52. Amstel Gold Race: Gilbert bezwingt Kwiatkowski im Zweiersprint

52. Amstel Gold Race: Gilbert bezwingt Kwiatkowski im Zweiersprint

Radsport: Philippe Gilbert (Quick-Step Floors) hat auch das Amstel Gold Race gewonnen. Der Belgier setzte sich im Zweiersprint gegen Michal Kwiatkowski (Sky) durch. 40 Kilometer vor dem Ziel wurde die Ausreißergruppe gestellt. Direkt danach lösten sich zwei Siebenergruppen, voll bestückt mit Favoriten. Dritter wurde der Schweizer Michael Albasini (Orica-Scott).

40 Kilometer vor dem Ziel läuft wieder alles zusammen

Das 52. Amstel Gold Race führte von Maastricht über 261 Kilometer nach Berg en Terblijt. Da der Cauberg nicht mehr kurz vor dem Ziel, sondern bereits 18,8 Kilometer vor der Linie befahren wurde, erwarteten die Organisatoren ein offeneres Rennen. Im Bezug auf die Spannung konnten die Fahrer den Erwartungen lange nicht gerecht werden. Trotz des welligen Profils fühlte sich das Rennen über weite Strecken wie eine typische Flachetappe bei einer Grand Tour an. Die Ausreißer fuhren voraus, doch das Peloton ließ sie nicht weit weg ziehen. Zwölf Fahrer setzten sich ab, darunter auch die beiden namhaften Piloten Lars Boom (LottoNL-Jumbo) und Stijn Vandenbergh (Ag2r). Im Feld bestimmte hauptsächlich das Team BMC das Tempo. Greg Van Avermaet (BMC), der Sieger von Paris-Roubaix, wollte nur eine Woche später auch hier beim Amstel Gold Race erstmals triumphieren. Ungewöhnlich: 40 Kilometer vor dem Ziel wurde die Gruppe gestellt und das Rennen begann von vorn.

Amstel Gold Race 2017

7 gegen 7 nach dem Keutenberg

Prompt nach dem Zusammenschluss gab es Attacken. Michael Albasini (Orica-Scott) und Philippe Gilbert (Quick-Step Floors) setzten sich zusammen mit weiteren Fahrern ab. Derweil wurde das Hauptfeld immer kleiner. Unter anderem verloren auch Enrico Gasparotto (Bahrain-Merida) und Roman Kreuziger (Orica-Scott) den Anschluss, nachdem sie 30 Kilometer vor dem Ziel zu Fall kamen. Im Keutenberg löste sich das Feld endgültig auf. Michal Kwiatkowski (Sky) fuhr zur Spitzengruppe auf, während sich dahinter eine Verfolgergruppe bildete, darunter auch Alejandro Valverde (Movistar) und Greg Van Avermaet (BMC). Als beide Gruppen 18,8 Kilometer vor dem Ziel in den Cauberg hineinfuhren, betrug der Abstand rund 30 Sekunden. Das Hauptfeld lag bereits eine Minute zurück. Dort bemühte sich das Team Sunweb um Michael Matthews um die Tempoarbeit, doch das Unterfangen war aussichtslos. Der Sieger des Amstel Gold Race 2017 sollte aus den ersten beiden Gruppen kommen, die mit je sieben Fahrern bestückt waren.

Amstel Gold Race 2017 Philippe Gilbert Michal Kwiatkowski
Die entscheidende Attacke: Gilbert und Kwiatkowski lösen sich von ihren Mitstreitern.

Philippe Gilbert ist endgültig zurück

Als der Vorsprung zehn Kilometer vor dem Ziel auf 50 Sekunden angewachsen ist, waren sich die sieben Führenden darüber im Klaren, dass der Titel unter ihnen ausgefochten wird. Neben Albasini, Gilbert und Kwiatkowski sollten Sergio Henao (Sky), Jon Izagirre (Bahrain-Merida), Nathan Haas (Dimension Data) und Joaquin Rojas (Movistar) den Sieg unter sich ausmachen. Nicht an der Führungsarbeit beteiligen wollte sich Rojas, der seinen Kapitän Valverde in der Verfolgergruppe hatte. Im Bemelerberg attackierte Kwiatkowski und nur Gilbert reagierte aufmerksam. Die beiden stärksten Fahrer setzten sich ab und ließen die fünf Verfolger nicht mehr herankommen. Kwiatkowski sprintete in der Zielgeraden aus dem Windschatten von Gilbert heraus und sah schon wie der sichere Sieger aus. Doch Gilbert saugte sich noch einmal an sein Hinterrad heran und schob sich wenige Meter vor dem Ziel vorbei. Gilbert feiert somit seinen vierten Sieg beim Amstel Gold Rade. Dritter wurde der Schweizer Michael Albasini (Orica-Scott).

Amstel Gold Race 2017 Philippe Gilbert Michal Kwiatkowski

Ergebnis des Amstel Gold Race 2017

PlatzFahrerLandTeamZeit
1.Philippe GilbertBelgienQuick-Step Floors6:33:55
2.Michal KwiatkowskiPolenSkyst
3.Michael AlbasiniSchweizOrica-Scott+0:10
4.Nathan HaasAustralienDimension Datast
5.Jose Joaquin RojasSpanienMovistarst
6.Sergio Luis HenaoKolumbienSkyst
7.Jon IzagirreSpanienBahrain-Merida+0:14
8.Michael GoglÖsterreichTrek-Segafredo+1:10
9.Sonny ColbrelliItalienBahrain-Merida+1:11
10.Michael MatthewsAustralienSunwebst

über den Autor

Michael Behringer

Im Jahr 1996 hat Michael Behringer seine erste Tour de France geschaut. Seitdem verfolgt er nahezu jedes Rennen. Seine Passion Radsport begleitet ihn also seit über zwei Jahrzehnten. Ein Ende ist nicht in Sicht.

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