Test Merida Scultura 5000: Die schlanke Rennmaschine vereint eine aggressive Geometrie mit eher zurückhaltender Optik. Trotz des günstigen Preises ist die Ausstattung komplett mit elektronischer Schaltung und Details wie einer Carbonstütze. Dabei vertritt der Anbieter den von ihm verbauten günstigen Radsatz sehr selbstbewusst als budgetfreundliche Maßnahme.
Mit dem Scultura verfolgt Merida ein interessantes Konzept: Dies ist eine Rennmaschine für jene, die zwar durchaus sportlich sitzen, aber vielleicht nicht (mehr) ganz so schnell fahren wollen. Was das jetzt heißen soll? Ganz einfach: Die Geometrie des Scultura entspricht bis auf feine Nuancen jener des Profi-Renners Merida Reacto. Doch während letzteres mit extrem aerodynamischen Formen auf maximale Geschwindigkeit zugeschnitten ist, präsentiert sich das Scultura eher klassisch und deutlich zurückhaltender. Auch mit diesem Rad kann man schnell fahren – doch weckt es nicht ganz so große Erwartungen wie das Profi-Modell und setzt einen damit letztlich auch nicht so unter Druck.
Merida Scultura 5000: Die Highlights
- Rahmen: CF3-Carbon, ca 1.000 Gramm, 30 mm Reifenfreiheit
- Schaltgruppe: Shimano 105 Di2
- Laufradsatz: Vision Team 35
- Gewicht: 8,6 Kilo (o. P.)
- Preis: 2.999 Euro
- Ausgewogene Rennmaschine mit sportlicher Geometrie
Günstiges Einstiegsmodell dank Alu-Radsatz
Das Merida Scultura 5000 ist die günstigste von acht Ausführungen, deren teuerste ebenso viel kostet wie das Top-Reacto – im Modellprogramm rangieren beide Bikes also auf demselben Niveau. Seinen niedrigen Preis will man dem Scultura 5000 freilich erstmal nicht abnehmen: Das Rad ist in drei attraktiven Lackierungen verfügbar, kommt mit elektronischer Shimano 105 Di2 sowie 35 mm tiefen Semi-Aero-Felgen.
Es ist dieser schwere Alu-Radsatz, der das 5000 vom nächsthöheren Modell unterscheidet: Das Merida Scultura 6000 wiegt dank topmodernem Carbon-Radsatz 400 Gramm weniger und kostet 900 Euro mehr. Wobei man dem Scultura 5000 das Mehrgewicht nicht unbedingt anmerkt: Das Rad präsentiert sich als ausgewogener Allrounder mit angenehm sportlicher Sitzposition und handlicher Lenkgeometrie.
| Rahmengröße | 3XS | XXS | XS | S | M | L | XL |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Sitzrohrlänge (mm) | 400 | 435 | 458 | 481 | 501 | 521 | 550 |
| Oberrohrlänge (mm) | 505 | 520 | 535 | 545 | 560 | 575 | 590 |
| Kettenstrebenlänge (mm) | 408 | 408 | 408 | 408 | 408 | 408 | 408 |
| Steuerrohrwinkel (°) | 70.5 | 70.5 | 72 | 72.5 | 73.5 | 73.5 | 74 |
| Sitzrohrwinkel effektiv (°) | 75.5 | 74.5 | 74 | 74 | 73.5 | 73 | 73 |
| Tretlagerabsenkung (mm) | 70 | 70 | 70 | 66 | 66 | 66 | 66 |
| Steuerrohrlänge (mm) | 100 | 105 | 112 | 128 | 140 | 155 | 176 |
| Gabeleinbaulänge (mm) | 385 | 385 | 385 | 385 | 385 | 385 | 385 |
| Reach (mm) | 373 | 377 | 383 | 390 | 395 | 400 | 409 |
| Stack (mm) | 512 | 517 | 529 | 542 | 557 | 571 | 593 |
| Radstand (mm) | 979 | 985 | 982 | 989 | 990 | 1000 | 1010 |
| Überstandshöhe (mm) | 700 | 721 | 745 | 765 | 782 | 800 | 823 |
Leichter Rahmen mit gefühlt hoher Steifigkeit
Trotz eher schlanker Formen gefällt das Rad mit hoher Rahmensteifigkeit und direkter Kraftübertragung, was konstruktiven Details wie dem direkten Übergang des Unterrohrs in die Kettenstreben zu verdanken ist. Mit knapp 1.000 Gramm (Herstellerangabe) ist der Rahmen dabei für diese Preisklasse eher leicht – und etwa 200 Gramm leichter als ein Reacto-Rahmen derselben Kategorie, was ein weiterer Vorteil seiner zurückgenommenen Formgebung ist.

Dank runder Carbon-Sattelstütze mit klassischen 27,2 mm Durchmesser ist das Merida recht komfortabel; statt der verbauten 28er Conti können auch 30-mm-Reifen aufgezogen werden. Dabei wirkt es eher effizient als gemütlich und verfügt über jenes Maß an Race-Feeling, das eine Rennmaschine vom Endurance-Modell unterscheidet. Gleichzeitig ist es nicht sehr zugespitzt – Racern dürfte es nicht radikal genug sein, Komfortfahrern nicht entspannt genug. Letztere finden sich bei Merida auf dem Scultura Endurance wieder, das bei sportlicher Anmutung eine deutlich aufrechtere Sitzhaltung sowie Platz für 35er Reifen bietet.
Shimano 105 Di2 mit solider Performance
Nichts einzuwenden gibt es gegen die Bestückung mit elektronischer Shimano 105, die auch an diesem Rad ihre Nähe zu den deutlich teureren Gruppen des japanischen Anbieters zeigt. Im direkten Vergleich schaltet die edle Shimano Dura-Ace zwar noch einmal schneller und geschmeidiger, doch an der soliden Performance der Einsteigergruppe gibt es nichts zu rütteln.
Am Ende bleibt also nur die Frage, ob man gleich aufs 6000er Modell setzen und die leichten Carbon-Laufräder mitnehmen sollte, oder ob man auch mit dem einfacheren Material gut zurechtkommt. „Upgraden“ kann man immer noch – und seine Mitfahrenden damit überraschen, dass diese sportliche Rennmaschine keine 3.000 Euro gekostet hat.

Wahoo Elemnt Roam: der Radcomputer der Class Cool
Großer Funktionsumfang, leichte Bedienbarkeit und intuitives Set-up: Mit diesen Eigenschaften hat sich der Touchscreen-Tacho zum Liebling der Rennrad-Community entwickelt. Und auch Velomotion hat sich für die „Class Cool“ für das vielseitige Gerät entschieden.
Was die „Class Cool“ am Lenker hat? Klar, gute GPS-Tachos gibt es viele, doch dass immer mehr Radsportlerinnen und Radsportler auf Wahoo schwören, hat sicher nicht nur mit der Gausschen Normalverteilung zu tun. Eher liegt es wohl daran, dass der Anbieter nicht alles anders, aber vieles besser macht als die Konkurrenz – und los geht es bereits damit, dass bei Wahoo der Radsport absolut im Zentrum steht, statt nur ein Randaspekt der Modellpalette zu sein.
Das wohl beste Beispiel dafür ist der Wahoo Elemnt Roam, der in der Mitte der Range die Vorteile von Topmodell und Basisversion vereint. Wie letzterer ist er recht kompakt, dabei bereits mit größerem Bildschirm ausgestattet als der günstige Bolt. Und mit dem Topmodell teilt er sich die Funktionalität des Touchscreens, welche gerade bei der Navigation ein großer Vorbild ist, indem sie die Kartendarstellung mit Zoomen und Verschieben deutlich vereinfacht. Das scharf abbildende Farbdisplay ist in dieser Hinsicht in zusätzliches Plus.
Von der Bedienung über sechs Tasten lässt Wahoo trotz des hochwertigen Bildschirms nicht – und hier zeigt sich wieder die Radsport-Expertise des Anbieters. Auch mit Handschuhen und ohne langen Blickkontakt ist es möglich, die Anzeigenfenster zu wechseln oder die Anzahl der Datenfelder aus dem Display zu ändern. Und auch die Einrichtung könnte leichter kaum sein, wobei ein großer Vorzug der Wahoo-Oberfläche die optimalen Individualisierungsmöglichkeiten sind. Was und wie viel angezeigt wird, können die Nutzenden selbst festlegen – und daraus ergibt sich eine intuitive Bedienlogik, mit der man einfach unglaublich gut zurechtkommt. Damit spricht der Wahoo Elemnt Roam ebenso die jungen „Digital Natives“ an wie jene, die die Bedienung elektronischer Geräte noch nicht im Kindesalter gelernt haben und deshalb einfache Zugänglichkeit schätzen.












