Test Maxxis Reaver und Rambler: Ob man sie nun für unterschiedliche Streckenbedingungen nutzt oder als Paarung wie am MTB: Die zwei Maxxis-Reifen überzeugen mit einfacher Montage, guten Rolleigenschaften und leichtem Lauf dank neuer Gummimischung.
Wer vom Mountainbike zum Graveln kommt, überträgt gerne die dort geltenden Gepflogenheiten aufs Dropbar-Bike. Und das heißt für die Bereifung: In aller Regel werden an Vorder- und Hinterrad unterschiedliche Pneus gefahren. Dabei setzt man vorne den bissigeren Pneu ein, um maximalen Seitenhalt zu erhalten; hinten, wo über zwei Drittel des Fahrergewichts lasten, kann derweil auf maximalen Grip verzichtet werden. Dafür ist an dieser Stelle optimaler Rollwiderstand gefragt.
Maxxis Reaver und Rambler: Reifenpaarung wie am MTB
Lässt sich dieses Prinzip also aufs Gravelbike übertragen? Wer’s probieren will, sollte sich im Portfolio von Maxxis die Kombination aus Reaver und Rambler anschauen. Der Rambler wird vom Hersteller als Allrounder für mittleren bis festen Untergrund angeboten, bei dem die flachen Profilblöcke auf dem Laufstreifen auch auf Asphalt gut rollen. Ein Schlammreifen ist dies offiziell nicht – dafür hat Maxxis den Ravager im Programm. Das an den Seiten eher offene Profil des Rambler dürfte sich jedoch gut freischleudern, sodass feuchte Böden kein Hindernis sein sollten.
Deutlich anders steht der Maxxis Reaver da, der sich als schneller Reifen für 50 % Asphalt und 50 % Gelände positioniert. Er hat die Lücke zwischen dem Rambler und dem Receptor geschlossen (Slick-Lauftsreifen und Schulterstollen), wozu er mit quer gestellten, feinen Profilblöcken in der Mitte, diamantiertem Zwischenbereich sowie längs stehenden Schulterstollen aufwartet. Damit ist er je nach Druck auf lockerem Boden ziemlich griffig, außerdem verfügt er über satten Kurvengrip.
Mehr Leichtlauf dank HYPR-X-Compound
Außerdem ist der Reaver der erste Reifen mit einer neuen Gummimischung namens HYPR-X sowie 120-tpi-Karkasse. Laut den Messungen der Website Bicyclerollingresistance.com haben diese Maßnahmen zu einer Reduzierung des Rollwiderstands um rund 20 % geführt, womit dieser Reifen nun auf dem Niveau vieler erwiesen schneller Konkurrenten liegt. Und auch beim Pannenschutz muss man sich hier keine Gedanken machen – dieser ist hoch, und ohnehin fährt man am Gravelbike ja tubeless.
Die Montage beider Reifen funktioniert gut, auch wenn sie eher stramm auf der Felge sitzen. Dazu dichten sie so gut ab, dass man die Pannenmilch wirklich nur als Defektschutz benötigt – theoretisch könnte man sie auch „trocken“ fahren. Auf der Strecke erweist sich die Kombination von Rambler vorne und Reaver hinten als durchaus funktionell, wobei ersterer auf Asphalt-Abschnitten deutlich als Stollenreifen erkennbar ist. Der Seitenhalt des Reaver ist derweil im Gelände so gut, dass wenig dagegen spricht, ihn auch vorne zu fahren. Beim Gravelbike – zumal einem eher race-orientierten wie dem Specialized Crux DSW – ist die Gewichtsverteilung ja etwas ausgewogener als am MTB.

Beim Kauf bitte aufs neue Modell achten!
Ein wichtiger Hinweis: Auch den Rambler haben wir in der neuen Version mit HYPR-X-Compound getestet. Beim Kauf sollte man auf jeden Fall darauf achten, dieses Modell zu bekommen, denn der RoWi-Unterschied beträgt insgesamt rund 10 Watt. In 45 mm Breite wiegt der Rambler ganz knapp 550 Gramm, der Reaver 500 Gramm – so viel, wie mancher Wettbewerber als 40er wiegt. Beide Modelle werden in Schwarz und mit Tanwall-Seitenwand angeboten; der Preis beträgt jeweils 59,90 Euro.



