Mondraker Arid Gravel: Der spanische MTB-Spezialist ist noch nicht allzu lange am Gravel-Markt vertreten. Dennoch kann die Arid-Baureihe durchaus überzeugen, zumal man dank optionalem Rahmenset nicht unbedingt auf die Trail-orientierte Produktphilosophie festgelegt ist.
Die spanische MTB-Marke stellte ihre ersten Gravelbikes zum Modelljahr 2025 vor und ließ sich dabei von ihrer DNA inspirieren. Mit 70° Lenkwinkel und 74° Sitzwinkel ist die Rahmengeometrie klar ans Mountainbike angelehnt; eine Gabellänge von 420 mm deutet außerdem die mögliche Verwendung kurzer Gravel-Federgabeln an. Damit passt das Arid gut zum Markenkern, und auch Merkmale wie 50 mm Reifenfreiheit und eine eher aufrechte Sitzhaltung stehen dem Trail-orientierten Konzept gut zu Gesicht. Ungewöhnlich gestaltet ist der Hinterbau: Die Sitzstreben gehen nicht direkt ins Sitzrohr über, sondern teilen sich vorher in zwei nach unten weisende Mini-Streben. Das soll beim Carbon- wie beim Alu-Rahmen den Komfort verbessern.
Mondraker Arid Gravel: die Highlights
- Carbon- und Aluminiumrahmen mit Trail-Geometrie, entspannter Sitzhaltung und 50 mm Reifenfreiheit
- Optimiertes Staufach im Carbonrahmen
- Zwölffach-MTB-Kassetten an allen Modellen bis auf die Top-Version
- Carbon-Modelle zwischen 8.999 und 2.999 Euro; Carbon-Rahmenset 1.999 Euro
- Alu-Modelle 2.299 und 2.699 Euro
Klar, dass die jungen Bikes gleich auf dem Stand der Technik waren: Eine UDH-Aufnahme für Full-mount-Schaltwerke gehörte von Anfang an ans Mondraker-Gravelbike, ebenso wie ein Staufach im Unterrohr der Carbon-Varianten. Ins kommende Modelljahr geht es also eher mit Detailverbesserungen: So wurde das besagte Staufach optimiert, um seine Nutzung zu erleichtern, außerdem sind die Carbon-Modelle nun mit einer Gabel ohne Gewindebohrungen ausgestattet. Bei der Lenkerbreite geht Mondraker jetzt stärker auf die Rahmengröße ein, damit das Cockpit optimal auf die jeweiligen Fahrer/innen abgestimmt ist.

Zur Produktphilosophie der Mountainbike-Marke gehört, auch die Gravelbikes mit MTB-Kassetten und -Schaltwerken auszustatten. Eine Ausnahme macht nur das Topmodell, genannt Mondraker Arid Carbon RR SL (8.999 Euro), das mit kompletter SRAM Red XPLR kommt inklusive Powermeter und 13-fach-Kassette. Dazu gibt es die superbreiten Zipp 303 XPLR SW mit aerodynamischen „Dimples“ und den speziell auf die Felgen abgestimmten Goodyear-Reifen.
Kombination von Gravel-Shiftern und MTB-Schaltung
Beim eine Stufe tiefer positionierten Arid Carbon RR (6.499 Euro) werden die SRAM-Force-Shifter mit einem „XO Eagle AXS“-Schaltwerk und 10-52er 12-fach-Kassette kombiniert; bei den Laufrädern setzt Mondraker auf den etwas einfacheren Zipp 303 XPLR S. Auch das Force-Modell kommt mit Leistungsmessung. Als drittes SRAM-Modell gibt es das Arid Carbon R (4.499 Euro) mit Rival-Hebeln, SRAM-GX-Schaltwerk und Mavic-Carbonradsatz.
Wer die Shimano GRX Di2 bevorzugt, kommt mit dem Mondraker Arid Carbon RS (5.399 Euro) auf seine/ihre Kosten. Bei dieser Gruppe ist die 10-51er Kassette ohnehin gesetzt; mit MTB-Wechslern muss hier also nicht operiert werden. Dafür gibt es einen Fulcrum-Radsatz mit dem auffälligen Wellenprofil an der Innenseite und wie bei den oben genannten SRAM-Modellen einen Carbonlenker. Auch ein Carbon-Modell mit mechanischer Shimano GRX 12-fach gibt es, das Arid Carbon S GRX (2.999 Euro). Seinem günstigen Preis entsprechend wird es mit Alu-Lenker und einem soliden Mavic-Radsatz mit Aluminiumfelgen komplettiert.
Die günstigste SRAM-Ausführung des Mondraker Arid heißt Carbon S AXS (3.499 Euro). Auch hier wird elektronisch geschaltet, wobei die „SRAM Apex D1“-Shifter zum Einsatz kommen, die ohnehin auf den Zwölffach-Betrieb ausgelegt sind. Diese bedienen wiederum ein MTB-Schaltwerk im Direkt-mount-Stil.
Günstiges Alu-Modell mit 1×12 elektronisch
Zwei Alu-Gravelbikes hat Mondraker auch zu bieten, das Arid R (2.699 Euro) mit elektronischer SRAM Apex 12 sowie das Arid S (2.299 Euro) mit mechanischer Shimano GRX. Beide kommen mit den soliden Mavic Allroad Disc, deren Besonderheit hakenlose Alu-Felgen sind.
Wie ist das breit aufgestellte Gravel-Sortiment der spanischen Marke zu bewehrten? Angesichts der Trail-Ausrichtung des Arid kann man den Aufbau mit Zwölffach-Schaltungen aus dem MTB-Sektor durchaus nachvollziehen; die Aero-Laufräder der teureren Modelle passen allerdings nicht so ganz ins Konzept. In dieser Hinsicht sind die zwei günstigen Carbon-Modelle stimmiger. Auch die preiswerten Alu-Bikes gefallen, zumal sie die Gewindebohrungen an der Gabel für Gepäckhalterungen behalten haben.
Allerdings baut Mondraker irgendwelchen Diskussionen um die Spezifikationen vor, indem das Carbon-Rahmenset für günstige 1.999 Euro angeboten wird. Damit kann man beispielsweise ein ziemlich preiswertes Rival-13-Bike kreieren, das inklusive Carbon-Radsatz nicht mehr als 4.200 Euro kosten muss. Auch das macht den spanischen Hersteller ziemlich sympathisch.

Die eher Trail-orientierten Gravelbikes von Mondraker wirken mit Aero-Laufrädern und ohne Gewinde an der Gabel durchaus Race-mäßig.







