig vom Modell reduziert Shimano die Masse gegenüber der Vorgängergeneration um bis zu 220 Gramm pro Laufradsatz.
Das C36 sinkt nach Herstellerangaben von 1.350 auf 1.170 Gramm. Dies entspricht einer Gewichtsersparnis von 180 Gramm. Beim C50 reduziert sich das Gewicht von 1.461 auf 1.302 Gramm und damit um 159 Gramm. Die größte absolute Einsparung erreicht das C60: Statt bisher 1.609 Gramm soll der neue Laufradsatz nur noch 1.389 Gramm wiegen. Das entspricht einer Reduktion um 220 Gramm.
Gewichtsvergleich zur Vorgängergeneration
| Modell | WH-R9270 | WH-R9370 | Ersparnis |
|---|---|---|---|
| C36 | 1.350 g | 1.170 g | 180 g |
| C50 | 1.461 g | 1.302 g | 159 g |
| C60 | 1.609 g | 1.389 g | 220 g |
Ermöglicht wird die Gewichtsreduktion laut Shimano durch einen vollständig neu konstruierten Aufbau. Dazu gehören neue Carbon-Speichen, überarbeitete Laminatstrukturen der Felgen und eine aufeinander abgestimmte Konstruktion von Felge, Nabe und Speichensystem. Besonders an steilen Anstiegen und bei häufigen Geschwindigkeitswechseln soll sich das geringere rotierende Gewicht in einem direkteren Antritt bemerkbar machen. Gleichzeitig betont der Hersteller, dass die Reduktion nicht zulasten von Stabilität, Haltbarkeit oder kontrollierbarem Fahrverhalten gehen soll.
Die neuen Shimano Dura-Ace Laufräder – Auf 28 bis 30 Millimeter breite Reifen ausgelegt
Mit der neuen Generation reagiert Shimano auch auf die Entwicklung hin zu breiteren Rennradreifen. Die WH-R9370-Laufräder wurden vorrangig für Reifen mit nominellen Breiten von 28 bis 30 Millimetern entwickelt. Alle drei regulären Laufradsätze besitzen eine Innenmaulweite von 23 Millimetern. Dadurch soll sich eine günstige Reifenform ergeben, die sowohl den Rollwiderstand als auch die Kurvenstabilität und die aerodynamische Anströmung berücksichtigt.
Shimano setzt zudem auf unterschiedliche Felgenprofile für Vorder- und Hinterrad. Hintergrund ist, dass beide Laufräder im Fahrbetrieb unterschiedlichen Strömungsbedingungen ausgesetzt sind. Das Vorderrad wird vergleichsweise direkt angeströmt und beeinflusst die Seitenwindempfindlichkeit besonders stark. Das Hinterrad arbeitet dagegen im Luftstrom von Fahrer, Rahmen und Komponenten. Entsprechend unterscheiden sich bei C50 und C60 auch die Außenbreiten von Vorder- und Hinterrad. Damit soll ein ausgewogenes Verhältnis zwischen geringem Luftwiderstand, Reifenintegration und kontrollierbarem Verhalten bei wechselnden Windwinkeln erreicht werden.
Shimano Dura-Ace Laufräder – Bis zu 2,7 Watt weniger Luftwiderstand
In kontrollierten Tests bei einer Geschwindigkeit von 48 km/h und mit 30C-Reifen ermittelte Shimano nach eigenen Angaben einen um bis zu 2,7 Watt geringeren aerodynamischen Widerstand gegenüber der vorherigen Dura-Ace-Laufradgeneration.
Der genannte Vorteil hängt allerdings von mehreren Faktoren ab. Dazu gehören das jeweilige Laufradmodell, der verwendete Reifen, dessen tatsächliche Breite auf der Felge, der Luftdruck, der Anströmwinkel und die Position des Laufrads im Gesamtsystem aus Fahrrad und Fahrer. Shimano entwickelte die Felgen zunächst mithilfe computergestützter Strömungssimulationen. Anschließend wurden die Profile unter kontrollierten aerodynamischen Bedingungen überprüft. Dabei lag der Fokus nach Angaben des Herstellers nicht nur auf idealen frontalen Anströmwinkeln. Auch praxisrelevante Schräganströmungen und wechselnde Seitenwindbedingungen flossen in die Entwicklung ein.
Die Kombination aus geringerem Gewicht und reduzierter aerodynamischer Verlustleistung soll insbesondere bei wiederholten Beschleunigungen, hohem Renntempo und längeren Anstiegen Vorteile bieten. Wie groß diese in der Praxis ausfallen, dürfte jedoch stark vom Streckenprofil und vom individuellen Einsatzbereich abhängen.
Shimano Dura-Ace Laufräder – Carbon-Speichen in zwei Ausführungen
Eine zentrale technische Neuerung der WH-R9370-Serie sind die von Shimano entwickelten Carbon-Speichen. Sie werden in zwei unterschiedlichen Profilen eingesetzt. Die sogenannte Aero-Speiche misst 4,0 × 1,1 Millimeter. Die flachere Super-Aero-Version besitzt Abmessungen von 5,2 × 0,8 Millimetern. Die breitere und zugleich dünnere Form soll insbesondere bei hohen Geschwindigkeiten aerodynamische Vorteile bieten.
Welcher Speichentyp und welche Speichenzahl zum Einsatz kommen, hängt vom jeweiligen Laufrad ab. Shimano stimmt die Konfiguration auf den vorgesehenen Einsatzzweck ab. Beim C36 steht ein niedriges Gewicht und ein agiles Beschleunigungsverhalten im Vordergrund. Das C50 soll einen möglichst breiten Einsatzbereich abdecken, während das C60 stärker auf hohe Geschwindigkeiten, Sprints und flache Rennstrecken ausgerichtet ist. Beim 99 Millimeter hohen Zeitfahrvorderrad verwendet Shimano 16 Super-Aero-Carbon-Speichen. Die geringe Speichenzahl und das besonders flache Profil sollen dazu beitragen, den Luftwiderstand bei konstant hohen Geschwindigkeiten zu minimieren. Nach Angaben des Herstellers wurden Steifigkeit, aerodynamische Eigenschaften und vertikale Nachgiebigkeit nicht unabhängig voneinander entwickelt. Stattdessen soll jedes Laufrad einen bewusst definierten Charakter erhalten.
Weiterentwickeltes Konuslagersystem
Bei der Lagerung bleibt Shimano seinem einstellbaren Konuslagersystem treu. Anders als bei vielen Naben mit geschlossenen Industrielagern lässt sich das Lagerspiel hierbei gezielt einstellen. Ein Vorteil des Systems besteht laut Shimano darin, dass die Lagerung im montierten Zustand auf das jeweilige Fahrrad abgestimmt werden kann. Die durch die Steckachse eingebrachte Klemmkraft kann das Lagerspiel und den Lauf einer Nabe beeinflussen. Durch die Einstellmöglichkeit soll sich das Rotationsmoment so justieren lassen, dass das Laufrad unter realer Belastung möglichst frei läuft.
Gleichzeitig entwickelt Shimano das System in einem wesentlichen Punkt weiter: Die Lagerschalen sind nun austauschbar. Dadurch soll sich die Nabe bei Verschleiß langfristig instand setzen lassen, ohne dass zwingend die gesamte Nabe oder das komplette Laufrad ersetzt werden muss. Hinzu kommen eine verbesserte Abdichtung gegen Wasser sowie Maßnahmen zur Erhöhung der Langzeitbeständigkeit.
Shimano meldet 30 Prozent geringeres Rotationsmoment
Zur Einordnung der Lagerreibung führte Shimano einen Vergleich zwischen einer Nabe mit typischen Industrielagern und dem neuen Konuslagersystem durch. Beide Konstruktionen wurden dabei mit identischen Kräften belastet. Die vertikale Belastung betrug 500 Newton und sollte das Gewicht von Fahrer und Fahrrad simulieren. Zusätzlich wurden 200 Newton Axialkraft als Folge des Pedalierens sowie 5.000 Newton Klemmkraft durch die Steckachse aufgebracht. Unter diesen Bedingungen wies das neue Konuslagersystem laut Shimano ein um 30 Prozent niedrigeres Rotationsmoment auf als der getestete Aufbau mit Industrielagern. Da Shimano keine vollständigen Angaben zum konkreten Vergleichslager, zur Messmethodik und zu den absoluten Reibungswerten nennt, ist das Ergebnis in erster Linie als herstellerinterner Vergleich zu verstehen. Es zeigt jedoch, welchen Stellenwert Shimano der Einstellbarkeit und der Lagerfunktion unter realistischen Belastungen beimisst.
Dura-Ace WH-R9370-C36-TL: Leichtbau für bergige Strecken
Das C36 ist der leichteste Laufradsatz der neuen Serie. Mit einem angegebenen Satzgewicht von 1.170 Gramm richtet es sich insbesondere an Fahrerinnen und Fahrer, die auf bergigen Strecken ein möglichst niedriges Gewicht und ein direktes Beschleunigungsverhalten bevorzugen. Die Innenmaulweite beträgt 23 Millimeter. Sowohl am Vorder- als auch am Hinterrad liegt die Außenbreite bei 29,4 Millimetern. Vorne setzt Shimano 18 Aero-Carbon-Speichen ein, hinten sind es 21. Durch die vergleichsweise geringe Felgenhöhe und das niedrige Gewicht soll das C36 besonders bei längeren Anstiegen, häufigen Tempowechseln und technisch anspruchsvollen Bergetappen seine Stärken ausspielen.
Technische Daten C36
- Gewicht: 1.170 g pro Laufradsatz
- Innenmaulweite: 23 mm
- Außenbreite vorne: 29,4 mm
- Außenbreite hinten: 29,4 mm
- Speichen vorne: 18 Aero-Carbon-Speichen
- Speichen hinten: 21 Aero-Carbon-Speichen
Dura-Ace WH-R9370-C50-TL: Allrounder für unterschiedliche Rennprofile
Das C50 positioniert Shimano als vielseitigsten Laufradsatz der Baureihe. Mit einem Gewicht von 1.302 Gramm verbindet es eine für einen Hochprofil-Laufradsatz niedrige Masse mit einer stärker aerodynamisch ausgerichteten Felgenform. Vorne beträgt die Außenbreite 31,0 Millimeter, hinten 32,0 Millimeter. Beide Laufräder werden mit jeweils 21 Aero-Carbon-Speichen aufgebaut. Die Abstimmung soll einen möglichst breiten Einsatzbereich ermöglichen. Damit eignet sich das C50 konzeptionell für wellige Klassiker, schnelle Rundkurse, Bergrennen mit längeren Flachpassagen sowie wechselhafte Bedingungen, bei denen weder reiner Leichtbau noch maximale Aerodynamik allein entscheidend sind.
Technische Daten C50
- Gewicht: 1.302 g pro Laufradsatz
- Innenmaulweite: 23 mm
- Außenbreite vorne: 31,0 mm
- Außenbreite hinten: 32,0 mm
- Speichen vorne: 21 Aero-Carbon-Speichen
- Speichen hinten: 21 Aero-Carbon-Speichen
Dura-Ace WH-R9370-C60-TL: Hohe Steifigkeit für Tempo und Sprint
Mit dem C60 spricht Shimano vor allem Fahrer an, die bei hohen Geschwindigkeiten eine ausgeprägte aerodynamische Unterstützung und hohe Seitensteifigkeit suchen. Der Laufradsatz wiegt nach Herstellerangaben 1.389 Gramm und ist damit 220 Gramm leichter als sein Vorgänger. Die Außenbreite beträgt vorne 31,5 und hinten 32,3 Millimeter. Am Vorderrad kommen 21 Aero-Carbon-Speichen zum Einsatz. Das Hinterrad besitzt 24 Speichen, um den höheren Antriebskräften und den Belastungen bei Sprints Rechnung zu tragen. Das bevorzugte Einsatzgebiet sieht Shimano auf flachen Etappen, in Ausreißergruppen, bei schnellen Straßenrennen und in sprintorientierten Wettbewerben. Gegenüber dem C50 fällt die Auslegung spezialisierter aus: Das C60 priorisiert hohe Geschwindigkeit und laterale Stabilität stärker als ein möglichst neutrales Allroundverhalten.
Technische Daten C60
- Gewicht: 1.389 g pro Laufradsatz
- Innenmaulweite: 23 mm
- Außenbreite vorne: 31,5 mm
- Außenbreite hinten: 32,3 mm
- Speichen vorne: 21 Aero-Carbon-Speichen
- Speichen hinten: 24 Aero-Carbon-Speichen
Dura-Ace WH-R9370-C99-TL-F: 99 Millimeter für Zeitfahren und Triathlon
Das C99 ist ein spezielles Vorderrad für Zeitfahr- und Triathlonräder. Seine Felge besitzt eine Höhe von 99 Millimetern und eine Außenbreite von 35,2 Millimetern. Shimano verwendet 16 Super-Aero-Carbon-Speichen. Das Gesamtgewicht des Vorderrads wird mit 792 Gramm angegeben. Die hohe Felge soll den Luftwiderstand bei konstantem Renntempo reduzieren. Gleichzeitig stellt ein 99 Millimeter hohes Vorderrad hohe Anforderungen an die Beherrschbarkeit bei Seitenwind. Shimano betont deshalb, dass neben dem reinen Luftwiderstand auch das Verhalten bei realistischen Schräganströmungen berücksichtigt wurde. Das C99 ist nicht als klassisches Allround-Laufrad konzipiert. Es richtet sich an Fahrerinnen und Fahrer, die in Zeitfahren oder Triathlonwettbewerben über längere Zeit hohe Geschwindigkeiten halten.
Technische Daten C99
- Felgenhöhe: 99 mm
- Gewicht: 792 g
- Außenbreite: 35,2 mm
- Speichen: 16 Super-Aero-Carbon-Speichen
- Einsatzbereich: Zeitfahren und Triathlon
Dura-Ace WH-R9370-D-TL-R: Scheibenrad für maximale Aerodynamik
Ergänzt wird das C99 durch das neue Dura-Ace-Hinterrad in Vollscheibenbauweise. Das WH-R9370-D-TL-R wiegt nach Herstellerangaben 987 Gramm. Sein Profil wurde mithilfe umfangreicher Simulationen entwickelt und soll den Luftwiderstand am Hinterrad minimieren. Gemeinsam bilden das C99-Vorderrad und das Scheibenrad Shimanos schnellste Laufradkonfiguration für Solowettbewerbe gegen die Uhr. Die geschlossene Konstruktion maximiert die aerodynamisch wirksame Oberfläche, bringt jedoch die für Scheibenräder üblichen Einschränkungen mit sich. Je nach Wettkampfreglement, Strecke und Windbedingungen kann der Einsatz begrenzt oder weniger sinnvoll sein.
Technische Daten Scheibenrad
- Bauweise: Vollscheiben-Hinterrad
- Gewicht: 987 g
- Optimierung: computergestützte Aerodynamiksimulation
- Einsatzbereich: Zeitfahren und Triathlon
- Vorgesehene Kombination: C99-Vorderrad
Entwicklung mit WorldTour-Profis und Triathleten
Die neuen Shimano Dura-Ace Laufräder wurde in Zusammenarbeit mit professionellen Straßenradsportlern und Triathleten entwickelt. Shimano nennt unter anderem Fahrerinnen und Fahrer des Alpecin-Premier Tech Cycling Teams und des Fenix-Premier Tech Cycling Teams. Auch Mathieu van der Poel und die britische Triathletin Kat Matthews waren nach Unternehmensangaben in den Entwicklungs- und Validierungsprozess eingebunden.
Das Feedback der Athleten zu den Shimano Dura-Ace Laufrädern floss insbesondere in die Abstimmung des Beschleunigungsverhaltens, der Stabilität bei Sprints und der Kontrollierbarkeit bei Seitenwind ein. Darüber hinaus beeinflussten die Rückmeldungen die Speichenkonfiguration, die Felgenprofile und die angestrebte Systemsteifigkeit. Die Beteiligung von Profis ersetzt zwar keine unabhängigen Vergleichstests, ermöglicht aber eine Abstimmung unter hohen Belastungen und bei renntypischen Geschwindigkeiten.
Shimano Dura-Ace Laufräder – Preise und Verfügbarkeit
Die Markteinführung der neuen Shimano Dura-Ace Laufräder soll ab September 2026 erfolgen. Die genaue Verfügbarkeit kann je nach Region und Modell variieren. Endkundenpreise wurden zunächst nicht bekannt gegeben.







