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Produktnews

Amflow TL vorgestellt: Neues Carbon-SUV-E-Bike mit kraftvollem Avinox-Antrieb

23. Juni 2026 by Michael Faiß

Amflow TL

Produktnews: Amflow betritt mit dem Modell TL Carbon neues Terrain jenseits traditioneller E-Mountainbikes. Konzipiert als vielseitiges SUV-E-Bike, soll das Modell die Lücke zwischen anspruchsvollen Mountainbike-Trails, ausgedehnten Touren mit viel Gepäck und dem täglichen Pendeln schließen. Trotz einer enormen zulässigen Gesamtmasse von 200 Kilogramm drückt Amflow das Fahrzeuggewicht auf bis zu 22,6 Kilogramm. Möglich machen dies ein leichter Vollcarbon-Rahmen sowie der Einsatz des leistungsstarken, aber kompakten Avinox M2-Antriebssystems. Wir werfen einen detaillierten Blick auf die technischen Spezifikationen und Besonderheiten des neuen All-Terrain-Bikes.

Amflow TL: Leichtes Carbon-Chassis trifft auf enorme Zuladung

Das Herzstück des Amflow TL bildet ein 2,9 Kilogramm leichter Vollcarbon-Rahmen, der in der Farbe „Silica Beige“ ausgeliefert wird. Die Entwickler haben bei der Konstruktion offensichtlich einen starken Fokus auf den Utility-Gedanken gelegt. Dies zeigt sich insbesondere bei den Kapazitäten für den Transport: Das Bike ist für ein Systemgewicht (Fahrrad, Fahrer und Gepäck) von beachtlichen 200 Kilogramm freigegeben. Der Heckgepäckträger, der den MIK HD-Standard unterstützt und somit auch für die Montage von Kindersitzen oder speziellen Taschensystemen gerüstet ist, ist für bis zu 27 Kilogramm zugelassen. An der Front lässt sich ein optionaler Träger montieren, der weitere 20 Kilogramm aufnehmen kann. Zudem ist das System offiziell für die Nutzung von Fahrradanhängern konzipiert, was den Einsatzbereich auf langen Touren oder im Familienalltag erweitert.



Wer das Rad sportlicher bewegen möchte, kann Schutzbleche und Gepäckträger demontieren. In diesem reduzierten Setup entspricht das Amflow TL den CAT-III-Zertifizierungsstandards für traditionelle Offroad-Mountainbikes.

Avinox-Antrieb: Hohe Leistung und modulares Batteriekonzept

Beim Antrieb setzt Amflow auf die Avinox M2 Drive Unit. Mit einem nominalen Drehmoment von 110 Nm und einer Spitze von 125 Nm gehört der Motor zu den kräftigsten Systemen, die aktuell am Markt für SUV-E-Bikes verbaut werden. Die Spitzenleistung wird mit 1100 Watt angegeben. Dennoch soll das Aggregat dank eines speziellen Planetengetriebes mit Schrägverzahnung eine geringe Geräuschentwicklung von lediglich 45 dBA aufweisen.



Spannend für Tourenfahrer ist das modulare Akkukonzept. Standardmäßig wird das Rad mit einem entnehmbaren 800-Wh-Akku ausgeliefert, der laut Herstellerangaben Reichweiten von bis zu 172 Kilometern ermöglichen soll. Alternativ ist ein leichterer 600-Wh-Akku (für bis zu 124 Kilometer) erhältlich. Beide Hauptakkus können mit einem neuen 480-Wh-Zusatzakku kombiniert werden. So lässt sich die Gesamtkapazität auf bis zu 1280 Wh steigern. Die Akkus sind durch einen Schnellverschluss einhändig entnehmbar und können abseits des Rades geladen werden. Dafür bietet der Hersteller ein 4A-Ladegerät mit 168 Watt Leistung an. Neu ist zudem eine Mehrfach-Ladestation, an der sich bis zu vier Batterien nacheinander aufladen lassen – eine interessante Lösung vor allem für gewerbliche Nutzer oder Familien.

Elektronisch Schalten ohne Treten: Die TRP-Integration

Eine technische Besonderheit des Amflow TL ist das Antriebs- und Schaltungskosystem. Das Bike ist das erste Modell, das über die „SmoothShift Electronic Shifting“-Technologie verfügt, eine gemeinsame Entwicklung von Amflow, dem Schaltungshersteller TRP und Avinox. Zum Einsatz kommt hier das elektronische TRP E.A.S.I. RD-T7010E-L Schaltwerk für 10- bzw. 11-fach-Kassetten.



Das System kommuniziert direkt mit der Antriebseinheit. Sensoren erfassen die Schaltimpulse des Fahrers, woraufhin der Motor die Kassette selbstständig bewegt – ein Gangwechsel ist somit auch ohne eigenes Treten möglich. Um den Verschleiß der Komponenten (verbaut sind eine 11-43t Kassette, ein 38T Kettenblatt und eine KMC eGlide T Kette) bei den extremen Motorkräften von 125 Nm gering zu halten, reduziert die Elektronik während des Schaltvorgangs intelligent das Drehmoment. So sollen Ruckeln vermieden und die Kette geschont werden.

Fahrwerk und Geometrie: Auf Traktion und Stabilität getrimmt

Passend zum Anspruch eines SUV-Bikes fällt der Federweg moderat, aber effektiv aus. Das Fahrwerk wurde in Zusammenarbeit mit FOX speziell auf die Gewichtsverteilung und die möglichen hohen Zuladungen des TL abgestimmt. An der Front arbeitet eine FOX AWL Sport Gabel mit 120 Millimetern Federweg und RAIL 2.0 Dämpfung. Hinten verwaltet ein FOX FLOAT Rhythm Dämpfer (190×45 mm) 105 Millimeter Federweg.



Ein Blick in die Geometriedaten verrät die Ausrichtung des Rades: Mit verhältnismäßig langen Kettenstreben von 470 Millimetern zielt Amflow klar auf Laufruhe, stabilen Geradeauslauf und viel Traktion bei steilen Anstiegen ab – Eigenschaften, die gerade bei voller Beladung essenziell sind. Der Reach fällt mit 375,3 mm (Größe S/M) beziehungsweise 412,7 mm (Größe L/XL) eher kompakt aus, was für eine aufrechte, tourentaugliche Sitzposition spricht. Der Lenkwinkel liegt standardmäßig bei 67 Grad, lässt sich aber über einen Steuersatz um ein Grad abflachen, falls man auf größere 29-Zoll-Laufräder wechseln möchte. Das Bike ermöglicht ohnehin verschiedene Laufradkonfigurationen: Ausgeliefert wird es auf 27,5-Zoll-Aluminiumfelgen (25 mm Innenweite) mit Maxxis Crossmark II Reifen in 2,35 Zoll Breite, es lassen sich aber auch Mullet-, Reverse-Mullet- oder reine 29-Zoll-Setups realisieren.

Smarte Features und alltagstaugliche Ausstattung

Bedient wird der Antrieb über kabellose Controller an beiden Seiten des Lenkers. Als Informationszentrale dient das 2 Zoll große OLED-Display Avinox DPC100. Über die zugehörige Avinox Ride App erweitert sich der Funktionsumfang erheblich. Die Software bietet eine Offline-Navigation, die in Echtzeit Abbiegehinweise auf dem Display darstellt. Zudem ist eine Integration des Apple „Find My“-Netzwerks an Bord, um den Standort des Rades jederzeit überprüfen zu können. Ein interessantes Feature für sportliche Fahrer ist die smarte Herzfrequenzsteuerung: Koppelt man einen Bluetooth-Brustgurt, lässt sich eine Ziel-Herzfrequenz definieren, und der Motor passt seine Unterstützungsstufe automatisch an den Puls des Fahrers an. Auch kompatible Osmo-Kameras lassen sich direkt über das Bike steuern.



Abgerundet wird das Paket durch eine solide Alltagsausstattung. Dazu gehören eine Dropper Post (150 mm Hub bei S/M, 170 mm bei L/XL), Tektro 4-Kolben-Bremsen mit 180-mm-Bremsscheiben (inklusive integriertem Tonrad für das Antriebssystem) sowie eine StVZO-konforme Lichtanlage, die direkt vom Hauptakku gespeist wird.

Seine offizielle Premiere wird das Amflow TL Carbon auf der Eurobike 2026 in Frankfurt feiern. Laut Hersteller soll es noch im selben Jahr global verfügbar sein.



Das Amflow TL im Web

https://www.amflowbikes.com

Stichworte:amflowamflow TLfeaturedSUV

Über Michael Faiß

Michael Faiß hat in München Englisch und Geschichte studiert. Nach einem einjährigen Aufenthalt in England arbeitete er als Übersetzer unter anderem für das Magazin Procycling und das Degen Mediahouse. Außerdem ist er seit der Kindheit passionierter Radfahrer und –schrauber und fühlt sich vor allem abseits der asphaltierten Wege zuhause.

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