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GravelbikesTests

Attraktives Gravelbike mit neuem Rahmen und vielfältigen Einsatzmöglichkeiten: Bulls Grinder 4

9. Mai 2025 by Caspar Gebel

Test Bulls Grinder 4: Das Alu-Gravelbike der Kölner Marke geht mit einem verbesserten Rahmen in die neue Saison. Dazu gibt es solide Technik und eine große Bandbreite von Einsatzzwecken von Rennsport bis Commuting.

Wer mit der Anschaffung eines Gravelbikes bis zum Frühjahr 2025 gewartet hat, wird bei Bulls belohnt – und zwar mit einem neuen Modell des Grinder. Das Alu-Gravelbike, das die Rahmengeometrie des Carbon-Modells Machete auf einen interessanten Preispunkt bringt, hat einen an die aktuellen Standards angepassten Rahmen erhalten und ist damit nun voll auf der Höhe.

Mit optimiertem Rahmen ist das Bulls Grinder funktionell auf der Höhe.


Allzu viele Jahre ist das Grinder noch nicht auf dem Markt, dennoch sind aktuell vier Varianten im Umlauf – wer zum nächstgelegenen ZEG-Händler geht, um nach einem Gravelbike zu schauen, sollte also genau hingucken, wobei die jeweiligen Preisschilder Orientierungshilfe leisten. Das derzeitige Basismodell ist das Grinder 1, erkennbar an den von oben ins Oberrohr führenden Schaltzügen. Dieses Rad ist vorne wie hinten mit klassischen Schnellspannern an den Laufrädern ausgestattet. Bei Grinder 2 – die Schaltzüge führen rechts und links ins Oberrohr – gibt es bereits eine Steckachse an der Gabel.

Bulls Grinder 4: Steckachse jetzt auch hinten

Am Bulls Grinder 4 spezifiziert der Kölner Hersteller nun auch hinten eine Steckachse. Betrachtet man das Rad von der Antriebsseite, wirkt es besonders aufgeräumt – Schaltzug und Bremsleitung führen nämlich links ins Unterrohr hinein. Und noch etwas fällt auf: Nach dem Titanrad Mache-Ti ist dies das zweite Gravelbike der Marke mit UDH-Schaltauge. Selbst das Carbon-Bike Machete verfügt noch nicht über diese Technologie, die die Montage der neuen Direktanbau-Schaltwerke von SRAM ermöglicht.

Beim 2025er Grinder laufen Züge und Leitungen links ins Unterrohr.
Doppelschlag am Heck: Steckachse und UDH-Schaltauge.


Ob man so ein Teil mal am Gravelbike braucht? Gut möglich, denn der hochwertige Rahmen des Bulls Grinder 4 spricht für eine lange Nutzungsdauer, was wiederum ein Komponenten-Upgrade möglich macht. Erst einmal kommt man mit der Shimano GRX-RX600 allerdings sehr gut zurecht. Okay, Bulls verbaut sie in der 1×11-Version, montiert also nicht die ganz neue Version mit zwölf Gängen. Deren Vorteil ist aber marginal – den zusätzlichen Schnellgang dank 10er Ritzel braucht man nur ganz selten, und auch den etwas leichteren Berggang (45 statt 42 Zähne) dürfte man nur in extremem Gelände vermissen. Unser Tipp: die Elffach-Gruppe ein paar Jahre fahren und dann auf eine elektronische Schaltgruppe umrüsten – etwa auf die Shimano GRX 1×12 Di2, die voraussichtlich noch dieses Jahr vorgestellt wird.

Typisch Bulls sind die Steckplätze für Akkuleuchten.
45 mm breite Reifen sind im Sport wie auf Reisen angesagt.

Bis es soweit ist, kann man sich an der präzisen, verlässlichen Funktion der mechanisch-hydraulischen Gruppe erfreuen, die ebenso sicher und geschmeidig schaltet, wie sie stark und gut dosierbar bremst. Und natürlich am Grinder selbst, d. h. am Alu-Rahmen mit seinen vielen guten Eigenschaften. Zu diesen gehört eine angenehme, nicht übertrieben sportliche Sitzhaltung, die freilich durch den Wechsel des Lenkervorbaus deutlich aggressiver gestaltet werden kann – wer will, sitzt im Handumdrehen tiefer und gestreckter und hat damit ein fast schon renntaugliches Bike unter sich. Dabei ist das Bulls gerade mit dem kurzen Serienvorbau ausgesprochen handlich, was für viel Fahrspaß sorgt.



Viele Montagemöglichkeiten und große Reifenfreiheit

Auf der anderen Seite ist das Bulls Grinder 4 mit seinen zahlreichen Montage-Optionen wie geschaffen für die Nutzung als Langstrecken-Gravelbike. Oberrohr- und Rahmentasche sowie Packtaschen an der Gabel machen es rundum Bikepacking-tauglich; auch ein Gepäckträger kann angebracht werden, ebenso Schutzbleche und sogar ein Seitenständer. Für beide Einsatzbereiche – Sport und Reise – optimal sind die 45 mm breiten Reifen (wobei auch 50er reinpassen): Im Wettkampf verhindert das große Volumen Reifenschäden und verbessert die Dynamik; mit Gepäck erlaubt es trotz des höheren Gewichts einen komfortablen Luftdruck.

Das Elffach-Getriebe ist nach wie vor aktuell.
Unterm Unterrohr lassen sich Tasche oder Spannband befestigen.

Wer will, kann am Bulls Grinder 4 spezielle Akkuleuchten montieren; auch eine Frontleuchte kann angebracht werden, falls man ein Vorderrad mit Dynamo einbaut. Wer letzteres in Erwägung zieht, sollte sich aber schon vor dem Kauf ein paar Gedanken machen. Mit dem Bulls Daily Grinder 4 haben die Kölner nämlich ein Schwestermodell im Sortiment, das bereits mit allem ausgestattet ist, was man im Alltag und auf Reisen braucht, und das gerade mal 100 Euro mehr kostet. Und natürlich basiert auch dieses Rad auf dem aktuellen Rahmen mit Steckachsen und UDH-Schaltauge.



www.bulls.de

Fazit: Bulls Grinder 4

Pro

  • Moderner Gravelrahmen
  • MonkeyLink für Beleuchtung
  • attraktiver Preis
  • vielseitig

Contra

Nichts

Fakten

Produktjahr2025
Preis1.899 Euro
Web www.bulls.de
Das Bulls Grinder 4 ist ein modernes Gravelbike mit solider Technik und einer großen Bandbreite von Einsatzzwecken von Rennsport bis Commuting. Details wie die UDH-Befestigung fürs Schaltwerk, MonkeyLink für eine schnelle und sichere Befestigung von Front- und Heckleuchten sowie viele Befestigungspunkte an Rahmen und Gabel machen die neue Generation der Grinder-Modellfamilie zu vielseitigen Gravelbikes für Sport und auch Alltag.
Stichworte:2025BullsEinzeltestfeaturedGravelGravelbikeTest

Über Caspar Gebel

Caspar Gebel sitzt seit 40 Jahren auf dem Rennrad. Der Fachjournalist und Sachbuchautor arbeitet für Velomotion und auch für die Zeitschriften Procycling und Fahrrad News.

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