Vorschau Flèche Wallonne: Wer soll Alejandro Valverde schlagen?

Vorschau Flèche Wallonne: Wer soll Alejandro Valverde schlagen?

Radsport: April, April, der weiß nicht was er will. Doch Alejandro Valverde (Movistar) weiß es: Der Spanier möchte seinen fünften Sieg beim Flèche Wallonne einfahren. Wir Zuschauer wollen erneut ein packendes Rennen sehen. Besonders im Monat April bekommen wir meist den besten Radsport geboten. Mit dafür verantwortlich sind die Ardennen-Klassiker. Den ersten davon haben wir am Sonntag mit dem Amstel Gold Race bereits hinter uns gebracht. Ob der Flèche Wallonne am Mittwoch ebenso spannend wird? Wir blicken auf das Starterfeld sowie die Strecke und geben eine nicht ganz so gewagte Prognose ab.

Über 200 Kilometer Anlauf für die Mur de Huy

Jeder Radsportfan kennt die Mur de Huy. So bekannt wie sie ist, so gefürchtet wird sie von den Profis. Nach einem über 200 Kilometer langen Rennen von Binche nach Huy wartet am Ende noch eine 1.300 Meter lange Wand. Die Mur de Huy weist eine Steigung von durchschnittlich 9,6 Prozent auf und muss insgesamt dreimal befahren werden: 58 & 29 Kilometer vor dem Ziel und dann noch einmal am Ende. Wer da noch frische Beine hat und gleichzeitig nicht allzu viel auf die Waage bringt, der kann dann um den prestigeträchtigen Sieg mitfahren. Dabei reicht es nicht, ein guter Bergfahrer zu sein, denn die Mur de Huy hat beinahe ihre eigenen Gesetze. Auf dem Weg hinauf haben sich schon viele Profis überschätzt. Einen Vorsprung von rund 20 Sekunden noch aufzuholen, scheint für die Top-Fahrer kein Problem zu sein. An erfolgreiche Ausreißer oder Überraschungssieger kann sich daher kaum jemand erinnern.

Flèche Wallonne Mur de Huy
Nichts zu lachen haben die Fahrer in der Mur de Huy. Hier endet der Flèche Wallonne nach über 200 Kilometern.

Unser Tipp: Alejandro Valverde ist nicht zu schlagen

Auf dem Weg nach oben fahren die Profis an sieben Kapellen vorbei. Augen dafür haben die Fahrer jedoch keine. Kaum ein Berg im Radsport verlangt den Piloten nach einer so langen Distanz noch so viel ab. Die 1,3 Kilometer lange Mauer hat im Schnitt zwar „nur“ 9,3 Prozent, doch einige Passagen weisen rund 17 Prozent aus. Das schlimmste Stück bringt mit einer Steigung von 26 Prozent jeden Fahrer an seine Grenzen. Mit seinem vierten Sieg im vergangenen Jahr hat sich Alejandro Valverde zum Rekordhalter des Flèche Wallonne gemacht. Da er sich derzeit in einer bestechenden Form präsentiert, gilt er erneut als klarer Favorit. Seine größten Herausforderer vom Team Quick-Step Floors fallen aus: Philippe Gilbert fehlt wegen einem Nierenriss, Julian Alaphilippe hat Knieprobleme. Beeindruckend, dass auch der dritte große Widersacher für das Team Quick-Step Floors fährt: Daniel Martin fuhr beim Flèche Wallonne bereits viermal in die ersten sechs.

Flèche Wallonne Alejandro Valverde
Das Duell Quick-Step Floors gegen Alejandro Valverde gab es beim Flèche Wallonne bereits mehrfach.

Gelingt Michael Albasini endlich der große Sieg?

Deutsche sowie österreichische Fahrer werden morgen wohl keine Rolle spielen. Hoffnung gibt es aber für die Schweizer: Michael Albasini (Orica-Scott) hat sich beim Amstel Gold Race sehr stark präsentiert. Ihm liegt auch der Flèche Wallonne. Schließlich fuhr er hier schon achtmal in die Top 11. Auch mit dem Sky-Duo Sergio Luis Henao und Michal Kwiatkowski ist zu rechnen. Weitere Siegkandidaten dürften jedoch schwer zu finden sein. Alexis Vuillermoz (Ag2r), Tim Wellens (Lotto Soudal), Rigoberto Uran (Cannondale-Drapac) und Daniel Moreno (Movistar) werden bestenfalls Außenseiterchancen zugetraut. Gespannt sein dürfen wir auf den zweiten Auftritt von Michael Woods (Cannondale-Drapac). Der Kanadier wurde hier im vergangenen Jahr bereits zwölfter und präsentierte sich zuletzt in einer durchaus konkurrenzfähigen Verfassung an einem steilen Anstieg. Vergeblich suchen werden wir leider die Zwillinge Simon und Adam Yates vom Team Orica-Scott. Die Briten verzichten nach bisher enttäuschenden Resultaten beim Flèche Wallonne in diesem Jahr auf einen Start.

 

über den Autor

Michael Behringer

Im Jahr 1996 hat Michael Behringer seine erste Tour de France geschaut. Seitdem verfolgt er nahezu jedes Rennen. Seine Passion Radsport begleitet ihn also seit über zwei Jahrzehnten. Ein Ende ist nicht in Sicht.

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