Test Rose Backroad AL Apex: Das neue Alu-Gravelbike punktet mit einem großen Staufach und der Option, dank vorinstallierter Verkabelung Geräte am Lenker mit Strom zu versorgen. Dazu gibt es die mechanische SRAM Apex, die auch in der Ära der elektronischen Schaltung überzeugen kann.
Während es bei Shimano neben den diversen Qualitätsstufen der GRX nun auch noch die neue Cues-Gruppe für Dropbar-Bikes gibt, hat SRAM die Fertigung mechanischer Gruppen komplett eingestellt – bis auf eine Ausnahme: Seit dem Sommer 2023 gibt es eine mechanische SRAM Apex in den zwei Varianten XPLR und Eagle, erstere für Kassetten bis 44 Zähne, letztere bis 50. Die letzte seilzugbetriebene Gravel-Schaltung der US-Firma ist gleichzeitig die erste mit zwölf Gängen und damit durchaus konkurrenzfähig, auch wenn die aktuellen Modelle von SRAM Red, Force und Rival nun 13 Ritzel schalten. Doch deren Schaltwerke sind nur mit dem neuen UDH-Standard kompatibel. Alle, die an einen älteren Rahmen eine SRAM-Schaltung montieren wollen, müssen also auf die Apex zurückgreifen (dies es auch in einer elektronischen 1×12-Variante gibt).
Fürs Rose Backroad AL gilt das nicht. Das neue Alu-Modell der Bocholter ist UDH-kompatibel, könnte also auch mit den elektronischen Highend-Gruppen aufgebaut werden. Doch die finden sich schon aus preislichen Gründen selten an Alu-Rahmen, auch wenn die Kombination durchaus Sinn macht. Ein Modell wie das Rose Backroad AL Apex ist jedenfalls eine der preiswertesten Möglichkeiten überhaupt, ein Gravelbike mit SRAM-Teilen zu fahren, und schon deshalb interessant.
Rose Backroad AL Apex: die Highlights
- Moderner Alu-Rahmen mit Staufach im Unterrohr
- Innovative Bordelektrik mit Ladebuchse am Vorbau
- Hochwertige mechanische SRAM-Schaltung
- 2.400 Euro, 10,58 kg ohne Pedale

Selten: Alu-Rahmen mit Staufach
Der Allrounder ist außerdem eines der allersten Alu-Modelle mit Staufach im Unterrohr, und auch sonst gleicht es dem neuen Backroad Carbon bis aufs Haar (bzw. bis aufs Gewicht): Kohlefaser- wie Leichtmetallrahmen teilen sich die ausgewogen-sportliche Geometrie, die mit eher steilem Sitzwinkel für optimale Kraftentfaltung sorgt und mit handlicher Lenkung gefällt. Ein reiner Tourer ist das Alu-Bike keineswegs, auch wenn es sich mit zahlreichen Montagemöglichkeiten natürlich eher für Bikepacking & Co. anbietet. Hier fallen die vertieft eingesetzten Schrauben an der Gabel auf, die für eine glattflächige Optik sorgen.
Hervorzuheben am Backroad AL Apex sind außerdem Details wie das verdeckte Achsgewinde rechts an der Gabel, und auch der dicke Steinschlagschutz am Unterrohr gefällt. Wie am Carbon-Modell gibt es außerdem als einzigartiges Feature die Option, eine integrierten Akku zur Stromversorgung zu nutzen. Wie das funktioniert? Vom Staufach im Unterrohr führt ein vorinstalliertes Kabel bis hoch zum speziellen Lenkervorbau, der mit einer USB-C-Buchse ausgestattet ist. An dieser „Steckdose“ kann man sein Smartphone oder eine Frontleuchte anschließen; der Strom kommt dann aus einer Powerbank, die man ins Rahmenfach legt, wo schon ein weicher Beutel wartet.
Fahrstabil und vortriebsstark
Das Unterrohr selbst ist breit und voluminös, sodass die Öffnung des Staufachs ziemlich groß ausfällt; der Deckel ist mit einem großen Arretierhebel ausgestattet und lässt sich einfach öffnen. Insgesamt wirkt das Rad mit seinen 45 mm breiten, bissigen Conti-Reifen recht bullig – und die füllen den Bauraum von Gabel und Hinterbau längst nicht aus. Das Gewicht ist mäßig hoch, die Rahmensteifigkeit gefühlt sehr – diese sorgt zusammen mit der handlichen Lenkung für flotten Vortrieb, wo ähnlich schwere, aber schlankere Bikes träge wirken.
Und was ist nun mit der mechanischen SRAM-Schaltung? Im Unterschied zu anderen Systemen kommt die Apex mit einem einzigen Schalthebel aus, der in beide Richtungen schaltet: kurz antippen = schwererer Gang, ganz durchdrücken = leichterer Gang. Das vor knapp 20 Jahren vorgestellte System funktioniert auch mit zwölf Gängen sehr gut; die Präzision ist hoch und auch über lange Zeiträume muss die Schaltung nicht nachgestellt werden.

Zahlreiche Übersetzungs-Optionen
In der von Rose montierten XPLR-Variante ist die Apex auch mit Rennrad-Kassetten von SRAM wie 10-33 oder 10-36 kompatibel; so können also auch mal die Straßen-Laufräder montiert werden. Ein praktisches Merkmal des Schaltwerks ist die Arretierfunktion der Schwinge – dann hängt die Kette durch und das Hinterrad lässt sich sehr einfach ein- und ausbauen. Vorbildlich ist die Ergonomie der Griffe; gerade in Kombination mit 180-mm-Scheiben ist die Bremsanlage top.
Schwer ist die mechanische SRAM Apex auch nicht, sieht man einmal von Alu-Kurbelsatz ab, der hier auch noch mit dem einfachen Stahl-Kettenblatt ausgestattet ist. Der Umstieg aufs Alu-Kettenblatt spart gut 100 Gramm und verbessert dazu die Optik; dass Rose sein Alu-Backroad nicht gleich mit diesem Bauteil ausstattet, ist etwas schade. Immerhin ist das Bike mit 2.400 Euro nicht unbedingt ein Schnäppchen. Klar, den eher hohen Preis kann man auch die vorinstallierten Stromkabel schieben. Allerdings ist das günstigste Carbon-Backroad schon für 3.000 Euro verfügbar – ebenfalls mit der Verkabelung, allerdings mit Shimano-Schaltung. Wie dem auch sei: Die Kombination aus Alu-Rahmen und SRAM-Schaltung ist für viel Fahrspaß gut – ob man die integrierte Stromleitung nun nutzt oder nicht.









