Velomotion logo Velomotion small logo
Search icon
  • Produktnews
  • Radsport
  • Tests
    • Kompletträder
    • Komponenten
    • Zubehör
  • Ratgeber
    • Kaufberatung
    • Leasing
    • Recht
    • Werkstatt
    • Radreise

E-MountainbikesKompletträderTests

Giant Stance E+ 1 im Test: Premium-Technik zum fairen Preis

19. März 2026 by Michael Faiß

Giant Stance E+1

Test / E-MTB: Während sich die E-Mountainbike-Branche in den letzten Jahren immer häufiger auf sündhaft teure Flaggschiff-Modelle jenseits der 10.000-Euro-Marke konzentriert hat, schlägt Giant dem Stance E+ seit jeher einen erfrischend anderen Weg ein – so auch für das Modelljahr 2027. Die Neuauflage des beliebten Trail-Allrounders bringt topaktuelle Motorentechnik, einen großen Akku und eine durchdachte Geometrie in die Preisklasse ab 4.000 Euro. Damit rückt ein Leistungsniveau in greifbare Nähe, das bisher meist nur teureren Bikes vorbehalten war. Ob das Konzept auf dem Trail aufgeht und wo für diesen Preis Kompromisse eingegangen werden mussten, haben wir ausführlich getestet.

Ein starkes Signal für die Mittelklasse

Es ist kein Geheimnis, dass der Markt für E-Mountainbikes in den vergangenen Jahren eine enorme Preisspirale erlebt hat. Günstigere Modelle wirken oft wie lieblose Pflichtaufgaben der Hersteller. Mit der neuesten Generation der Stance E+ Serie positioniert Giant dieses Bike jedoch ganz klar als echtes Highlight im eigenen Portfolio. Die Integration des brandneuen Antriebssystems und ein speziell für E-Bikes entwickeltes Fahrwerk zeigen, dass der Fokus hier auf dem echten Mehrwert für den Endkunden liegt.



Das Stance E+ war schon immer das Bike für den vernünftigen Touren- und Trail-Fahrer. Auch wenn das Rad in seiner neuesten Iteration mit 150 Millimetern Federweg an der Front und 140 Millimetern am Heck auf dem Papier deutlich potenter geworden ist, bleibt es seinen Wurzeln als verlässlicher Allrounder treu. Die Spezifikationen des mittleren Modells, des Stance E+ 1, lesen sich dabei äußerst vielversprechend: Alurahmen, 800-Wattstunden-Akku, der neue SyncDrive Pro 3X Motor und hauseigene Fahrwerkskomponenten.



Technische Details: Rahmen, Geometrie und Integration

Der ALUXX SL Rahmen und clevere Alltags-Features

Die Basis des Stance E+ 1 bildet ein sauber verarbeiteter Rahmen aus Giants hauseigener ALUXX SL Aluminium-Legierung. Auffällig ist die wuchtige, aber fließende Formsprache, die den großen Akku nahtlos in das Unterrohr integriert. Giant verzichtet glücklicherweise auf die aktuell stark diskutierte Leitungsverlegung durch den Steuersatz und setzt stattdessen auf klassische Einlässe am Steuerrohr – ein absoluter Segen für alle, die an ihrem Rad selbst schrauben möchten. Werkzeug- und Flaschenhalteraufnahmen sind selbstverständlich vorhanden.



Besonders interessant für die anvisierte Zielgruppe der Tourenfahrer: Das Giant Stance E+ bietet eine Reihe von Montagepunkten, die im sportlichen E-MTB-Bereich selten geworden sind. Neben einer Vorbereitung für einen Seitenständer (KSA40) lassen sich am Heck echte, fest verschraubte Schutzbleche montieren. Selbst die Gabel besitzt Gewinde für ein ordentliches Schutzblech. Ein weiteres technisches Gimmick ist die Integration des „Apple Find My“-Services. iPhone-Nutzer können ihr Bike direkt in der App registrieren, was zwar kein mechanischer Diebstahlschutz ist, im Ernstfall aber beim Aufspüren helfen kann.

FlexPoint-Hinterbau und E-Tuned Suspension

Beim Hinterbau geht Giant bei den Stance-Modellen traditionell eigene Wege und setzt auf das bewährte FlexPoint-System. Es handelt sich hierbei um einen abgestützten Eingelenker, der auf einen Drehpunkt im Bereich der Hinterachse (wie etwa beim Horst-Link) verzichtet. Stattdessen nutzt das System den definierten Flex der Aluminiumstreben. Das spart Gewicht, Kosten und reduziert die Anzahl der wartungsanfälligen Lager.



Sowohl an der Front (Giant STL 36 Air) als auch am Heck (Giant Crest FloTrac) setzt das Stance E+ 1 (wie auch das Stance E+ 2) auf hauseigene Federelemente. Diese sind speziell für die höheren Belastungen und das Mehrgewicht eines E-Mountainbikes ausgelegt. Die Dämpfungskennlinien und das Luftkammervolumen wurden laut Hersteller so angepasst, dass das Rad trotz knapp 26 Kilogramm Lebendgewicht hoch im Federweg steht und bei harten Schlägen nicht durchrauscht.



Modernisierte Geometrie

Die Geometrie wurde im Vergleich zum Vorgänger deutlich modernisiert, ohne dabei ins Extreme abzudriften. Ein Lenkwinkel von 64,5 Grad sorgt für viel Laufruhe in steilen Passagen, während der 76.5 Grad steile Sitzwinkel eine effiziente Kletterposition garantiert. Mit einem Reach von 480 Millimetern in Größe L bietet der Hauptrahmen ausreichend Bewegungsfreiheit. Die Kettenstreben fallen mit 468 mm ziemlich lang aus und dürften für viel Laufruhe, gutes Kletterverhalten sorgen, aber auf Kosten der Agilität gehen.

SMLXL
Reach (mm)431455480505
Stack (mm)614628641655
Sitzrohr (mm)400425450475
Lenkwinkel (in °)64,564,564,564,5
Sitzwinkel (in °)76,576,576,576,5
Oberrohr (mm)579606635663
Kettenstreben468468468468
Steuerrohr (mm)100115130145
BB Drop (mm)26262626

Der Antrieb: Giant SyncDrive Pro 3X und EnergyPak Akkus

Kompaktes Kraftpaket mit 100 Nm

Das eigentliche Herzstück des neuen Stance E+ 1 ist der Antrieb. Giant verbaut hier den brandneuen SyncDrive Pro 3X Motor. Mit einem maximalen Drehmoment von 100 Newtonmetern und einer Spitzenleistung von bis zu 800 Watt spielt dieser Motor auf dem Papier in der obersten Liga mit.



Interessant ist hierbei die elektrische Auslegung: Während Giants Enduro-Modell Reign E+ mit dem fast namensgleichen Pro 3 Motor auf ein 48-Volt-System setzt, arbeitet das Stance E+ 1 mit klassischen 36 Volt. Dies ermöglicht die Weiternutzung der bewährten EnergyPak Smart Akkus mit 800 und 625 Wh im Falle des Stance E+.

Akku und Bedienkonzept

Im Unterrohr steckt beim Stance E+ 1 und Stance E+ 0 ein großer 800-Wh-Akku, der für ausgedehnte Tagestouren mehr als ausreichend dimensioniert ist. Beim Einstiegsmodell kommt der kleinere 625 Wh Akku zum Einsatz. Die Entnahme ist clever gelöst: Nach dem Öffnen einer Rändelschraube (werkzeuglos möglich) lässt sich die Abdeckung abnehmen. Der Akku selbst ist doppelt gesichert – durch einen Schnappverschluss und zusätzlich geklemmt durch eine Torx-Schraube im Rahmen. Das dauert beim Ausbau zwar ein paar Sekunden länger, eliminiert aber jegliches Klappern auf dem Trail zuverlässig.



Das Bedienkonzept besteht aus dem RideControl Dash 2, einer Kombination aus Fernbedienung und Display am linken Lenkergriff. Die farbige, hochauflösende Darstellung weiß zu gefallen, jedoch wirkt das Gehäuse für ein sportliches Rad etwas klobig. Die Tasten könnten zudem einen definierteren Druckpunkt vertragen, besonders bei der Bedienung mit nassen Handschuhen auf ruppigen Wegen. Dennoch liefert das System alle relevanten Informationen auf einen Blick.

Das Giant Stance E+ 1 im Praxistest

Auf dem Trail: Gutmütig statt verspielt

In der Theorie stimmen die Daten, doch wie verhält sich das Rad im Gelände? Schon auf den ersten Metern wird klar: Das Stance E+ 1 ist kein flinkes Ballergerät, sondern ein gutmütiger, extrem verlässlicher Partner. Das Rad vermittelt sofort Sicherheit. Selbst blutige Anfänger werden von den Fahreigenschaften nicht überfordert. Es lässt sich intuitiv steuern und zieht stoisch seine Bahnen.



Die Kehrseite dieser Laufruhe ist eine fehlende Lebendigkeit. Wer ein agiles Bike sucht, das sich in jeden Anlieger werfen und an kleinsten Kanten abziehen lässt, wird hier nicht fündig. Das liegt nicht zuletzt am üppigen Systemgewicht von 25,6 Kilogramm (ohne Pedale). Das Stance E+ ist vielmehr ein souveräner Tourer, der auch vor anspruchsvollen Trails nicht zurückschreckt, solange man das Tempo im angemessenen Rahmen hält.

Giant Stance E+1

Fahrwerk und Komponenten am Limit

Das hauseigene Giant-Fahrwerk liefert eine grundsolide Vorstellung ab, die sich vor etablierten Einstiegsfahrwerken von Fox oder RockShox nicht verstecken muss. Besonders lobenswert ist das Setup: Giant druckt klare Empfehlungen für Gabel und Dämpfer direkt auf die Bauteile, was die Abstimmung enorm erleichtert. Auf dem Trail zeigt sich das Grund-Setup von der strafferen Seite. Um zu verhindern, dass die Gabel bei großen Schlägen durch den Federweg rauscht, muss verhältnismäßig viel Druck gefahren werden.



Rahmen Giant Aluxx SL
Federgabel Giant STL 36 Air
Antrieb Giant SyncDrive Pro 3x
Akku Giant EnergyPak 800 Wh
Dämpfer Giant Crest FloTrac
Laufräder Giant AM30
Reifen VR Maxxis Minion DHF EXO MaxxTerra
Reifen HR Maxxis Dissector EXO MaxxTerra
Schaltwerk Shimano Cues 10-fach
Schalthebel Shimano Cues 10-fach
Kurbel Forged Aluminium
Umwerfer Ohne
Bremse Shimano MT420
Bremsscheiben Shimano 223/203 mm
Sattelstütze Giant Contact Switch AT
Sattel Giant Contact Ergo Trail
Vorbau Giant Contact SL 35
Lenker Giant Connect TR35

In Kombination mit den Bremsen offenbart sich hier der limitierende Faktor des Bikes auf harten Trails. Giant spezifiziert die Shimano MT420 Vierkolben-Bremse. Trotz großer Bremsscheiben (220 mm vorne, 203 mm hinten) kommt diese Anlage bei knapp 26 Kilo Bike-Gewicht plus Fahrer auf steilen Abfahrten spürbar an ihre Grenzen. Die straffe Front und die hohe nötige Handkraft an den Bremshebeln führen auf langen Abfahrten schnell zu ermüdeten Unterarmen. Wer das zulässige Gesamtgewicht von 156 Kilogramm voll ausreizt und in den Alpen wohnt, sollte hier über ein Bremsen-Upgrade nachdenken.



Die Shimano Cues LinkGlide 10-fach Schaltung hingegen passt hervorragend zum Charakter des Rades. Sie ist zwar nicht die leichteste oder schnellste Schaltung auf dem Markt, aber sie ist extrem robust, verschleißarm und schaltet auch unter der enormen Last des E-Motors präzise. Zudem sind Verschleißteile wie Kassette oder Kette sehr günstig.

Motor-Performance: Ein entscheidender App-Tipp

Die Leistung des SyncDrive Pro 3X Motors ist auf dem Trail über jeden Zweifel erhaben. Er schiebt mächtig an und liegt leistungstechnisch durchaus auf Augenhöhe mit den Top-Aggregaten der Konkurrenz. Allerdings gab es bei den ersten Testfahrten eine Überraschung: Das sonst für Giant so typische, giftige und reaktionsschnelle Ansprechverhalten fehlte völlig. Der Motor wirkte beim Antritt auf der ersten Kurbelumdrehung fast schon erschreckend träge.

Die Lösung fand sich in der Giant RideControl App. Hier lässt sich der Parameter „Launch“ (Ansprechverhalten) von Stufe 1 bis 7 konfigurieren. Ab Werk sind fast alle Unterstützungsstufen auf einen Wert von 3 eingestellt – viel zu wenig für eine dynamische Fahrweise. Stellt man den Wert auf 5 oder 6, erwacht der Motor plötzlich zum Leben und liefert genau jene spritzige Dynamik, die man im technischen Uphill benötigt. Wir raten jedem Käufer, diese Einstellung direkt nach dem Kauf vorzunehmen, um das volle Potenzial des Antriebs zu nutzen.



Hinsichtlich der Geräuschkulisse summt der Motor unter Volllast hörbar, bleibt aber in einem angenehmen, unaufdringlichen Bereich. In der Abfahrt ist ein leichtes Motorklappern wahrnehmbar, das jedoch in unserem Fall von einer etwas zu lang geratenen, klappernden Bremsleitung am Steuerrohr übertönt wurde.

Fazit: Giant Stance E+ 1

Pro

  • Gelungenes Gesamtkonzept
  • Überzeugendes Antriebssystem
  • Hohe Alltagstauglichkeit
  • Gutmütiges Fahrverhalten

Contra

  • Kein Leichtgewicht
  • Bremsen dürften stärker sein

Fakten

RahmenmaterialAluminium
Laufradgröße29 Zoll
AntriebstypGiant SyncDrive Pro 3x
Federweg150 / 140 mm
Gewicht25,7 kg
Preis4.499 Euro
Web www.giant-bicycles.com
DownhillUphill
 
LaufruhigAgil
 
Das Giant Stance E+ 1 ist ein immens wichtiges Fahrrad für die Branche. Für faire 4.499 Euro liefert Giant ein durchdachtes, leistungsstarkes und enorm sicheres E-Mountainbike ab, das eine riesige Zielgruppe anspricht. Wer einen zuverlässigen Begleiter für ausgedehnte Touren sucht, der auch vor fordernden Trails nicht kapituliert, bekommt hier ein hervorragendes Gesamtpaket. Der bärenstarke Motor, der riesige 800-Wh-Akku und das wartungsarme Setup sind klare Pluspunkte. Einzig Hardcore-Trail-Piloten könnten sich an den Einstiegsbremsen und der etwas stoischen Handhabung stören. Unterm Strich beweist Giant eindrucksvoll: Aktuelle E-MTB-Technik kann auch im Jahr 2026 bezahlbar sein.
Stichworte:#VMmtbE-MTBfeaturedGiantgiant stance

Über Michael Faiß

Michael Faiß hat in München Englisch und Geschichte studiert. Nach einem einjährigen Aufenthalt in England arbeitete er als Übersetzer unter anderem für das Magazin Procycling und das Degen Mediahouse. Außerdem ist er seit der Kindheit passionierter Radfahrer und –schrauber und fühlt sich vor allem abseits der asphaltierten Wege zuhause.

Giant Stance E+1

Giant Stance E+ 1 im Test: Premium-Technik zum fairen Preis

Der neue Race Face Era SL Lenker geizt nicht mit Vielseitigkeit. Sparsam ist der Lenker aus UD-Carbon allerdings beim Gewicht.

Entwickelt für Downcountry, geeignet für Trail: Der neue ultraleichte Race Face Era SL Lenker

Neue StVZO-konforme Fahrrad-Rücklichter von Knog

Zwei Rücklichter, zwei Technologien, zwei Befestigungslösungen: Neue StVZO-konforme Fahrrad-Rücklichter von Knog

Umfangreiches FOX X-Serie Dämpfer-Update

Aktualisierte Float X-, DHX- und Live Valve Neo-Varianten: Umfangreiches FOX X-Serie Dämpfer-Update

Velo de Ville Loady: Fahrspaß mit viel Gepäck an Bord

Neue Lidl E-Bikes Crivit Urban X.3 und Y.3: Lohnt der Gang zum Discounter?

Ursprüngliches Singlespeed-E-Bike jetzt mit 1x10 Schaltung: Rose Sneak Plus EQ Shift Urban-E-Bike

Neue Radsport-News-Plattform gestartet: Alles zum Profiradsport auf radsport-radikal.de

Cannondale CAAD14: Neuer Alu-Renner in klassischem Look

Moustache Mardi 27.6 FS: Fahrkomfort à la Française

Crivit Urban X.3

Crivit Urban X.3 im Test: Sportliches E-Bike zum Discounter-Tarif

Gewinne ein Flyer Goroc2: Das Crossover-SUV-Bike für Alltag und Abstecher ins Gelände

Crivit Urban Y.3 im Test: Kleiner Preis, großer Komfort?

Vier Tage Gravel-Abenteuer mit dem AusdauerNetzwerk im Bayerischen Wald und Böhmerwald: Velomotion Gravel Tour 2026

Ähnliche Beiträge

  • Giant Trance X Advanced E+ Elite V2 im Test: Leichter Trail-Allrounder
  • Giant Stance E+ 0 Pro im Test: Tolles E-MTB zum fairen Preis
  • Specialized Levo R im Test: Weniger Federweg, mehr Charakter?
  • Rose Slab Plus im Test: Viel E-MTB für unter 5.000 Euro
  • Nicolai S18 Swift im First Ride: Darf es auch etwas mehr sein?
  • Velomotion Team
  • Mediafacts
  • Impressum
  • Datenschutz/ DSGVO

© 2026 · Velomotion GmbH