Das neue Cube Litening Aero im Test: Die neue Aero-Rennmaschine des bayerischen Herstellers ist aerodynamischer, leichter und mit UDH-Aufnahme sowie großem Reifendurchlauf vielseitig aufgestellt. Dazu kommt wie bei Cube üblich ein Preis-Leistungs-Verhältnis, das kaum zu toppen ist.
Rennräder müssen schnell sein, klar. Doch diese Eigenschaft ist in den letzten paar Jahren immer stärker mit einer Eigenschaft verknüpft worden: der Aerodynamik. Diese lässt sich unter standardisierten Laborbedingungen sehr genau messen, womit es möglich ist, unterschiedliche Modelle und Konzepte zu vergleichen. Die unabhängigen Aero-Tests üben natürlich einen gewissen Druck auf die Radhersteller aus, zumal, wenn sie im Profisport aktiv sind – ebenso wie die Teams will auch die Kundschaft möglichst windschnittiges Material. Alle paar Jahre muss daher ein Update her, und Cube hat dieses soeben in Form des neuen Cube Litening C:68X Aero abgeliefert.

Wobei sich der bayerische Hersteller mit dem neuen Modell ganze sieben Jahre Zeit gelassen hat – der Vorgänger wurde nämlich im Spätsommer 2019 präsentiert. Jener Rahmen sollte satte 30 % weniger Luftwiderstand bieten als die vorhergehende Generation; nun fällt der Fortschritt etwas bescheidener aus: Beim 2027er Cube Litening C:68X Aero belaufen sich die aerodynamischen Einsparungen gegenüber dem 2019er Modell laut Hersteller auf 6 Watt bei Renntempo. Das zeigt einerseits, wie gut das Cube bereits damals funktionierte. Andererseits wird klar, dass die Luft inzwischen ziemlich dünn geworden ist, was die Luftwiderstandsoptimierung betrifft.
Cube Litening C:68X Aero: die Highlights
- Aerodynamisch optimierter Rahmen mit bis zu 6 Watt weniger Luftwiderstand im Vergleich zum Vorgänger
- Gewicht des Rahmensets um 150 Gramm reduziert; Rahmengewicht 950 Gramm
- 34 mm Reifenfreiheit und UDH-Aufnahme
- Neues Carbon-Cockpit
- „Pro“-Version mit SRAM Force AXS inkl. Powermeter
- Laufradsatz Newmen Streem A.49/54 Carbon
- Gewicht 7,7 kg (Gr. 54, ohne Pedale)
- Preis 4.999 Euro
Neue Rahmenformen für leichte Aero-Vorteile
Und damit treten dann doch wieder andere Faktoren in den Vordergrund, wobei die Aero-Merkmale des neuen Rahmens natürlich erwähnt werden sollten: Gabel und Steuerkopf sind flächiger geworden; der Sitzrohrknoten wirkt durch den Verzicht auf den kleinen Fortsatz oberhalb der Sitzstreben und die angeschrägte Sattelstützaufnahme deutlich harmonischer.
Mit all dem geht eine Gewichtsreduzierung um 150 Gramm am Rahmenset einher; außerdem verfügt das Litening Aero 2027 über zwei wichtige moderne Features: Der Rahmen ist mit UDH-Aufnahme ausgestattet, welche der Anbieter gleich für eine „Orbit“ genannte Modellvariante mit SRAM Red 1×13 nutzt. Außerdem wurde die Reifenfreiheit um ganze 6 mm auf nunmehr 34 mm vergrößert. Für eine Aero-Rennmaschine ist das ziemlich viel, wobei sich der Sinn der Maßnahme auch durch einen Blick auf die Ausstattung erschließt.
Mit breiten Felgen zu weniger Luft- und Rollwiderstand
In Sachen Preis-Leistung ist Cube bekanntlich kaum zu schlagen, und das beweist auch die neue Aero-Rennmaschine. 4.999 Euro kostet das Cube Litening C:68X Aero als „Pro“ mit SRAM Force; der Aufschlag fürs Topmodell mit SRAM Red liegt bei 2.300 Euro. Beide Bikes sind mit Carbonlaufrädern ausgestattet, die mit 24 mm Maulweite und 33,5 mm Außenbreite auffallen. Die 30 mm breiten Conti Grand Prix, die auf diese Felgen montiert sind, messen echte 31,5 mm, womit sie ins alte Litening Aero gar nicht reinpassen würden. Die Kombination von breiten Reifen mit etwas breiteren Felgen ist ebenso aerodynamisch wie rollwiderstandsgünstig, und wer tubeless fährt, kann sich zudem über höheren Komfort freuen.

Am 5.000-Euro-Rad darf man natürlich keine Carbonspeichen erwarten, wobei die Newmen-Laufräder mit unterschiedlich tiefen Felgenprofilen (vorne 49 / hinten 54 mm) dennoch ziemlich leicht sind. 2,96 Kilo bringt der fahrfertige Radsatz auf die Waage, was man dem Handling wie der Spritzigkeit des Cube deutlich anmerkt. Beim 54er Testrad sorgen ein Radstand deutlich unter einem Meter und kurze Kettenstreben für einen handlichen Charakter, was durch den Lenkwinkel von 73° etwas entschärft wird. Die Sitzgeometrie ist wie zu erwarten sportlich, aber nicht zu extrem. Das von Cube verbaute neue Aero-Cockpit mit flächigem Oberlenker und –10° Abwinkelung ist neutral gehalten; angenehm ist der leichte „Flare“ der Lenkerbögen von 6°.
| Sitzrohrlänge (mm) | 460 | 480 | 500 | 520 | 540 | 560 | 580 |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Oberrohrlänge (mm) | 527 | 537 | 550 | 565 | 580 | 592 | 604 |
| Sitzwinkel | 75° | 74,2° | 73,5° | 73,5° | 73° | 72,5° | 72,5° |
| Lenkwinkel | 72,2° | 74,2° | 73° | 73,5° | 73,5° | 73,5° | 73,5° |
| Kettenstrebenlänge (mm) | 410 | 410 | 410 | 410 | 410 | 410 | 410 |
| Steuerrohrlänge (mm) | 110 | 120 | 140 | 160 | 180 | 195 | 210 |
| Radstand (mm) | 981 | 981 | 984 | 995 | 1005 | 1011 | 1023 |
| Reach (mm) | 389 | 389 | 389 | 398 | 403 | 405 | 412 |
| Stack (mm) | 514 | 524 | 542 | 563 | 580 | 594 | 609 |
So auffällig, wie das Testrad lackiert ist (es gibt allerdings eine Variante in neutralem Weiß), so ausgewogen präsentiert es sich auf der Straße: Bei höherem Tempo meint man die gute Aerodynamik zu spüren; auf schnellen Abfahrten zerrt der Fahrwind nie unangenehm am Vorderrad. Die SRAM Force funktioniert überzeugend wie immer, und wer ambitioniert Rad fährt, weiß zu schätzen, dass die Gruppe in der Topversion mit Kettenblatt-Powermeter verbaut wird. Dass Cube sich mit diesem Rad an eine sportliche Zielgruppe wendet, erkennt man freilich auch an der verwendeten Übersetzung mit 50/37er Kettenblatt-Kombination und 10-36er Kassette – und nicht zuletzt daran, dass kein Litening unterhalb von SRAM Force bzw. Shimano Ultegra Di2 angeboten wird.

Das günstigste Aero-Rennrad mit dieser Ausstattung ist das Cube Litening C:68X Aero nicht. Wer jedoch ein im Profisport bewährtes Bike mit SRAM Force oder Shimano Ultegra Di2 sucht, kommt an diesem Rad preislich nicht vorbei. Und das dürfte für die meisten mehr zählen als die Frage, welches Rad im Windkanal ein paar Watt schneller ist.





