Test Storck Fascenario.4 Comp: Die Rennmaschine mit der dezent klassischen Optik vereint aggressive Sitzhaltung und Lenkung mit hohem Komfort. Dazu gibt es eine hochwertige Komplettierung inklusive Carbon-Cockpit außerdem diverse Ausstattungs-Optionen, die das Rad bei Bedarf deutlich günstiger machen können.
Wo es um leichte, sportlich geschnittene Rennmaschinen geht, fällt hierzulande irgendwann der Name Storck. Der innovative Anbieter aus dem hessischen Idstein ist seit Jahrzehnten im Leichtbau-Segment aktiv und festigte seinen Ruf als Premium-Anbieter, bevor er mit dem Umstieg zum Direktvertrieb ein breiteres Publikum ins Visier nahm. Dieser Neuausrichtung ist es zu verdanken, dass es ein Modell wie das Storck Fascenario.4 Comp überhaupt gibt – und dass es inklusive Carbon-Radsatz (wenn auch einem vom Testaufbau abweichenden Modell) weniger als fünf große Scheine kostet.
Storck Fascenario.4 Comp: Die Highlights
- Rahmen: Carbon Fiber Reinforced (CFR)/Unidirectional (UD)
- Schaltgruppe: Shimano 105 Di2
- Laufradsatz: Storck Zeitjäger 50 R (aufpreispflichtig)
- Gewicht: k. A.
- Preis: 4.899 Euro
- Sportlich ausgelegter Road-Aero-Rahmen
Kurzes Steuerrohr und steiler Lenkwinkel
Was sind die Merkmale eines typischen Storck-Renners? Charakteristisch ist erst einmal eine Geometrie, die keine Kompromisse macht. Das Steuerrohr des Fascenario ist kurz, das Oberrohr eher lang, woraus eine ausgesprochen sportliche Sitzhaltung resultiert. Kurze Kettenstreben und ein steiler Lenkwinkel sorgen für ein direktes Handling; dazu kommt eine gefühlt hohe Rahmensteifigkeit.
| XS | S | M | L | XL | |
|---|---|---|---|---|---|
| Lenkwinkel (°) | 71,5 | 72,5 | 73,5 | 73,5 | 73,5 |
| Sitzrohrlänge (mm) | 450 | 475 | 500 | 525 | 550 |
| Sitzwinkel (°) | 74,5 | 73,8 | 73,5 | 73,5 | 73,5 |
| Oberrohrlänge (mm) | 506 | 529 | 548 | 565 | 582 |
| Oberrohrlänge eff. (mm) | 524 | 545 | 566 | 582 | 599 |
| Steuerrohrlänge (mm) | 106 | 132 | 158 | 182 | 206 |
| Kettenstrebenlänge (mm) | 405 | 405 | 405 | 405 | 405 |
| Stack (mm) | 514 | 541 | 569 | 591 | 613 |
| Reach (mm) | 381 | 388 | 397 | 404 | 417 |
Damit ist das Storck dynamisch und reaktiv, ohne freilich mit zu großer Härte aufzufallen. Der merkliche Komfort führt dazu, dass es eher geschmeidig rollt und nicht so hart und kompromisslos ist wie ein reines Racebike – hier wirken sich etwa die flachen, leicht gebogenen Sitzstreben und die hinten abgeflachte, rahmenspezifische Carbonstütze aus. Auffällig ist die hohe Fahrstabilität, die mit steigendem Tempo noch merklicher wird. So ist man auf dem Fascenario jederzeit souverän unterwegs.
Dezent klassische Formen statt Aero-Optimierung
Mit eher klassisch gerundeter Formgebung weicht das Storck vom typischen Look aktueller Rennmaschinen ab, wobei es über eine windschnittige Aero-Gabel verfügt. Auffällig sind die an dieser Ausführung noch außen am Steuerrohr verlegten Bremsleitungen; dabei verbaut Storck ein hochwertiges einteiliges Carbon-Cockpit. Aus dem Zubehörprogramm der Marke stammt auch der Zeitjäger-Radsatz, welcher sich in der Variante Pro 50 R allerdings im Konfigurator nicht am Fascenario.4 Comp spezifizieren lässt – und wenn, würde er das Komplettrad um 500 Euro teurer machen. Der flachere Zeitjäger Comp 40 R passt allerdings auch sehr gut an das aerodynamisch zurückgenommene Rad.
Ohnehin erlaubt es das Baukastensystem der Marke, den Rahmen wunschgemäß und mit Rücksicht aufs individuelle Budget zu bestücken. So landet man mit elektronischer Shimano 105 Di2 und Carbon-Radsatz wie-Cockpit bei 4.200 Euro – einen Premium-Bonus muss man beim Storck Fascenario also definitiv nicht bezahlen.
Wahoo Elemnt Roam: der Radcomputer der Class Cool
Großer Funktionsumfang, leichte Bedienbarkeit und intuitives Set-up: Mit diesen Eigenschaften hat sich der Touchscreen-Tacho zum Liebling der Rennrad-Community entwickelt. Und auch Velomotion hat sich für die „Class Cool“ für das vielseitige Gerät entschieden.
Was die „Class Cool“ am Lenker hat? Klar, gute GPS-Tachos gibt es viele, doch dass immer mehr Radsportlerinnen und Radsportler auf Wahoo schwören, hat sicher nicht nur mit der Gausschen Normalverteilung zu tun. Eher liegt es wohl daran, dass der Anbieter nicht alles anders, aber vieles besser macht als die Konkurrenz – und los geht es bereits damit, dass bei Wahoo der Radsport absolut im Zentrum steht, statt nur ein Randaspekt der Modellpalette zu sein.

Das wohl beste Beispiel dafür ist der Wahoo Elemnt Roam, der in der Mitte der Range die Vorteile von Topmodell und Basisversion vereint. Wie letzterer ist er recht kompakt, dabei bereits mit größerem Bildschirm ausgestattet als der günstige Bolt. Und mit dem Topmodell teilt er sich die Funktionalität des Touchscreens, welche gerade bei der Navigation ein großer Vorbild ist, indem sie die Kartendarstellung mit Zoomen und Verschieben deutlich vereinfacht. Das scharf abbildende Farbdisplay ist in dieser Hinsicht in zusätzliches Plus.
Von der Bedienung über sechs Tasten lässt Wahoo trotz des hochwertigen Bildschirms nicht – und hier zeigt sich wieder die Radsport-Expertise des Anbieters. Auch mit Handschuhen und ohne langen Blickkontakt ist es möglich, die Anzeigenfenster zu wechseln oder die Anzahl der Datenfelder aus dem Display zu ändern. Und auch die Einrichtung könnte leichter kaum sein, wobei ein großer Vorzug der Wahoo-Oberfläche die optimalen Individualisierungsmöglichkeiten sind. Was und wie viel angezeigt wird, können die Nutzenden selbst festlegen – und daraus ergibt sich eine intuitive Bedienlogik, mit der man einfach unglaublich gut zurechtkommt. Damit spricht der Wahoo Elemnt Roam ebenso die jungen „Digital Natives“ an wie jene, die die Bedienung elektronischer Geräte noch nicht im Kindesalter gelernt haben und deshalb einfache Zugänglichkeit schätzen.













