Test Giant Defy Advanced Pro 1: Mit entschärfter Geometrie spricht das Defy all jene an, die nicht allzu sportlich auf dem Rennrad sitzen wollen. Dazu bietet das Rad den hohen Komfort einer flexenden Carbon-Stütze und auf Wunsch bis zu 40 mm breiter Reifen. Für lange Strecken und schlechte Straßen scheint es damit wie geschaffen.
Beim weltgrößten Radhersteller können sich Rennrad-Fans in drei Kategorien einsortieren: Aero, Race und Endurance, was den Modellen Propel, TCR und Defy entspricht. Aber Vorsicht: Auch wenn sich TCR und Defy auf den ersten Blick recht ähnlich sehen mit ihren eher schlanken Rahmenformen, ist die Geometrie von TCR und Aero nahezu identisch. Auf dem Giant Defy Advanced Pro 1 sitzt man dagegen mit leicht kürzerem Oberrohr und etwas längerem Steuerrohr kompakter, ohne dass dieser Effekt zu extrem ist. Eher macht sich bemerkbar, dass das Giant Defy mit etwas flacherem Lenkwinkel und deutlich längeren Kettenstreben vor allem auf guten Geradeauslauf ausgelegt ist.
Giant Defy Advanced Pro 1: Die Highlights
- Rahmen: Giant Advanced Carbon, Reifenfreiheit 40 mm
- Schaltgruppe: SRAM Rival AXS mit Powermeter
- Laufradsatz: Giant SLR 1 Disc Carbon
- Gewicht: 7,95 kg (o. P.)
- Preis: 4.899 Euro
- Sportiver Allrounder mit hohem Komfort
Giant Defy Advanced Pro 1: Sportiv statt schwammig
Ein sportives Rad ist das Giant Defy Advanced Pro 1 allerdings auf jeden Fall, denn es lässt jegliche Schwammigkeit vermissen, die man mit dieser Gattung assoziieren könnte. Für ein auf Komfort abgestimmtes Rennrad fährt es sich überraschend direkt und wirkt sehr effizient, etwa im Wiegetritt am Berg. Bei schneller Fahrt macht sich die hohe Laufruhe positiv bemerkbar, die andererseits dafür sorgt, dass das Defy nicht gerade ein Kurvenstar ist.
| S | M | ML | L | XL | |
|---|---|---|---|---|---|
| Sitzrohrlänge (mm) | 445 | 480 | 515 | 535 | 565 |
| Sitzwinkel | 74,0° | 73,5° | 73,0° | 73,0° | 73,0° |
| Oberrohrlänge (mm) | 530 | 545 | 560 | 575 | 595 |
| Steuerrohrlänge (mm) | 135 | 150 | 175 | 195 | 215 |
| Lenkwinkel | 71,8° | 72,5° | 72,5° | 72,5° | 72,5° |
| Gabelvorbiegung (mm) | 50 | 50 | 50 | 50 | 50 |
| Gabelnachlauf (mm) | 63,4 | 58,6 | 58,6 | 58,6 | 58,6 |
| Radstand (mm) | 994 | 998 | 1010 | 1025 | 1040 |
| Kettenstrebenlänge (mm) | 420 | 420 | 420 | 420 | 420 |
| Tretlagerabsenkung (mm) | 75 | 75 | 70 | 70 | 70 |
| Stack (mm) | 541 | 558 | 577 | 596 | 615 |
| Reach (mm) | 375 | 380 | 384 | 393 | 402 |
| Überstandshöhe (mm) | 733 | 762 | 796 | 814 | 841 |
| Lenkerbreite (mm) | 404 | 424 | 424 | 444 | 444 |
| Vorbaulänge (mm) | 90 | 100 | 100 | 110 | 110 |
| Kurbelarmlänge (mm) | 165 | 170 | 170 | 172,5 | 172,5 |
Für den Renneinsatz ist das komfortable Giant damit nicht optimal – doch das soll es ja auch nicht sein. Statt durch Bissigkeit überzeugt es mit überlegenem Komfort und einer hohen vertikalen Nachgiebigkeit, was auch schlechten Straßen spürbar ist und sich auf Marathon-Distanzen durch geringere Ermüdung bemerkbar machen sollte. Einen großen Anteil daran hat die schlanke Carbonstütze, wie sie auch an Giant-Gravelbikes verwendet wird.
Mit breiten Reifen in Richtung „Allroad“
Hier kommt eine weitere positive Eigenschaft des Giant Defy ins Spiel: Es kann mit bis zu 40 mm breiten Reifen gefahren werden und ist damit deutlich in Richtung „Allroad“ positioniert. Sogar leichte Gravel-Strecken sind drin, was das Einsatzspektrum der leichten Rennmaschine deutlich vergrößert. Giant spezifiziert am Defy Advanced Pro 1 einen Carbon-Radsatz mit 40 mm tiefen Aero-Felgen, der mit 22,4 mm Maulweite bis zu 38 mm Reifen aufnehmen kann. Dabei gilt es allerdings die Kompatibilitätsliste von Giant zu beachten, denn die Felgen sind hakenlos ausgeführt und können daher nicht mit jedem Reifen kombiniert werden. Ab Werk sind 32er Giant Gavia Fondo 0 montiert, und zwar bereits tubeless, sodass man nur noch bei beiliegende Dichtmilch einfüllen muss.
Das Giant Defy Advanced Pro 1 wird für 4.999 Euro angeboten und bietet dafür neben dem erwähnten Carbon-Radsatz die aktuelle SRAM Rival AXS mit 2×12 Gängen und ergonomisch sehr gelungener Hebelform. Die Performance von Schaltung und Bremsen entspricht jener der teureren SRAM-Gruppen; nur auf den zusätzlichen Schaltkopf an beiden Griffkörpern muss man bei der Rival verzichten. Der Kurbelsatz wird in der Powermeter-Version geliefert, was für ambitionierte Fahrer ein willkommenes Extra ist. Mit knapp acht Kilo ist das komfortable Rad weder zu schwer noch extrem leicht – dem Einsatzzweck als sportlicher Tourer mit Langstrecken-Potenzial wird dieser Wert durchaus gerecht.
Drei Konzepte zum gleichen Preis
Zum gleichen Preis und ebenfalls mit SRAM Rival AXS ausgestattet bietet Giant übrigens auch Propel und TCR an; außerdem gibt es jedes Rahmenset in „Advanced Pro“-Qualität für 2.499 Euro. So kann man sich beim weltgrößten Radhersteller ganz nach den eigenen Rennrad-Bedürfnissen entscheiden, die mit allen drei Modellen bestimmt befriedigt werden.

Wahoo Elemnt Roam: der Radcomputer der Class Cool
Großer Funktionsumfang, leichte Bedienbarkeit und intuitives Set-up: Mit diesen Eigenschaften hat sich der Touchscreen-Tacho zum Liebling der Rennrad-Community entwickelt. Und auch Velomotion hat sich für die „Class Cool“ für das vielseitige Gerät entschieden.
Was die „Class Cool“ am Lenker hat? Klar, gute GPS-Tachos gibt es viele, doch dass immer mehr Radsportlerinnen und Radsportler auf Wahoo schwören, hat sicher nicht nur mit der Gausschen Normalverteilung zu tun. Eher liegt es wohl daran, dass der Anbieter nicht alles anders, aber vieles besser macht als die Konkurrenz – und los geht es bereits damit, dass bei Wahoo der Radsport absolut im Zentrum steht, statt nur ein Randaspekt der Modellpalette zu sein.
Das wohl beste Beispiel dafür ist der Wahoo Elemnt Roam, der in der Mitte der Range die Vorteile von Topmodell und Basisversion vereint. Wie letzterer ist er recht kompakt, dabei bereits mit größerem Bildschirm ausgestattet als der günstige Bolt. Und mit dem Topmodell teilt er sich die Funktionalität des Touchscreens, welche gerade bei der Navigation ein großer Vorbild ist, indem sie die Kartendarstellung mit Zoomen und Verschieben deutlich vereinfacht. Das scharf abbildende Farbdisplay ist in dieser Hinsicht in zusätzliches Plus.
Von der Bedienung über sechs Tasten lässt Wahoo trotz des hochwertigen Bildschirms nicht – und hier zeigt sich wieder die Radsport-Expertise des Anbieters. Auch mit Handschuhen und ohne langen Blickkontakt ist es möglich, die Anzeigenfenster zu wechseln oder die Anzahl der Datenfelder aus dem Display zu ändern. Und auch die Einrichtung könnte leichter kaum sein, wobei ein großer Vorzug der Wahoo-Oberfläche die optimalen Individualisierungsmöglichkeiten sind. Was und wie viel angezeigt wird, können die Nutzenden selbst festlegen – und daraus ergibt sich eine intuitive Bedienlogik, mit der man einfach unglaublich gut zurechtkommt. Damit spricht der Wahoo Elemnt Roam ebenso die jungen „Digital Natives“ an wie jene, die die Bedienung elektronischer Geräte noch nicht im Kindesalter gelernt haben und deshalb einfache Zugänglichkeit schätzen.
Hier geht’s zum Wahoo Elemnt Roam 3.
Diese Bike der Class Cool haben wir noch getestet:
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