Test Stevens Xenith: Das im Konfigurator „gezauberte“ Carbonrad ist sportlicher, als die Kategorie „Endurance“ suggeriert. Seine Fahreigenschaften überzeugen; mindestens ebenso interessant ist allerdings die Tatsache, dass der Anbieter aus Hamburg zahllose Individualisierungs-Optionen anbietet. So kann jedes Xenith einzigartig aufgebaut und optimal angepasst werden.
„Endurance“ ist ein dehnbarer Begriff – das merkt man, wenn man sich das Stevens Xenith anschaut. Auch der Hamburger Anbieter hat längst ein Aero-Road-Modell im Portfolio: das Arcalis, welches mit deutlich aerodynamischen Rahmenformen, fast waagerechtem Oberrohr und flacher Sattelstütze alle Zutaten für hohes Tempo auf der Straße mitbringt. Und dazu gehört auch eine Rahmengeometrie, die auf eine gestreckte Haltung und einen deutlichen Höhenunterschied zwischen Sattel und Lenker abgestimmt ist.
Ausgewogene Geometrie zwischen Race und Komfort
Im Vergleich dazu schneidet das Stevens Xenith allerdings auch nicht allzu komfortbetont ab. Okay, sein Lenkwinkel ist etwas flacher und das Stack-to-reach-Verhältnis etwas weniger extrem. Doch auch das Xenith ist ausgesprochen sportlich ausgelegt und weit weg von den Komfort-Geometrien, die man gemeinhin mit Endurance-Rennrädern assoziiert. Wer merklich aufrechter sitzen will, dürfte sich bei Stevens auf dem Aspin wohlfühlen, das mit kürzerem Oberrohr und etwas längerem Steuerrohr schon eher „Endurance“ ist. Wie dieses Modell nimmt auch das Xenith bis zu 32 mm breite Reifen auf; mit diesem Merkmal und dem kürzesten Sitzrohr aller Stevens-Rahmen verspricht es soliden Sitzkomfort.
| Rahmengröße (cm) | 48 | 51 | 54 | 56 | 58 | 61 | |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Sitzrohrlänge (mm) | 411 | 430 | 455 | 477 | 499 | 527 | |
| Oberrohrlänge (mm) | 495 | 510 | 521 | 536 | 551 | 568 | |
| Oberrohr horizontal (mm) | 510 | 525 | 539 | 555 | 570 | 590 | |
| Steuerrohrwinkel (°) | 71,5 | 71,5 | 72,5 | 72,5 | 73 | 73,5 | |
| Sitzrohrwinkel (°) | 75,5 | 74,5 | 74 | 73,5 | 73,5 | 73 | |
| Radstand (mm) | 979 | 986 | 987 | 999 | 1009 | 1018 | |
| Kettenstrebenlänge (mm) | 415 | 415 | 415 | 415 | 415 | 415 | |
| Steuerrohrlänge (mm) | 105 | 115 | 145 | 165 | 185 | 220 | |
| Tretlagerabsenkung (mm) | 73 | 73 | 73 | 73 | 73 | 73 | |
| Tretlagerhöhe (mm) | 269 | 269 | 269 | 269 | 269 | 269 | |
| Gabelvorbiegung (mm) | 45 | 45 | 45 | 45 | 45 | 45 | |
| Überstandshöhe (mm) | 721 | 736 | 764 | 784 | 806 | 837 | |
| Reach (mm) | 381 | 384 | 384 | 390 | 398 | 402 | |
| Stack (mm) | 498 | 508 | 540 | 559 | 579 | 615 |
Wodurch zeichnet sich das Modell sonst noch aus? Mit schlichten, teils kantigen Rohrformen wirkt der Rahmen stimmig und elegant; der Übergang vom Oberrohr zu den Sitzstreben ist ein echter Hingucker und mit der gut erreichbaren Sitzklemme sehr funktionell. Ein breit bauendes Unterrohr plus PressFit-Tretlager führen zu einer hohen Rahmensteifigkeit, die beim Antreten spürbar wird. Aufgrund des etwas flacheren Steuerrohrwinkels ist das Xenith vielleicht nicht ganz so handlich, wie man es von Stevens-Rennern gewohnt ist, allerdings gleicht es das durch sehr sicheren Geradeauslauf bei hohem Tempo aus. Mit integrierter Sitzklemme und innenliegenden Leitungen ist das Rad topmodern, und dass es nicht über einen UDH-Hinterbau verfügt, ist kein Manko – für den 1x-Aufbau ist dies ohnehin nicht das richtige Rad.
Acht Gruppen, zehn Laufradsätze und vieles mehr
Dafür lässt sich das Stevens Xenith mit sämtlichen Zweifach-Gruppen der Anbieter SRAM und Shimano kombinieren, was dem Konfigurator der Radmarke zu verdanken ist. Dieser umfasst neben drei Lackierungen und acht Komponentengruppen auch zehn Laufradsätze und diverse weitere Optionen wie Spacer-Konfigurationen, Vorbaulänge und Lenkerbreite uvm. Damit ist das Xenith praktisch nie ein Rad von der Stange und kann kompromisslos angepasst werden – wie übrigens auch diverse andere Modelle aus dem „Stevens Custom Road“-Programm.
Ein Vorteil des Konfigurators ist auch, dass man recht flexibel beim Preis ist. Bei Stevens kann man an einen günstigen Rahmen eine absolute Top-Gruppe montieren lassen oder umgekehrt; so ist das günstigste Carbon-Rennrad mit der edlen SRAM Red bereits für 4.699 Euro zu haben. Und beim Xenith ist man schon ab 3.399 Euro dabei, wobei die teuerste mögliche Konfiguration mit Dura-Ace inkl. Powermeter, Scope-Radsatz und Flaschenhaltern über 11.000 Euro kostet.
Mit 4.964 Euro liegt das Testrad inkl. Alu-Radsatz von DT Swiss preislich im mittleren Bereich; für 4.999 Euro gibt es ein SRAM-Force-Modell und der Aufpreis für die teure SRAM Red liegt überraschenderweise bei gerade mal 1.000 Euro. Interessante Angebote gibt es beim Hamburger Hersteller allemal.

Wahoo Elemnt Roam: der Radcomputer der Class Cool
Großer Funktionsumfang, leichte Bedienbarkeit und intuitives Set-up: Mit diesen Eigenschaften hat sich der Touchscreen-Tacho zum Liebling der Rennrad-Community entwickelt. Und auch Velomotion hat sich für die „Class Cool“ für das vielseitige Gerät entschieden.
Was die „Class Cool“ am Lenker hat? Klar, gute GPS-Tachos gibt es viele, doch dass immer mehr Radsportlerinnen und Radsportler auf Wahoo schwören, hat sicher nicht nur mit der Gausschen Normalverteilung zu tun. Eher liegt es wohl daran, dass der Anbieter nicht alles anders, aber vieles besser macht als die Konkurrenz – und los geht es bereits damit, dass bei Wahoo der Radsport absolut im Zentrum steht, statt nur ein Randaspekt der Modellpalette zu sein.

Das wohl beste Beispiel dafür ist der Wahoo Elemnt Roam, der in der Mitte der Range die Vorteile von Topmodell und Basisversion vereint. Wie letzterer ist er recht kompakt, dabei bereits mit größerem Bildschirm ausgestattet als der günstige Bolt. Und mit dem Topmodell teilt er sich die Funktionalität des Touchscreens, welche gerade bei der Navigation ein großer Vorbild ist, indem sie die Kartendarstellung mit Zoomen und Verschieben deutlich vereinfacht. Das scharf abbildende Farbdisplay ist in dieser Hinsicht in zusätzliches Plus.
Von der Bedienung über sechs Tasten lässt Wahoo trotz des hochwertigen Bildschirms nicht – und hier zeigt sich wieder die Radsport-Expertise des Anbieters. Auch mit Handschuhen und ohne langen Blickkontakt ist es möglich, die Anzeigenfenster zu wechseln oder die Anzahl der Datenfelder aus dem Display zu ändern. Und auch die Einrichtung könnte leichter kaum sein, wobei ein großer Vorzug der Wahoo-Oberfläche die optimalen Individualisierungsmöglichkeiten sind. Was und wie viel angezeigt wird, können die Nutzenden selbst festlegen – und daraus ergibt sich eine intuitive Bedienlogik, mit der man einfach unglaublich gut zurechtkommt. Damit spricht der Wahoo Elemnt Roam ebenso die jungen „Digital Natives“ an wie jene, die die Bedienung elektronischer Geräte noch nicht im Kindesalter gelernt haben und deshalb einfache Zugänglichkeit schätzen.









