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E-MountainbikesTests

Höhenmetergarant mit Komfort-Plus: Das MYVELO Stelvio stellt sich vor

24. Juni 2026 by Lukas Mühlehner

Plüschige 160 mm Federweg, große 29-Zoll-Mountainbikereifen und starke Vierkolbenbremsen: Das MYVELO Stelvio tritt wie ein bulliges Enduro-Mountainbike auf. Für wen das Schwarzwald-Mountainbike am besten geeignet sein dürfte, wie seine Stärken aussehen könnten und wo wir den Einsatzbereich einordnen, das erfahrt ihr in dieser Vorstellung des MYVELO Stelvio!

Das MYVELO Stelvio stellt sich vor
Die Eckdaten des MYVELO Stelvio
Wie fährt sich das Bike?
Zwei Stärken des Stelvio
Ausstattung
Für wen ist das Stelvio das ideale Bike?

Tourenfully für Ausdauersportler: Die Eckdaten des MYVELO Stelvio

Hinter dem MYVELO Stelvio steht eine Marke aus dem Schwarzwald, gegründet von zwei ambitionierten Rennradlern. Doch auch im E-MTB-Bereich ist man dort gut aufgestellt. Neben dem Stelvio stehen auch das E-Hardtail Himalaya und das Carbon-E-Fully Aspen (hier gehts zum Test) zur Auswahl. Die Modellnamen lassen bereits erahnen: Mit diesen Bikes geht es hoch hinaus. Benannt nach dem Stilfser Joch, ist das Stelvio mit einem Bosch Performance CX Antriebsaggregat der fünften Generation ausgestattet – der Motor bietet seit dem neuen Performance Update bis zu 120 Nm Drehmoment! Eingebettet ist er in ein Aluminium-Chassis, das an Front und Heck 160 mm Federweg bereitstellt. Der 800-Wh-Akku kann leicht aus dem Unterrohr entnommen werden. Zwei Rahmengrößen sollen die meisten Fahrergrößen abdecken.



  • Federweg 160 mm vorne & hinten
  • Laufradgröße 29 Zoll
  • Rahmenmaterial Aluminium
  • Motor & Akku Bosch Performance CX Gen5 / PowerTube 800 Wh (herausnehmbar)
  • Display Bosch Purion 200
  • Rahmengrößen S/M, L
  • Gesamtgewicht 26,9 kg (selbst gewogen, ohne Pedale)
  • Laufradgewicht 2,5 kg / 3,3 kg (v/h, inkl. Reifen etc.)
  • myvelo.de
  • Preis (UVP) 4.699 Euro
Tourenfully
Das MYVELO Stelvio verfügt über 160 mm Federweg an Front und Heck und rollt auf 29-Zoll-Laufrädern. Ausgestattet mit einem Bosch Performance CX Motor Gen. 5 und einem 800 Wh großen Akku kostet das E-Mountainbike 4.699 Euro (UVP).
MyVelo Tourenfully

So fährt sich das MYVELO Stelvio

Turbo-Begeisterung

Im Rahmen dieser Vorstellung hatten wir die Gelegenheit, uns selbst einen Fahreindruck vom MYVELO Stelvio zu verschaffen. Das erste Aufsitzen zeigt bereits, dass sich MYVELO um eine ausgewogene Sitzposition bemüht hat, welche die Balance aus Sportlichkeit und Komfort ausgezeichnet zu halten weiß. In der Ebene lastet nicht zu viel Gewicht auf den Händen, sodass sich Transferkilometer unproblematisch abspulen lassen. Das Vorderrad befindet sich weit vor dem Fahrer und vermittelt damit viel Sicherheit im Gelände – wie es sich auf Trails fährt, darauf komme ich später zurück. Darüber hinaus wird das Fahrverhalten des Stelvio vom Bosch Performance CX Motor dominiert. Dieser schiebt am Berg kräftig an und verwandelt so das Bike zu einem Höhenmetergaranten.



Weiß auf langen Touren zu begeistern: Das MYVELO Stelvio steuert ruhig und unaufgeregt über die Trails.

Running Up That Hill (A Deal With Bosch)

Uphills, von denen ich genau weiß, dass sie mich ohne Motor in die Schnappatmung treiben würden, lassen sich spielend bewältigen. Bereitwillig reagiert das Bosch Aggregat auf meinen Input mit einem monotonen Summen und trägt mich weiter den Berg empor. Solange Saft im Akku ist, verschwimmen die Höhenmeterzahlen. Und der Akku hält lange: Anfangs vollgeladen, sind nach einer Mountainbike-Tour mit über 1.400 hm auf 35 km immer noch knapp 20 % der 800-Wh-Kapazität übrig – und dabei bin ich ausschließlich im Turbomodus gefahren! Hier spielt natürlich mein Fahrergewicht von ca. 72 kg eine entscheidende Rolle.

Und wie sieht es mit der Trail-Tauglichkeit des Stelvio aus? Die ist durchaus gegeben. Denn das vollgefederte Chassis arbeitet tadellos und positioniert den Fahrer ausgewogen zwischen den Laufrädern. In Kurven gilt es dann aber doch, nach vorne zu arbeiten, um Last auf das Vorderrad zu bringen. Der Hinterbau glättet alle Unebenheiten des Trails, ohne den Fahrer völlig vom Geschehen zu entkoppeln. Unter Kettenzug zieht sich Hinterbau auseinander (er verhärtet) und „hebt“ den Fahrer an, gut für den Vortrieb. Auf der Bremse bleibt das Heck sensibel. So präsentiert sich das MYVELO Stelvio als souveränes Mountainbike.



MyVelo Tourenfully
Der Bosch Performance CX Motor schiebt kräftig an und verwandelt das MYVELO Stelvio zum Höhenmetergaranten. Die Kraftentfaltung des Antriebsaggregats fühlt sich natürlich an und kann per Bosch FlowApp weiter feingetuned werden.
Mit dem Purion 200 Display wird der Bordcomputer des E-Bikes gesteuert.


Zwei Stärken des MYVELO Stelvio

Bosch als Zugpferd

MYVELO setzt voll auf den Bosch Antrieb – und zwar aus gutem Grund: Der Motor punktet mit einer natürlichen Fahrweise, ist als zuverlässiges Arbeitspferd bekannt und kann dank umfassendem Händler-Netzwerk im Problemfall unkompliziert repariert werden. Die 800-Wh-Kapazität des Akkus ist ebenfalls gut gewählt, denn sie erweitert die Reichweite und ermöglicht Reserven, die einen sagen lassen: Komm, diesen Anstieg nehmen wir auch noch mit.

Komfortables Fahrwerk

Ein weiterer Pluspunkt: Das RockShox Fahrwerk, bestehend aus einer Lyrik Base Federgabel und einem Deluxe Select Dämpfer. Beide Federelemente besitzen simple und effektive Einstellmöglichkeiten, sodass ein gutes Setup einfach gefunden ist. Was viele vergessen: Das richtige Setup ist weitaus wichtiger für ein gut funktionierendes Fahrwerk als Gimmicks und Feature-Vielzahl.

MyVelo Stelvio Tourenfully
Das verständliche und effektive RockShox-Fahrwerk am MYVELO Stelvio weiß zu begeistern. Ein gutes Setup ist mit einer Dämpferpumpe und einem Maßband schnell gefunden,


Die Ausstattung des MYVELO Stelvio

MYVELO Stelvio
DämpferRockShox Deluxe Select
FedergabelRockShox Lyrik Base
MotorBosch Performance CX Gen. 5 120 Nm
AkkuBosch Powertube 800 Wh (entnehmbar)
DisplayBosch Purion 200
LadegerätBosch
SchaltungShimano Deore 12-fach 10-51t
KurbelPro Wheel 170 mm / 38t
BremsenShimano Deore BR-M6120 203 / 180 mm
ReifenSchwalbe Nobby Nic Performance 29x2,4"
LaufräderNovatec
SattelstützePro Dropper 150 mm
SattelSella Italia GT-1
GriffeVelo
Gewicht26,9 kg
Preis (UVP)4.699 Euro

Bekannte Shimano-Qualität

Mit den Shimano Deore-Vierkolbenbremsen und der Zwölf-Gang-Schaltung aus der gleichen Modellreihe hat MYVELO ins richtige Regalfach gegriffen. Die Bremshebel sind ergonomisch geformt und rufen viel Power ab – schwere Fahrer möchten vielleicht auf eine große 203-mm-Bremsscheibe am Heck updaten. Das ist zum Glück einfach zu machen. Die Shimano Deore-Schaltung legt alle zwölf Gänge sauber ein und bietet viel Bandbreite, um sowohl steile Anstiege als auch schnelle Flachetappen bewältigen zu können. Für Vielfahrer wäre die verschleißärmere Shimano Linkglide eine Überlegung wert.

Die Shimano Deore-Bremsen verzögern zuverlässig und schnell. Für schwere Fahrer wäre eine größere Bremsscheibe am Heck toll, da diese weniger schnell überhitzt und mehr Bremshebel über das Hinterrad bietet.


Die Deore-12-fach-Schaltgruppe bietet gewohnte Shimano-Qualität und viel Bandbreite. Gerade an Tourenbikes wie dem Stelvio, die viele Kilometer sehen, wäre eine Shimano Linkglide angebracht.

Dropperpost für einfaches Auf- und Absteigen

Wie es sich für ein Fully gehört, finden wir eine verstellbare Sattelstütze am MYVELO Stelvio. In Größe L bietet sie 150 mm Verstellweg und damit mehr als genug, um das Auf- und Absteigen zu erleichtern. Auch auf zahmen Trails genügen die 150 mm, um etwas mehr Bewegungsfreiheit zu gewährleisten, als wenn eine starre Sattelstütze verbaut wäre.

Tourenfully
Die Dropperpost der Shimano Tochtermarke stellt dem Fahrer 150 mm Hub für bequemes Auf- und Absteigen zur Seite.


Nobby Nic als perfekter Touren-Kompromiss

Bei den Reifen hat sich der Hersteller aus dem Schwarzwald für Schwalbe Nobby Nic Reifen in der Performance-Ausführung entschieden. Auf Forstwegen und lockeren Waldböden fühlt sich der Schwalbe Reifen sehr wohl und stellt einen gelungenen Mix aus Grip und Rollgeschwindigkeit bereit. Nur für die ganz wilden Trailfahrten könnten die Dämpfung und der Pannenschutz  etwas höher ausfallen.

Der Nobby Nic in der Performance-Variante schafft einen guten Kompromiss aus Off-Road-Grip und niedrigem Rollwiderstand.

Ergonomisches Cockpit

Am verbauten Cockpit lässt sich ablesen, dass sich das Stelvio klar als sportliches Tourenfully identifiziert. Mit einer Breite von 740 mm spannt der Lenker nicht so ganz weit auf wie an sperrigen Enduros und soll eine ergonomische Handposition ermöglichen. Die Kehrseite: Bremsen, Schalt- und Dropper-Hebel sowie das Display teilen sich so insgesamt nur begrenzten Platz. Für manche könnte der Lenker zu wenig Rise (Kröpfung) besitzen, aber das ist Geschmacksache.



Für wen ist das Stelvio das ideale Bike?

Der Rahmen des Stelvio weiß mit seiner schwarz-glänzenden Lackierung und den edlen, silbern abgesetzten Decals zu gefallen und wirkt robust verarbeitet. Ausstattungsdetails wie Sattel, Reifen und Lenker zeigen: Das Stelvio ist weniger waschechtes Enduro und mehr sportliches Tourenfully. Es spricht Genussradler und Trailfahrer an, die ihre Ein- oder Mehrtagestouren am liebsten gemütlich, aber ausdauernd bestreiten. Innerhalb dieses Einsatzzweckes blüht das Stelvio auf und verspricht, ein zuverlässiger, stressfreier und komfortabler Begleiter auf langen Touren zu sein.

Tourenfully



MyVelo Stelvio Tourenfully

Dies ist der Box-Titel
Disclaimer: MYVELO hat uns das Stelvio im Rahmen einer bezahlten Vorstellung bereitgestellt.
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Fazit: MYVELO Stelvio

Pro

  • Intuitive Fahrweise
  • Komfortables Fahrwerk
  • Bosch Antrieb
  • Großer 800-Wh-Akku

Contra

  • Relativ schwer

Fakten

RahmenmaterialAluminium
AntriebstypBosch Performance CX Gen5
Gewicht26,9 kg
Preis4.699 Euro
Web myvelo.de

Gesamtwertung

Preis-/Leistung

Das MYVELO Stelvio bietet den Komfort eines Enduros, verknüpft mit der ausdauernden Sportlichkeit eines Tourenbikes. Heraus kommt ein 160 mm Fully, das Tourenfahrer und Genussradler ansprechen dürfte, für den harten Traileinsatz aber zu viele Kompromisse bei der Ausstattung eingeht.
Stichworte:#VMmtbE-MTBfeaturedMyVeloTest

Über Lukas Mühlehner

Als Niederbayer passt er perfekt ins Velomotion-Team; Lukas Mühlehner studierte in Regensburg Philosophie, Geschichte und Politikwissenschaft und sammelte nebenbei in der Bike-Industrie und später bei mtb-news.de viel Erfahrung in der Branche und im redaktionellen Arbeiten. Vom Donau-Flachland ist er in den Bayerischen Wald gezogen, um seine Volontärstelle bei Velomotion anzutreten und auf den dortigen MTB-Trails zwischen Arber und Geißkopf auf ausgiebige Testfahrten zu gehen.

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