Test Scott Addict 30: Neben dem Addict RC mit Profi-Geometrie steht das „normale“ Addict mit weniger aggressiver Abstimmung, dafür höherem Komfort. In der Mittelklasse-Variante sehr gut ausgestattet und stark in Sachen Preis-Leistung, fährt sich das neue Modell sehr angenehm; hohes Tempo und sportliche Gangart sind dabei kein Fremdwort für ziemlich das leichte Bike.
Der Schweizer Hersteller ist seit Jahrzehnten eine feste Größe im Profisport – vom Aero-Lenker, mit dem Greg LeMond 1989 zum knappsten Tour-de-France-Sieg aller Zeiten fuhr, bis zum Scott Foil RC des neuen Teams NSN. Vor 25 Jahren brachte das Unternehmen den ersten in Serie produzierten Rennrahmen mit einem Gewicht unter einem Kilo hervor, und von dieser DNA profitiert auch eine etwas entschärfte Rennmaschine wie das Scott Addict 30.
Scott Addict 30 – die Highlights
- Rahmen: Scott Addict HMF Carbon mit Langstrecken-Geometrie und 38 mm Reifenfreiheit
- Schaltgruppe: Shimano 105 Di2
- Laufradsatz: Syncros Capital 1.0 40 Disc Carbon, ca. 1.475 Gramm
- Gewicht: 8,5 Kilo (o. P.)
- Preis: 3.799 Euro
- Schlanke Rennmaschine mit viel Komfort und ausgewogener Geometrie
Scott Addict 30: Entschärfte Geometrie, maximaler Komfort
Was ist der USP des frisch lackierten Bikes, dessen Rahmen mit deutlichen aerodynamischen Formen auffällt? Beim Addict hat Scott bewusst auf eine zu extreme Sitzgeometrie verzichtet; das längere Steuerrohr sorgt für eine etwas aufrechtere Haltung und damit für merklichen Langstrecken-Komfort. Für Einsteiger/innen ist dies eine sehr zugängliche Geometrie: Nacken und Rücken werden weniger belastet, dazu kommt die merkliche Stoßdämpfung der Carbon-Sattelstütze mit der markanten Aussparung, die auch zur Montage einer speziellen Rückleuchte genutzt werden kann.
| XXS/47 | XS/49 | S/52 | M/54 | L/56 | XL/58 | XXL/61 | |||||||||||
| Lenkwinkel | 71.3 ° | 71.8 ° | 72.0 ° | 72.2 ° | 72.5 ° | 73.0 ° | 73.0 ° | ||||||||||
| Steuerrohrlänge | 104.0 mm | 115.0 mm | 139.0 mm | 161.0 mm | 182.0 mm | 201.0 mm | 221.0 mm | ||||||||||
| Oberrohrlänge hor. | 511.0 mm | 521.0 mm | 536.0 mm | 551.0 mm | 566.0 mm | 582.0 mm | 597.0 mm | ||||||||||
| Überstandshöhe | 742.0 mm | 758.0 mm | 780.0 mm | 801.0 mm | 821.0 mm | 840.0 mm | 865.0 mm | ||||||||||
| Tretlagerabsenkung | -74.0 mm | -74.0 mm | -73.0 mm | -72.0 mm | -72.0 mm | -72.0 mm | -72.0 mm | ||||||||||
| Tretlagerhöhe | 275.0 mm | 275.0 mm | 276.0 mm | 277.0 mm | 277.0 mm | 277.0 mm | 277.0 mm | ||||||||||
| Radstand | 984.0 mm | 991.0 mm | 1,000.0 mm | 1,009.0 mm | 1,016.0 mm | 1,022.0 mm | 1,036.0 mm | ||||||||||
| Sitzrohrlänge | 435.0 mm | 455.0 mm | 475.0 mm | 495.0 mm | 515.0 mm | 535.0 mm | 565.0 mm | ||||||||||
| Sitzrohrwinkel | 75.0 ° | 75.0 ° | 74.5 ° | 74.0 ° | 73.5 ° | 73.1 ° | 73.0 ° | ||||||||||
| Kettenstrebenlänge | 418.0 mm | 418.0 mm | 418.0 mm | 418.0 mm | 418.0 mm | 418.0 mm | 418.0 mm | ||||||||||
| Reach | 372.0 mm | 378.0 mm | 382.0 mm | 386.0 mm | 389.0 mm | 394.0 mm | 402.0 mm | ||||||||||
| Stack | 522.0 mm | 534.0 mm | 557.0 mm | 578.0 mm | 599.0 mm | 619.0 mm | 638.0 mm | ||||||||||
| Vorbaulänge | 70.0 mm | 80.0 mm | 80.0 mm | 100.0 mm | 100.0 mm | 110.0 mm | 110.0 mm | ||||||||||
| Lenkerbreite | 360.0 mm | 380.0 mm | 380.0 mm | 400.0 mm | 400.0 mm | 400.0 mm | 420.0 mm | ||||||||||
| Kurbellänge | 165.0 mm | 165.0 mm | 170.0 mm | 170.0 mm | 172.5 mm | 172.5 mm | 175.0 mm | ||||||||||
| Gabelvorbiegung | 47.0 mm | 47.0 mm | 47.0 mm | 47.0 mm | 47.0 mm | 47.0 mm | 47.0 mm |
Mit etwas flacherem Lenkwinkel ist das Addict dazu nicht ganz so aggressiv geschnitten wie ein reinrassiger Racer. Das daraus resultierende Handling mit stabilem Geradeauslauf ist wiederum optimal für Neueinsteiger, denen Modelle wie das Scott Addict RC zu nervös sein könnten. Und noch ein weiteres Markmal zeichnet das Addict aus: Es kann mit bis zu 38 mm breiten Reifen gefahren werden und ist damit fast schon „Gravelbike light“.
Die Ausstattung des Scott Addict 30: Carbon-Laufräder am 3.800-Euro-Rad
Serienmäßig verbaut Scott hochwertige Schwalbe One TLR in 34 mm Breite, die auf schlauchlos umgerüstet werden können und auf einen ziemlich leichten Carbon-Radsatz (Herstellerangabe 1.475 g) gezogen sind. Mit der Shimano 105 Di2 ist das Scott zwar weniger edel ausgestattet als manch andere Rennmaschine, dafür kostet es aber auch deutlich weniger als 4.000 Euro. Das Gewicht, das zuzüglich Pedalen bei genau 8,5 Kilo liegt, kann sich dabei sehen lassen.
Auf der Straße wirkt das Scott Addict weniger direkt und reaktionsschnell als andere Bikes, die Gründe dafür dürften etwa in der Lenkgeometrie und den breiten Reifen liegen. Das wird vom hohen Fahrkomfort jedoch mehr als ausgeglichen, den das Rad vielen Konkurrenten voraus hat. Schnell fahren kann man mit dem mintgrünen Renner auf jeden Fall – der Aero-Rahmen und die breiten, 40 mm tiefen Carbonfelgen stehen für sinnvolle Leistungseinsparungen bei hohem Tempo.
Für seinen Preis von 3.799 Euro hat das Rad der Schweizer Firma damit sehr viel zu bieten; eine spürbar bessere Performance muss teuer erkauft werden. Und ein paar Extras hat das Scott auch zu bieten: So ist im rechten Lenkerende ein praktisches Minitool versteckt, und unterm Oberrohr befinden sich Gewindebohrungen zur Befestigung einer kleinen Tasche. Sieben Rahmengrößen und drei Farbvarianten können sich ebenfalls sehen lassen.
Wahoo Elemnt Roam: der Radcomputer der Class Cool
Großer Funktionsumfang, leichte Bedienbarkeit und intuitives Set-up: Mit diesen Eigenschaften hat sich der Touchscreen-Tacho zum Liebling der Rennrad-Community entwickelt. Und auch Velomotion hat sich für die „Class Cool“ für das vielseitige Gerät entschieden.
Was die „Class Cool“ am Lenker hat? Klar, gute GPS-Tachos gibt es viele, doch dass immer mehr Radsportlerinnen und Radsportler auf Wahoo schwören, hat sicher nicht nur mit der Gausschen Normalverteilung zu tun. Eher liegt es wohl daran, dass der Anbieter nicht alles anders, aber vieles besser macht als die Konkurrenz – und los geht es bereits damit, dass bei Wahoo der Radsport absolut im Zentrum steht, statt nur ein Randaspekt der Modellpalette zu sein.
Das wohl beste Beispiel dafür ist der Wahoo Elemnt Roam, der in der Mitte der Range die Vorteile von Topmodell und Basisversion vereint. Wie letzterer ist er recht kompakt, dabei bereits mit größerem Bildschirm ausgestattet als der günstige Bolt. Und mit dem Topmodell teilt er sich die Funktionalität des Touchscreens, welche gerade bei der Navigation ein großer Vorbild ist, indem sie die Kartendarstellung mit Zoomen und Verschieben deutlich vereinfacht. Das scharf abbildende Farbdisplay ist in dieser Hinsicht in zusätzliches Plus.
Von der Bedienung über sechs Tasten lässt Wahoo trotz des hochwertigen Bildschirms nicht – und hier zeigt sich wieder die Radsport-Expertise des Anbieters. Auch mit Handschuhen und ohne langen Blickkontakt ist es möglich, die Anzeigenfenster zu wechseln oder die Anzahl der Datenfelder aus dem Display zu ändern. Und auch die Einrichtung könnte leichter kaum sein, wobei ein großer Vorzug der Wahoo-Oberfläche die optimalen Individualisierungsmöglichkeiten sind. Was und wie viel angezeigt wird, können die Nutzenden selbst festlegen – und daraus ergibt sich eine intuitive Bedienlogik, mit der man einfach unglaublich gut zurechtkommt. Damit spricht der Wahoo Elemnt Roam ebenso die jungen „Digital Natives“ an wie jene, die die Bedienung elektronischer Geräte noch nicht im Kindesalter gelernt haben und deshalb einfache Zugänglichkeit schätzen.
Hier geht’s zum Wahoo Elemnt Roam 3.
Diese Bike der Class Cool haben wir noch getestet:
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