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Kurzer Rennsattel mit lang anhaltendem Komfort: Ergon SRS Comp Men

19. November 2025 by Caspar Gebel

Test Ergon SRS Comp Men: Das neue, besonders kurze Modell der Koblenzer fällt mit so hohem Komfort auf, dass man sich gerne zum Sattel mit Mittelrinne bekehren lässt. Dazu gibt es griffiges, weiches Lenkerband, das einfach zu wickeln ist und gut in der Hand liegt. 

Wer (so wie ich) mit Sätteln mit zentraler Aussparung nicht so gut klarkommt, hat es heutzutage schwer. Die Längsrinne gehört bei den Modellen vieler Anbieter zum Standardrepertoire, doch nicht bei allen sorgt sie für Entlastung. Im Gegenteil kann die Rinne – je nachdem, wie sie geformt ist – zusätzlichen Druck erzeugen bzw. von einer Stelle zu einer anderen verlagern. Das passiert z. B. gerne mal dann, wenn die Kante der Aussparung in der Sattelschale nicht oder nicht ausreichend gepolstert ist und man aus irgendeinem anatomischem Grund genau auf dieser Stelle sitzt.

Den ergonomischen Versprechen der Sattelhersteller gegenüber bin ich also immer ein bisschen vorsichtig, denn ich habe eher mit ganz einfachen Formen und Konturen gute Erfahrungen gemacht, weniger mit ausgeklügelten Druckentlastungs-Konzepten. Aber natürlich lasse ich mich gern eines Besseren belehren, und den Koblenzer Ergonomie-Spezialisten von Ergon ist dies geglückt. Das Unternehmen ist vor allem durch seine innovativen „Flügelgriffe“ bekannt, die vor allem an Trekking- und Alltagsrädern weit verbreitet sind, wo sie mit der großen Auflagefläche für den Handballen für Komfort sorgen. Auch im sportlichen Bereich ist Ergon aber stark vertreten – wiederum mit Griffen fürs MTB, Lenkerbändern fürs Rennrad und natürlich Sätteln für so ziemlich alle Disziplinen.



Mit bequemem Sattel und ein angenehmem Lenkerband macht sich Ergon im Dropbar-Bereich einen guten Namen.

Ergon SRS Comp Men: Kurzer Rennsattel mit breiter Vertiefung

Ein neues Modell ist der SRS Comp Men, dazu ein ziemlich modernes: Mit einer Länge von 250 mm gehört er in die Kategorie „kurzer Rennsattel“, in welcher Ergon bislang nicht vertreten war. Die Idee hinter solchen Sätteln, die rund 2-3 cm kürzer sind als Standard-Modelle, ist, dass man in unterschiedlichen Fahrsituationen stabil in einer Position bleibt, anstatt mal vorne und mal nach hinten zu rutschen. Das bedeutet natürlich, dass die eine Position maximal bequem sein muss, sodass man auch mal ein paar Stunden darin verharren kann. Ob das beim Ergon SRS Comp Men klappt?

Ergon SRS Comp Men – die Highlights



  • Ergonomisch optimierter Dropbar-Sattel für etwas aufrechtere Sitzhaltung
  • Preis: 119,95 Euro
  • Gewicht: 261 Gramm (Breite S/M = 140 mm; M/L = 148 mm ca. 30 Gramm mehr)
  • Länge 250 mm
  • Sattelschale Nylon, Stahlstreben
  • Orthopedic Comfort Foam mit Microfiber-Außenschicht

 

Breite Sattelnase und glatte Hinterseite

Erst einmal sieht auch dieser Sattel relativ gewöhnlich aus: Die Nase ist recht breit, der Übergang von ihr zum hinteren Teil wirkt recht gleichmäßig. Auffällig ist nur die glatte Hinterkante, während die meisten Sättel hier gerundet sind. Aber auf dieser Stelle sitzt man ja auch nicht. Die Längsrinne des SRS wird nach hinten breiter; mittendrin klafft eine rechteckige Öffnung in der Sattelschale. Diese besteht im Übrigen aus Nylon, und das Gestellt wird aus Stahl gefertigt – die typischen Materialien des Qualitäts-Levels Comp bei Ergon, wozu auch der Preis von 119,95 Euro passt. Die schmale Variante des Sattels (140 mm) wiegt damit 260 Gramm, die breitere (148 mm) soll 20 Gramm schwerer sein. „Pro“- und „Pro Carbon“-Ausführungen dieses Sattels gibt es (noch) nicht – sollte es aber, denn nach etlichen Hundert Kilometern auf dem neuen Modell bin ich vom Komfort überzeugt. Wobei ich (Sitzknochenabstand ca. 120 mm) erst einmal von der schmalen auf die breite Ausführung wechseln musste, um mich vom SRS ausreichend abgestützt zu fühlen.

Mit 250 mm Länge ist der SRS einer der kürzesten Sättel von Ergon.
Die breite Rinne sorgt für deutliche Druckentlastung.
Die über die Sattelschale herausragende Polsterung verhindert Reibung.


Natürlich dient eine Längsrinne im Sattel dazu, empfindliches Weichteilgewebe zu entlasten. Das klappt meiner Erfahrung aber nur dann, wenn die Rinne breit und tief genug ist. Beim Ergon ist die Rinne bis zu 10 mm tief und nach unten gepolstert, wobei die Schale unter der Rinne nach unten gewölbt ist. Der Übergang von der Satteloberfläche zur Vertiefung ist sanft gerundet, sodass es an dieser Stelle nicht zu punktuellem Druck kommen kann.

Die Vertiefung richtet den Sitzbereich des Fahrers aus; seitlich hin und her rutschen kann man auf diesem Sattel nicht. Und auch die Bewegungsfreiheit in Längsrichtung ist durch die kurze Bauart eingeschränkt. Erst einmal muss man sich also ein bisschen zurechtrücken, und natürlich muss der Sattel passgenau ausgerichtet sein. Ich folge dem Ansatz, ihn mittig überm Sitzrohr zu positionieren und die vordere Hälfte waagerecht zu stellen (nicht den kompletten Sattel). Von hier aus nehme ich wenn nötig kleine Anpassungen vor, was beim Ergon SRS Comp Men bedeutete, die Nase noch ein kleines bisschen tiefer zu stellen – so weit, dass der Sattel vorne möglichst wenig drückt, ohne dass ich anfange, nach vorne zu rutschen.

Angenehme Druckverteilung und mehr Freiheit beim Treten

Und mit dem SRS ist das sehr gut möglich. Die breite, nicht zu weiche Nase mit der bis vorne reichenden Vertiefung sorgt für angenehme Druckverteilung; das mit den Weichteilen und der Mittelrinne geht bei mir auch auf. Klar, erst einmal muss ich mich daran gewöhnen, bei hohem Tempo nicht mehr automatisch weiter nach vorne und am Berg etwas nach hinten zu rutschen. Aber dann fängt der Ergon an, richtig Spaß zu machen, wobei vor allem zwei Dinge auffallen: Der Übergang zwischen Sattelnase und Heck sieht erst einmal auch nicht viel anders aus als bei anderen Sätteln – gerade am Berg habe ich allerdings das Gefühl, freier nach unten durchtreten zu können. Das ist ein durchaus gewolltes Merkmal, wie ich später auf der Hersteller-Homepage feststelle: „Mehr Beinfreiheit für die Tretbewegung“ textet Ergon, was ich voll bestätigen kann.



Ein zweites interessantes Merkmal ist, dass die Polsterung seitlich bis etwa 1 cm über die Sattelschale herausragt – d. h. die weiche Polsterung ist breiter als die harte Schale. Das Innenbein kann also nicht an den Kanten der Sattelschale reiben, was sich nach drei bis vier Stunden im Sattel als deutlicher Komfort-Vorsprung gegenüber anderen Sätteln entpuppt. Dass der SRS laut Ergon auf eine „dezent aufrechtere Endurance-Haltung“ ausgerichtet ist, erweist sich übrigens nicht als Nachteil, wenn man wie ich mit deutlicher Überhöhung auf dem Rennrad sitzt: Auch in Unterlenker- oder aerodynamischer Bremsgriffhaltung wird der Druck vorne nie unangenehm. Und so hinterlässt der neue Allroad-Sattel der Koblenzer einen rundum guten Eindruck bei mir.

Ergon BT OrthoCell: Dickes Band mit weicher Haptik

Noch mehr Komfort gefällig? Auch den Händen hat Ergon einiges zu bieten – neben den Flügelgriffen gibt es auch diverse Lenkerbänder für Rennrad & Co, darunter das BT OrthoCell.

Ergon BT OrthoCell – die Highlights



  • 3 mm starkes Lenkerband aus speziellem Schaum
  • Griffige, strukturierte Oberfläche
  • Preis: 44,95 Euro
  • Gewicht: ca. 100 Gramm (mit Lenkerstopfen)
  • Länge: 250 cm

 

Trotz seiner Stärke von 3 mm wirkt das Band am Lenker nicht übermäßig dick.
Das BT OrthoCell lässt sich gut wickeln und ist angenehm griffig.
Löcher für Satellitenschalter lässen sich leicht hineinschneiden.

Das mit 44,95 Euro recht hochpreisige Band besteht aus einem speziellen, 3 mm starken Schaumstoff, der besonders stoß- und vibrationsdämpfend sein soll. Trotz seiner Dicke lässt sich das Band einfach wickeln; auch Löcher für die SRAM-Blips lassen sich leicht hineinschneiden. Die leicht strukturierte Oberfläche ist schön griffig, wobei die Elastizität das Materials den Halt am Lenker noch verbessert. Dass das komplette Band 2,5 Meter lang ist, relativiert den Preis zwar nicht wirklich, allerdings kann man so auch enger (und damit weicher) wickeln und muss bei extrem breiten Gravel-Lenkern nicht fürchten, dass es nicht reicht. Mitgeliefert werden Lenkerstopfen mit dem Ergo-Logo, das mir bisher vor allem an E-Bikes und Alltagsrädern begegnet ist – doch angesichts der hohen Qualität, die die sportlichen Produkte der Marke beweisen, macht das Markenzeichen auch am Rennlenker einen guten Eindruck.



www.ergonbike.com

 

 



 

 

Stichworte:ErgonErgonomiefeaturedKomfortLenkerbandSattel

Über Caspar Gebel

Caspar Gebel sitzt seit 40 Jahren auf dem Rennrad. Der Fachjournalist und Sachbuchautor arbeitet für Velomotion und auch für die Zeitschriften Procycling und Fahrrad News.

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