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Schwalbe Aerothan im ersten Test: Schlauch-Revolution ohne Gummi?

14. Oktober 2020 by die Redaktion

Schwalbe Aerothan

Produktnews / Ausprobiert: Mit dem ab sofort erhältlichen Schwalbe Aerothan möchte der Reifen- und Schlauchspezialist den Markt revolutionieren. Der Neue ist jedenfalls in mehrerlei Hinsicht beeindruckend.  

Das Revolutionärste am Aerothan sind zunächst Optik und Haptik: Der Schlauch ist im Neuzustand farblos-transparent und fühlt sich an wie eine Klarsichthülle für Dokumente oder ein etwas dickerer Gefrierbeutel. Im Rennrad-Satteltäschchen nimmt die leichteste Ausgabe der neuen Spezies nur gut etwa die Hälfte an Platz ein, den der alte Gummischlauch für sich reklamierte. Was das Gewicht angeht, steht es ähnlich: Die 23- bis 28-Millimeter-Variante wiegt gut 40 Gramm; der entsprechende klassische über 100. In Trekking- und MTB-Größen läuft es etwa analog für den neuen, der übrigens mit dem Evo-Schlauch, den Schwalbe 2015 vorstellte, kaum etwas zu tun hat.



Produktion in Deutschland – recyclebares Material

Schwalbe hat für den Aerothan eine eigene Produktion am Stammsitz in Reichshof aufgebaut. Das Basismaterial, spezielles TPU, kommt vom Kunststoff-Riesen BASF.



Der Schlauch soll zu 100 Prozent recyclebar sein, bei der Produktion werden keine Ruße oder Öle verwandt – auch das ein absolutes Schlauch-Novum. Ob der Schlauch wirklich so robust und dauerhaltbar ist, dass er die Mehrkosten wieder einfährt, bleibt noch zu testen. Es sieht aber viel versprechend aus.

Schwalbe Aerothan: Einfache Montage, wenn der Druck stimmt

Der Tube wird minimal angepumpt, sodass er seine Röhrenform hat – maximal mit 0,3 Bar. Kunststoff-Ventil ins Loch stecken und Schlauch komplett in die Felge einlegen. Das Schöne: Da bleibt er auch. Er ist schon bei minimalem Druck so formstabil, dass man gelassen den Pneu ringsum über das Felgenhorn wuchten kann – ohne das klassische Problem, dass auf den letzten 20 Zentimetern der Schlauch herausquillt und man unweigerlich Gefahr läuft, ihn einzuklemmen. Auch bei mehrmaliger Montage war es nicht nötig zu kontrollieren, ob der Schlauch komplett im Felgenbett sitzt oder doch irgendwo unter dem Reifen klemmt. Er tut es nicht.



Schwalbe Aerothan

Beim Aufpumpen sollte man sich strikt an die Druckvorgaben am Reifen halten. Heißt auch: Wer Tubeless-Reifen mal wegen Panne mit Aerothan-Schlauch fahren muss, kann nicht kurzzeitig zweistellige Barwerte in den Pneu zu jagen, damit der auch wirklich da sitzt, wo er sitzen soll. Hier hilft nur, die Reifenwulst des Tubeless-Reifen entsprechend gleitfähig zu machen. Reparieren kann man den Schlauch natürlich auch. Dazu gibt es ein Set aus 8 selbstklebenden Flicken und einem kleinen Stück Aufrauer.



Überzeugender erster Eindruck: Robust und komfortabel

Gegenüber klassischem Butyl hat der Aerothan-Schlauch die Nase vorn: Nach zwei Tagen konnten wir beim Rennradpneu einen Druckverlust von etwa 0,2 Bar feststellen – das waren beim 28er Butyl, ebenfalls mit 6,5 bar aufgepumpt, noch mindestens 0,5 bar.

Natürlich machen Erwartungshaltung und praktische Gegebenheiten es schwierig, etwas über Rollwiderstand und Fahrverhalten zu sagen. Unserem Eindruck nach liegt die Kombo Aerothan-Schlauch und Clincher aber mindestens in der Mitte zwischen guten Tubeless-Reifen und Standard-Reifen-/Schlauchset. Gefühlt ist der Rollwiderstand tatsächlich geringer.

Was man auch bemerken kann: Der Rennrad-Pneu gibt auch bei geringem Luftdruck mehr Halt in Kurven als das klassische Set. Bedeutet: Mehr Komfort bei gleich stabilem Handling genießen.



Beim Graveln gab es bei knapp 2,3 bar im 40er Reifen schon mal einen Durchschlag, der zum Snakebite führte. Natürlich schlägt dann der Reifen mit Aerothan auch durch. Der Snakebite aber blieb uns bei den ersten Versuchen damit tatsächlich erspart. Und wirklich wirkt auch hier das System bei diesem Druck sogar etwas richtungsstabiler als mit normalem Schlauch.

Verfügbare Größen des Schwalbe Aerothan

Aerothan Race

SV20E | 23-622 bis 28-622 | 41 g



Aerothan Endurance Race

SV16E | 28-622 bis 35-622 | 50 g

Aerothan Allround



SV17E | 37-622 bis 50-622 | 61 g

Aerothan MTB

SV13E | 54-559 bis 62-559 | 81 g
SV19E | 54-622 bis 62-622 | 87 g
SV21E | 54-584 bis 62-584 | 83 g



Aerothan MTB+

SV19FE | 62-622 bis 75-622 | 116 g
SV21FE | 62-584 bis 75-584 | 109 g

Preise: Standardgrößen: 27,95 Euro, Übergrößen (bei MTB) 29,95 Euro.



www.schwalbe.com

Fazit: Schwalbe Aerothan

Pro

  • geringes Gewicht
  • sehr einfache Montage
  • kaum Druckverlust
  • definiertes Handling
  • hoher Durchschlagschutz
  • recyclebar

Contra

  • Bislang nur mit 40-mm-Ventilschaft (Verlängerung möglich)
  • Kunststoff-Ventilschaft hat kein Gewinde
  • Teurer als Standardschlauch

Fakten

Produktjahr2021
Preisab 27,95 Euro
Web www.schwalbe.com
In Zeiten, in denen Tubeless-Systeme dem bewährten Schlauch mehr und mehr den Rang ablaufen, ist der Schwalbe Aerothan ein mutiger Schritt des Reifen-Riesen. Ob es dem neuartigen Schlauch gelingt sich in breiter Masse durchzusetzen, wird die Zeit zeigen - unser erster Eindruck zeigt jedoch, dass er das Zeug dazu hätte: Geringes Gewicht trifft auf hohen Pannenschutz und ein kompaktes Packmaß. Auch beim Handling hat der Aerothan gegenüber dem klassischen Butyl-Schlauch die Nase vorn - bei der Montage und beim Fahren.
Stichworte:LuftdruckNewsReifenSchlauchSchwalbe

Über die Redaktion

Velomotion ist euer Team aus Fahrrad- und E-Bike-Experten, Radprofis und begeisterten Radfahrer*innen. In unserem Magazin stellen wir Produktneuheiten, aktuelle und kritische Testberichte sowie News aus der Welt des Radsports vor. Wir stehen für Qualitätsbewusstsein, Know-How und gelebte Begeisterung für das Thema Fahrrad.

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Christian Ettl ist Zweiradmechanikermeister und Mediengestalter. Er war Chefredakteur der Fahrrad News. Sein Herz schlägt für komplexe technische Sachverhalte rund um das Thema Fahrrad. Am liebsten fährt er Tagestouren auf dem Gravel-Grinder oder genießt gute Abfahrten, gerne auch im Bikepark.

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