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Radsport

Radsport: Fahrergewerkschaft CPA mit neuem Sicherheitskonzept

3. Juni 2016 by Michael Faiß

Radsport: Die Fahrergewerkschaft CPA wird heute der UCI ein gemeinsam mit den Fahrern und den nationalen Verbänden ausgearbeitetes Sicherheitskonzept vorlegen. Neben dem Dauerbrenner-Thema Begleitfahrzeuge wird darin auch der teils gefährliche Streckenführung, vor allem in den finalen Kilometern, viel Platz eingeräumt. 

Spätestens seit dem von zwei Begleitmotorrädern verursachten, großen Crash bei der Belgien-Rundfahrt am letzten Wochenende, seit dem Lotto Soudal Profi Stig Broeckx im Koma liegt, ist die Diskussion um die Sicherheit der Radprofis während des Rennens neu entbrannt. Die Fahrergewerkschaft CPA hat nun ein neues Sicherheitskonzept ausgearbeitet, das sich unter anderem mit der Thematik Begleitfahrzeuge befasst. Dieses Konzept werden Vertreter der CPA heute mit der UCI diskutieren und um eine baldige Umsetzung bitten.

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Das Kapitel ‚Begleitfahrzeuge‘ wird dabei von der CPA in sechs Unterkategorien unterteilt:

  1. Ausbildung und Erfahrung der Fahrer: Die UCI soll dafür sorgen, dass es zusätzliche Möglichkeiten für die Fahrer gibt, Nachweise über deren Fähigkeiten zu erwerben – sei es auf Basis der Renntage oder durch die Absolvierung von Schulungen und Fortbildungsseminaren. Weiterhin soll dieses System auf sämtliche Fahrer zutreffen: Egal ob Begleitmotorrad, Polizei, Rennorganisatoren, Werbefahrzeuge usw.
  2. Kennzeichnung und Meldesystem für Zwischenfälle: Alle Fahrer von Begleitfahrzeugen sollen zukünftig klar erkennbare Nummern tragen, mit denen sie identifiziert werden können. Dies soll dazu dienen, dass Profis oder andere Teammitglieder achtloses und gefährliches Verhalten von Fahrern der UCI melden können, auch wenn dieses aus glücklichen Umständen nicht zu einem Sturz führen sollte. Der Verband kann dann die entsprechenden Schritte einleiten.
  3. Geschwindigkeitsbegrenzungen: Motorräder und andere Fahrzeuge dürfen die Fahrer mit einer Geschwindigkeitsdifferenz von maximal 10km/h überholen
  4. Ausweichstraßen: Falls möglich, sollen Motorräder das Peloton auf Nebenstraßen passieren dürfen.
  5. Größe des Pelotons: Immer wieder war auch eine Reduzierung der Anzahl von Fahrern diskutiert worden. Ob eine derartige Maßnahme jedoch Sinn macht, müsse laut CPA zuerst durch Untersuchungen und Studien erwiesen werden.
  6. Anzahl von Begleitmotorrädern: Auch wenn immer wieder eine Höchstgrenze von Begleitmotorrädern ins Spiel gebracht wurde, haben sich Fahrer und CPA mehrheitlich dagegen ausgesprochen. Da ein großer Teil der Motorräder der Sicherheit der Fahrer dient, würde eine Reduzierung wohl eher zu einer zusätzlichen Gefährdung führen.

Neben der Causa Begleitfahrzeuge befasst sich das Sicherheitskonzept auch mit der Streckenführung der letzten 3km vor dem Ziel eines Rennens oder einer Etappe. Gerade in den letzten Jahren wurde von Fahrerseite immer wieder eine unnötig gefährliche Streckenführung in ohnehin schon hektischen Schlussphasen kritisiert. Um dies zukünftig zu verhindern, schlägt die CPA vor, dass die Streckenführung der letzten 3km mindestens 30 Tage vor Rennbeginn von der UCI, der AIGCP und der CPA abgesegnet werden soll. Weitere Maßnahmen wie das konsequente Entfernen und Entschärfen von Hindernissen sollen ebenfalls im Regelwerk des Weltverbands verankert werden.

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Stichworte:CPACrashNewsUCIUnfall

Über Michael Faiß

Michael Faiß hat in München Englisch und Geschichte studiert. Nach einem einjährigen Aufenthalt in England arbeitete er als Übersetzer unter anderem für das Magazin Procycling und das Degen Mediahouse. Außerdem ist er seit der Kindheit passionierter Radfahrer und –schrauber und fühlt sich vor allem abseits der asphaltierten Wege zuhause.

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