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Tests

Avinox M2S im Labor- und Praxistest: Die neue Messlatte!

9. April 2026 by Michael Faiß

Test: Der E-Bike-Markt ist in ständiger Bewegung, doch nur selten betritt ein Antriebssystem die Bühne, das die etablierten Leistungsgrenzen derart spürbar verschiebt. Der neue Avinox M2S bietet auf dem Papier bis zu 1500 Watt Spitzenleistung und 150 Nm Drehmoment und das bei einem Gewicht von lediglich 2,59 Kilogramm. Begleitet wird das Aggregat von einer neu entwickelten Akkugeneration, angeführt vom FP700, sowie einer erweiterten Konnektivität. Wir haben das System im Labor sowie auf dem Trail ausführlich getestet, um herauszufinden, ob die extreme Leistungsdichte in der Praxis fahrbar bleibt und wo die Grenzen der Physik liegen.

Ausführlicher Test mit allen Details bei uns im Video

Hardware und technische Daten: Das Kraftpaket Avinox M2S

Avinox hat sein Portfolio um zwei neue Antriebseinheiten erweitert: den M2 und das Topmodell M2S. Während der M2 bereits beachtliche 1100 Watt und 125 Nm liefert, markiert der M2S mit 1500 Watt Maximalleistung und 150 Nm Drehmoment (bei einem kontinuierlichen Drehmoment von 130 Nm) die neue Leistungsspitze. Auffällig ist dabei die kompakte Bauform, die nahezu identisch zum Vorgänger M1 geblieben ist. Auch die Montagepunkte im Rahmen verändern sich nicht, was die Integration für die über 60 angekündigten Partner-Marken – darunter namhafte Hersteller wie Pivot, Propain, Mondraker und Rotwild – deutlich erleichtert.



Avinox M1Avinox M2Avinox M2S
Gewicht2,52 kg2,65 kg2,59 kg
Systemspannung36 V36 V36 V
Drehmoment105 Nm110 Nm130 Nm
Drehmoment (Boost)120 Nm125 Nm150 Nm
Leistung1000 W1100 W1500 W
Leistung (Boost)1000 W1100 W1500 W

Das Gewicht der M2S Antriebseinheit liegt bei beachtlich geringen 2,59 Kilogramm (M2: 2,65 Kilogramm). Laut Herstellerangaben entspricht dies einer Steigerung der Leistungsdichte um knapp 46 Prozent gegenüber dem Vorgängermodell. Zudem arbeitet das System weiterhin mit einer Betriebsspannung von 36 Volt.

Revolutionäres Akku-Design: Der FP700

Die enorme Leistung des M2S lässt sich jedoch nur abrufen, wenn die Energiequelle die entsprechenden Entladeströme bereitstellen kann. Zwar sind die älteren 600- und 800-Wh-Akkus des Herstellers kompatibel (sofern die Kabel für die neuen Ströme getauscht werden), die vollen 1500 Watt erreicht der Motor jedoch nur mit dem parallel vorgestellten, integrierten Akku FP700.



Dieser Energiespeicher stellt aus technischer Sicht eine Besonderheit dar. Anstelle der branchenüblichen 21700er-Rundzellen, die in großer Stückzahl parallel und in Reihe geschaltet werden, setzt Avinox hier auf lediglich zehn großformatige, eigens entwickelte Zellen. Diese sind in etwa so dick wie das Akkugehäuse selbst und schlicht in Reihe geschaltet. Der FP700 bietet 700 Wattstunden Kapazität bei einem Gewicht von 3,18 Kilogramm, was in einer sehr guten Energiedichte von 220 Wh/kg resultiert. Vor allem ermöglicht diese Zellstruktur ein extrem schlankes Unterrohrdesign, das optisch eher an Light-Assist-Bikes erinnert.

AkkuKapazitätGewichtEnergiedichteEntnehmbar?
FS600600 Wh2.9 kg207 Wh/kgNein
FS800800 Wh3.7 kg216 Wh/kgNein
FP700700 Wh3.18 kg220 Wh/kgNein
RS600600 Wh2.96 kg203 Wh/kgJa
RS800800 Wh4.0 kg200 Wh/kgJa


Ergänzt wird das Portfolio durch neue entnehmbare Akkus (RS600 und RS800). Diese können in der Spitze (Boost-Modus) ebenfalls die hohen Ströme liefern, liegen bei der Energiedichte durch die notwendigen Gehäuse und Verschlüsse aber eher auf dem gewohnten Niveau etablierter Mitbewerber.

Auf dem Prüfstand: Leistung, Kadenz und Thermik

Um die Herstellerangaben auf ihren Wahrheitsgehalt zu überprüfen, haben wir zwei Testräder auf den Prüfstand gestellt: Ein Amflow PX Carbon Pro mit dem neuen FP700 Akku sowie ein Crussis e-Full 12.11 Pro-X mit dem älteren FS800 Akku. Wer tiefer in alle detaillierten Messreihen eintauchen möchte, findet die kompletten Datensätze und interaktiven Graphen auf www.ebike-lab.de



Leistungsentfaltung und Trittfrequenz

In unserer standardisierten Messung bei 80 Umdrehungen pro Minute (RPM) lieferte der M2S eine Ausgangsleistung von etwa 1150 Watt. Dies liegt unter den beworbenen 1500 Watt, was jedoch der Charakteristik des Motors geschuldet ist. Führt man eine Messung der Maximalleistung über das gesamte Kadenz-Spektrum durch, zeigt sich der wahre „Sweet Spot“ des Avinox M2S: Bei etwa 100 bis 110 RPM entfaltet das Aggregat in Verbindung mit dem FP700 Akku gewaltige 1450 Watt. Mit dem älteren 800-Wh-Akku waren es immerhin noch 1200 Watt.

Besonders positiv fiel das Verhalten bei extremen Trittfrequenzen auf. Während einige Motoren (wie teils der Vorgänger M1) bei sehr hohen Kadenzen einen leichten Leistungsabfall verzeichnen, hielt der M2S die Leistung auf dem Prüfstand bis hin zu 150 RPM völlig stabil. Ein Abwürgen des Motors durch zu schnelles Treten ist somit faktisch ausgeschlossen.



Die Abstimmung der Unterstützungsstufen zeigt sich sportlich. Bei 100 Watt Eigenleistung generiert der Motor bereits 800 Watt Motorleistung – ein Unterstützungsfaktor von 800 Prozent. Die maximale Leistung wird bei etwa 170 Watt Fahrer-Input erreicht. Bemerkenswert ist die enorme Lücke zwischen dem Eco- und dem Trail-Modus, die Fahrer jedoch über die zugehörige App individuell anpassen können.



Thermische Stabilität: Ein Härtetest im Labor

Die zentrale Frage bei 1500 Watt Leistung, 36 Volt Betriebsspannung und einem 2,6-Kilo-Gehäuse lautet: Wie steht es um das thermische Derating? Unser Belastungstest (250 Watt Input, ca. 80 RPM, resultierend in rund 1100 bis 1200 Watt Output) brachte erstaunliche Erkenntnisse.

Das Setup mit dem älteren 800-Wh-Akku hielt die Leistung für etwa 10 Minuten stabil, bevor das System – ähnlich wie bei Mitbewerbern in geringeren Leistungsklassen – schrittweise die Leistung auf etwa 80 Prozent drosselte. Die gemessene Temperatur am Motorgehäuse lag hierbei bei rund 85 Grad Celsius.



Völlig anders verhielt sich das System mit dem neuen FP700 Akku. Hier konnten wir selbst nach 20 Minuten Dauerlast noch über 90 Prozent der Leistung abrufen. Das thermische Limit wurde in diesem Szenario nicht durch den Akku diktiert, sondern führte zu Gehäusetemperaturen des Motors von über 120 Grad Celsius. Dies ist ein absolutes Extremszenario, verdeutlicht jedoch zwei Dinge: Erstens verfügt der M2S über unglaubliche thermische Reserven. Zweitens ist bei dauerhafter Maximallast mit einer extremen Hitzeabstrahlung der Antriebseinheit zu rechnen.

Fahrpraxis: Wie schlägt sich der Avinox M2S auf dem Trail?

Hohe Prüfstandswerte sind das eine, die Fahrbarkeit auf dem Trail das andere. Um es vorwegzunehmen: Der Avinox M2S präsentiert sich in der Praxis als enorm ausgereiftes System.

Lautstärke und Tretwiderstand

Einer der überraschendsten Aspekte ist die Akustik. Angesichts der Leistung arbeitet der M2S erschreckend leise. In einem Aluminiumrahmen gefahren, bewegt sich der Geräuschpegel auf dem Niveau von etablierten Light-Assist-Motoren. In Carbonrahmen ist er minimal präsenter, unterbietet die meisten aktuellen Full-Power-Motoren der Mitbewerber aber deutlich. Laut Avinox wurde dies unter anderem durch ein Doppelzahnraddesign sowie bei einigen Modellen durch eine Schrägverzahnung erreicht. Ebenso erfreulich: Auch auf ruppigen Abfahrten bleibt der Motor absolut stumm. Ein klappernder Freilauf oder metallische Schläge aus dem Getriebegehäuse sind nicht existent.



Ein Kritikpunkt am Vorgänger M1 war der spürbare Tretwiderstand, wenn das System ausgeschaltet war oder oberhalb der 25-km/h-Grenze pedaliert wurde. Avinox hat nachgebessert und den internen Widerstand – unter anderem durch reibungsarme, abgedichtete Lager – um rund 41 Prozent reduziert. In der Praxis ist dieser Widerstand nun kaum noch wahrnehmbar und reiht sich nahtlos in das Feld der Mitbewerber ein.

Ansprechverhalten und Overrun im Vergleich

Im steilen Gelände und bei Anfahrten zeigt der M2S einen minimalen „Ramp-Up“. Er reagiert berechenbar und liefert die Kraft mit einem sehr kurzen, sanften Anstieg, bevor die volle Leistung zur Verfügung steht. Er wirkt dadurch etwas weniger ungestüm und nervös als manche direkte Konkurrenten, bietet aber eine so gewaltige Traktion, dass selbst absurd steile oder verpatzte Linien durch schiere Leistung gerettet werden können. Dies senkt den Puls in technischen Uphills merklich.

Noch nicht ganz auf dem Niveau von Bosch oder Specialized agiert der Avinox beim Thema „Overrun“ (Nachlauf). Zwar lässt sich die Nachlaufzeit in der App für jeden Modus justieren, doch wirkt das System in verblockten Passagen noch nicht ganz so dynamisch und intuitiv an die Pedalkraft gekoppelt, wie man es beispielsweise vom eMTB+ Modus beim aktuellen Bosch CX kennt.



Verschleiß, Schaltverhalten und „Chain Protection“

Ein Drehmoment von 150 Nm verlangt Tribut. Wer diese Leistung regelmäßig abruft, muss den Akkuverbrauch im Auge behalten. Ein 700-Wh-Akku lässt sich unter Volllast im Boost-Modus in deutlich unter einer Stunde leeren. Physische Gesetze lassen sich auch durch eine effiziente Motorsteuerung nicht umgehen.

Gleiches gilt für den Antriebsstrang. Um Kassette und Kette zu schonen, hat Avinox die Funktion „Chain Protection“ implementiert. Sobald – in Verbindung mit elektronischen Schaltwerken wie der SRAM Transmission – ein Schaltvorgang eingeleitet wird, nimmt der Motor drastisch Leistung und Drehmoment heraus. In der Praxis führt dies zu einem deutlich spürbaren und auch auf dem Prüfstand messbaren Leistungsloch. In steilen, technischen Anstiegen kann dieser abrupte Zugkraftunterbrecher den Fahrer aus dem Rhythmus bringen. Wer dies nicht wünscht, kann die Funktion über die App deaktivieren, trägt dann aber das erhöhte Verschleißrisiko selbst.

Ökosystem, App und Konnektivität

Das digitale Ökosystem rund um den M2S wurde konsequent weiterentwickelt. Für die Bedienung stehen zwei neue, zwei Zoll große OLED-Farbdisplays zur Verfügung (DP100-F und DPC100). Das Topmodell bietet dabei einen Slot für eine 4G-Nano-SIM-Karte, um das Rad autark zu orten. Alle Displays integrieren sich zudem in das Apple „Wo ist?“-Netzwerk. Etwas schade ist, dass die Displays mit ihrem breiten Kunststoffrahmen optisch nicht ganz so nahtlos und flächig ins Oberrohr integriert wirken, wie es aktuelle Lösungen der Konkurrenz vormachen.



Die Avinox Ride App bietet eine beeindruckende Informationstiefe und lässt weitreichende Anpassungen zu. Ein starkes Feature ist die neue Boost-Konfiguration: Fahrer können festlegen, dass bei Aktivierung des Boost-Modus die Charakteristik der aktuell gewählten Fahrstufe (etwa Ansprechverhalten) erhalten bleibt, lediglich die Leistungsgrenzen nach oben hin geöffnet werden. Für die Zukunft sind zudem On-Display-Navigation via GPX-Import sowie eine herzfrequenzbasierte Unterstützungssteuerung angekündigt.

Der Kontozwang als Wermutstropfen

Trotz der hervorragenden App-Integration gibt es einen wesentlichen Kritikpunkt an der Konnektivität: den Kontozwang. Um das E-Bike dauerhaft zu nutzen, muss es über die Smartphone-App aktiviert und mit einem Benutzerkonto verknüpft werden. Geschieht dies nicht, verweigert der Antrieb spätestens nach 100 gefahrenen Kilometern den Dienst. Ein Vorgehen, das in der Fahrradwelt noch weitgehend unüblich ist und Nutzer bevormundet, die ihr Fahrrad ohne App-Abhängigkeit nutzen möchten.



Fazit: Die neue Messlatte bei E-Bike-Motoren?

Der Avinox M2S ist ein zutiefst beeindruckendes Stück Technik. Die Kombination aus extrem kompakter Bauweise, brachialen 1500 Watt Spitzenleistung, einem revolutionären Akku-Design und einer kaum vorhandenen Geräuschkulisse sucht auf dem aktuellen Markt ihresgleichen. Wer mit diesem System auf den Trail geht, klettert Passagen empor, die zuvor als unfahrbar galten, und genießt auf der Abfahrt absolute Ruhe.

Das System ist derart leistungsfähig, dass es in Sachen Performance und Leistungsdichte derzeit die absolute Benchmark darstellt. Zwar gibt es kleinere Aufgaben für künftige Software-Updates – etwa die weitere Verfeinerung des Overruns oder eine etwas sanftere Abstimmung der „Chain Protection“ – doch das trübt das exzellente Gesamtbild kaum. Wer die schiere Leistung abruft, muss sich lediglich auf einen entsprechenden Akkuverbrauch und einen höheren Verschleiß einstellen. Mit dem M2S zeigt Avinox eindrucksvoll auf, in welche Richtung sich die Speerspitze der E-Mountainbike-Entwicklung bewegt.

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Über Michael Faiß

Michael Faiß hat in München Englisch und Geschichte studiert. Nach einem einjährigen Aufenthalt in England arbeitete er als Übersetzer unter anderem für das Magazin Procycling und das Degen Mediahouse. Außerdem ist er seit der Kindheit passionierter Radfahrer und –schrauber und fühlt sich vor allem abseits der asphaltierten Wege zuhause.

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