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Allgemein: Ein starkes Duo: E-Bike und (Kinder)-Anhänger! Worauf muss beim Kauf und Betrieb geachtet werden?

3. März 2019 by Andreas Waldera

Spektrum / E-Performance: Zweifelsohne erweitert das E-Bike die Grenzen der Mobilität. Dank des eingebauten Rückenwinds treten nicht nur immer mehr Menschen in die Pedale, sondern es werden auch vielfältige Einsatzmöglichkeiten realisierbar, die sonst nur mit viel Schweiß und Kraft umsetzbar wären. Ein sehr gutes Beispiel hierfür ist die Kombination eines E-Bikes mit einem (Kinder)-Anhänger.

Allison Coughlin, die Firmenpräsidentin von Anhängerspezialist Burley, verrät in einem Interview auf welche Punkte vor dem Kauf und während des Betriebs geachtet werden müssen.



Ein Blick auf die Straßen und offizielle Zahlen zeigen: Ein Fahrrad mit Elektroantrieb ist nicht mehr nur etwas für Senioren. Mittlerweile hat auch die jüngere Generation E-Bikes bzw. Pedelecs für sich entdeckt. Wie sehen Sie diesen Trend?

Wir bei Burley sehen die wachsende Popularität von E-Mobilität beim Rad sehr positiv, denn die Nutzung von Anhängern wird mit einem E-Bike erheblich angenehmer. Ob Eltern, die ihre Kinder umweltschonend transportieren wollen oder sportlich Ambitionierte, die längere Touren mit viel Gepäck bewältigen – sie alle tun sich mit Elektroantrieb leichter, ganz unabhängig vom Alter.

Grundvoraussetzung ist natürlich, dass Rad und Anhänger kompatibel sind…



… und, dass der Radhersteller das Ziehen eines Anhängers zulässt. Dies sollte man vor dem Kauf auf jeden Fall in Erfahrung bringen. Was die Kompatibilität betrifft: Wir bieten aktuell schon eine Reihe von speziellen Steckachsen in unterschiedlichen Größen an, welche die meisten am Markt erhältlichen E-Bike-Designs abdecken. Außerdem verfolgen wir natürlich die Trends für die Zukunft, um auch hier Lösungen parat zu haben.

Sicherheit und Handhabung spielen bei der Nutzung von Anhängern eine wichtige Rolle. Muss nun bei einem E-Bike plus Anhänger gesondert auf etwas geachtet werden?

Der Gesetzgeber in Deutschland sieht vor, dass Anhänger nur mit einem Pedelec bis 25 km/h Maximalgeschwindigkeit gezogen werden dürfen. S-Pedelecs sind also nicht dafür zugelassen. Beim Transport von Kindern gilt zusätzlich, dass der Fahrer mindestens 16 Jahre alt sein muss. Doch unabhängig von gesetzlichen Vorgaben sollte einem stets bewusst sein, dass mit einem E-Bike viel leichter höhere Geschwindigkeiten erreicht werden. Deswegen: umsichtig und vorausschauend unterwegs sein, einen längeren Bremsweg einkalkulieren und nur das Tempo fahren, mit dem man Bike und Anhänger zu jeder Zeit sicher handeln kann. Die von uns empfohlenen Geschwindigkeitsbegrenzungen beziehen wir ebenso auf die Nutzung eines E-Bikes: 24 km/h auf ebenen und geraden Straßen, 8 km/h in Kurven oder auf unbefestigten Wegen.



Welche Tipps haben Sie grundsätzlich für das Fahren mit Anhänger?

Egal, ob herkömmliches Fahrrad oder E-Bike – ein Anhänger bedeutet zusätzliches Gewicht, wodurch das Rad anders und eventuell weniger schnell reagiert. Größere Steine, hohe Bordsteinkanten, scharfes Bremsen oder plötzliche Lenkbewegungen sollte man möglichst vermeiden. Darüber hinaus ist zu beachten, dass der Anhänger im Normalfall breiter ist als das Zugrad und dass er sich in Kurven um einen kleineren Radius dreht als der Radfahrer. Es muss also unbedingt genügend Abstand zu Hindernissen gehalten werden. Unser Tipp für Anhänger-Anfänger: Auch einen Kinderanhänger vor der ersten Nutzung mit Gepäck beladen und das Fahren sowie kritische Situationen wie das Passieren von Engstellen erst einmal in einem offenen und sicheren Terrain – z.B. auf einem leeren Parkplatz oder einem breiten Fahrradweg – üben. So kann man sich in Ruhe an das ungewohnte Handling herantasten.

Abgesehen vom wichtigen Thema Sicherheit zum Schluss noch eine praktische Frage, die sich viele stellen: Inwiefern beeinträchtigt ein Anhänger den Akkuverbrauch beim E-Bike?



Der Verbrauch ist abhängig von der Last, die auf dem Akku liegt. Je höher das Gewicht, desto mehr Batterieleistung wird benötigt. Auch Gelände, Fahrbedingungen und Wetter können die Akkulaufzeit beeinträchtigen. Je nach Strecke (ob hauptsächlich eben, mit vielen Anstiegen, freie Fahrt oder Stadtverkehr mit viel Stop-and-go usw.) und Unterstützungsgrad ergeben sich Reichweitenverluste von einem bis zu zwei Dritteln. Grundsätzlich kann man sagen: Um den Batterieverbrauch möglichst gering zu halten, sollte man das Gewicht von Fahrrad und Last minimieren, mit konstanter Geschwindigkeit ziehen und Steigungen vermeiden. Positiv wirkt sich natürlich ein geringes Zuggewicht, also ein leichter Anhänger aus. Unsere Kinder-Fahrradanhänger gehören zu den leichtesten auf dem Markt und wiegen dank ihres Voll-Aluminium-Rahmens, der trotz des geringen Gewichts hoch stabil ist, je nach Ausstattung nur zwischen 8,4 und 13,8 kg. Einzig das Modell Cub X, welches für besonders hohe Belastungen eine robuste Kunststoffwanne hat, bringt 17,2 kg auf die Waage. Für alle, die im Alltag sehr viel unterwegs sind oder längere Touren planen, empfehlen wir einen Ersatzakku. So fährt man stets auf der sicheren Seite.

Checkliste für das Fahren mit Fahrradanhänger bzw. Kinder-Fahrradanhänger

Sicherheitscheck vor jeder Fahrt

  • Räder am Anhänger korrekt befestigt?
  • Luftdruck der Reifen überprüfen (empfohlener Druck steht auf der Reifenflanke)
  • Zugstange am Anhänger richtig gesichert?
  • Überprüfen der ordnungsgemäßen Befestigung der Anhängerkupplung am Fahrrad
  • Korrekte Arretierung des Sicherungsstifts für Anhängerkupplung und Zugstange sicherstellen
  • Festes Anbringen der Sicherungsriemen an Kupplung und Zugstange
  • Maximale Zuladung laut Herstellerangaben einhalten!
  • Ordnungsgemäßes Anschnallen des Kindes bzw. der Kinder mit Hilfe des Sicherheitsgurts – den Helm nicht vergessen (gilt auch für den Fahrer)
  • Sicherheitswimpel in Ordnung und angebracht?
  • Verdeck fest installieren und schließen
  • Funktionstüchtigkeit des Fahrrads sicherstellen, das gilt insbesondere für die Bremsen und Reifen

Monatlicher Sicherheitscheck (in der Übergangszeit häufiger)



  • Hardware-Teile wie Anhängerkupplung, Zugstange, Flex-Verbindung und Rahmen auf Schäden prüfen
  • Bolzen festgezogen?
  • Reifen auf Abnutzung und Risse checken
  • Räder hinsichtlich einer korrekten Auswuchtung und auf Schäden überprüfen
  • Untersuchung aller Stoffbauteile auf Risse, Abnutzung und fehlendes Material
Stichworte:AnhängerburleychecklisteE-BikeInterviewKinderNews

Über Andreas Waldera

Andreas Waldera ist bereits seit vielen Jahren als Online-Redakteur und Testfahrer tätig. Mit seinen im BMX und Downhill verankerten Wurzeln kann es für ihn beim Biken nicht ruppig genug sein. Für seine Leidenschaft Fahrradfahren ist der gebürtige Niederrheiner in die schöne Eifel gezogen.

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