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Marco Haller: „Der Sport wird immer professioneller“

24. August 2022 by Michael Behringer

Haller Marco Interview Deutschland Tour

Radsport: Marco Haller hat vor wenigen Tagen sensationell die BEMER Cyclassics in Hamburg gewonnen. Jetzt steht er bei der Deutschland Tour am Start. Velomotion hat mit dem Österreicher von Bora – hansgrohe kurz vor dem Start in Weimar gesprochen.

Zuerst einmal Glückwunsch zum Sieg in Hamburg. Wie fühlt man sich als frischgebackener Sieger eines WorldTour-Rennens?

Marco Haller: Ja, ich fühle mich natürlich super. Für mich als Domestik ist es etwas ganz Besonderes als Erster über die Ziellinie zu fahren. Das ist der größte Erfolg in meiner Karriere.

Du warst mit Teamkollege Patrick Konrad in der Gruppe. Aber Wout van Aert war auch dabei. Wie habt ihr den bezwungen?

Das war ja das Witzige. Es war gar keine Kommunikation und kein Abstimmen notwendig. Das Rennen war so schwer und der Vorsprung so gering, dass wir da gar keine Chance gehabt hätten, da jetzt irgendwie zu attackieren oder irgendwelche Spielchen zu spielen. Wir haben eher das Podium anvisiert. Deshalb ist Patrick gefahren und – wie wir alle – durch die Führung gegangen, um die Gruppe hinter uns auch auf Distanz zu halten. Und am Ende hat der Sprint entschieden.



Hier bei der Deutschland Tour habt ihr keinen klassischen Sprinter mit dabei. Wirst du am Ende versuchen mit reinzuhalten?

Ich glaube man sieht anhand der Profile, dass die klassischen Sprintetappen gar nicht dabei sind. Morgen gibt’s eventuell eine Chance für die Sprinter, aber alles andere ist zumindest 50/50 oder sogar schwerer. Die Rundfahrt wird am Schauinsland entschieden. Und dementsprechende denke ich, macht unser Aufgebot hier schon Sinn.

Wenn wir uns die Szene vor Augen führen, als Lennard Kämna beim Giro d’Italia Jai Hindley den Berg hinauf geführt hat, dann erkennen wir sofort, dass da wichtige Helferdienste geleistet wurden. Du bist letztendlich genauso wichtig für deine Mannschaft, auch wenn man deine Arbeit nur selten sieht.

Joa, ob ich wichtig bin, das können andere Leute besser beurteilen. Aber ich bin ohne einen Sieg in den vergangenen sieben Jahren immer für die Tour de France nominiert worden.

Das spricht für sich.

Das spricht für sich. Genau. Und es ist wie du sagst. Jeder, der sich ein bisschen mit der Materie auskennt, der weiß das schon. Ich vergleiche es immer mit Fußball. Da können auch nicht elf Fahrer stürmen und die Tore schießen. Da muss es genauso Leute geben, die verteidigen. Und das bin dann dementsprechend ich.



Hast du hilfreiche Tipps für junge, aufstrebende Fahrer, die von einer Profikarriere im Radsport träumen?

Boah, ja. Es ist halt schon eine gewisse Konsequenz, die notwendig ist. Der Sport wird immer professioneller, schon in frühen Jahren. Aber ich glaube, das ist jetzt nicht nur im Radsport so. Man muss eben fleißig sein, konsequent sein. Das ist am Ende das Wichtigste.

Marco Haller klopt Wout van Aert en Quinten Hermans in de Bemer Cyclassics in Hamburgpic.twitter.com/jOlHtjnT7M

— De Wielerwereld Vandaag (@dwv_be) August 21, 2022



#BemerCyclassics

MARCO HALLER @mhaller91 is your winner of @BemerCyclassics pic.twitter.com/ZOVu3PRpZF



— BORA – hansgrohe (@BORAhansgrohe) August 21, 2022

Stichworte:Deutschland-TourInterviewMarco HallerNewsVelomotion-Interview

Über Michael Behringer

Radsport mit all seinen Taktiken, Etappenanalysen, Platzierungen und Prognosen sind die große Leidenschaft von Michael Behringer. Im Jahr 1996 hat er seine erste Tour de France verfolgt. Seitdem beobachtet er nahezu jedes Rennen. Seine Passion Radsport begleitet ihn also seit über zwei Jahrzehnten. Ein Ende ist nicht in Sicht.

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