Der in Colorado ansässige Boutique-Hersteller Yeti präsentiert ein neu entwickeltes Enduro – und ausnahmsweise gibt es bei diesen Produktnews keinen Grund, sich mit Motorleistung und Akkukapazität auseinanderzusetzen, denn das Yeti LT kurbelt der geneigte Endurist selbst den Berg hinauf. Für Shuttle- oder Lift-Tage eignet sich das anpassungsfähige 170-mm-Fully natürlich ebenso. Wir konnten bereits einige Runden auf dem neuen Yeti fahren – hier gibt es alle Infos und einen ersten Fahrbericht!
Anpassungsfähiges Race-Enduro mit Sixfinity-Hinterbau: Das Yeti LT in der Übersicht
Beim neuen Long-Travel-Enduro verabschiedet sich Yeti vom bekannten Switch-Infinity-Hinterbau zugunsten des sogenannten Sixfinity-Systems. Der Sechsgelenker entlockt dem LT 160 mm Federweg am Heck, vorne sind 170 mm gesetzt – perfekt für den Enduro-Einsatz, als Race-Maschine oder für lange Tagestouren in den Alpen. Ein neuer Schwerpunkt beim Yeti LT lautet Anpassungsfähigkeit: Flipchips, austauschbare Ausfallenden und die Option auf Coil- und Air-Dämpfer sollen das Bike perfekt an die Erfordernisse des individuellen Einsatzbereiches anpassbar machen. Apropos individuell: Fahrer können selbst entscheiden, ob sie auf Mullet-Laufrädern (29 Zoll / 27,5 Zoll) oder einem Full-29er-Setup der Hangabtriebskraft frönen wollen. Die Preise für Komplettbikes beginnen bei 7.400 Euro, beim Top-Spec werden 10.900 Euro fällig (UVP). Auch ein Rahmenset ist für 5.400 Euro ist erhältlich.
- Federweg 170 / 160 mm (v / h)
- Laufradgröße Full-29er / Mullet
- Einsatzbereich Enduro
- Gewicht um 16 kg laut Hersteller
- Rahmenmaterial Carbon
- Besonderheiten Fokus auf Anpassungsfähigkeit, Rahmenstaufach, Coil-Kompatibilität
- Hinterbau Sixfinity (Sechsgelenker)
- yeticycles.com
- Preis (UVP) 7.400 – 10.900 Euro (Komplettbikes), 5.400 Euro (Rahmenset)


Zehn Jahre in der Entwicklung: Der Sixfinity-Hinterbau im Detail
Yeti ist bekannt für seinen Switch-Infinity-Hinterbau, bei dem das Hinterrad an einem virtuellen Drehpunkt, erschaffen mittels zweier Gleitbuchsen, aufgehängt ist. In Erwartung an die Notwendigkeiten, die ein zukünftiges E-MTB an den Bauraum des vorderen Rahmendreiecks stellen würde, begann das Yeti Engineering-Team bereits 2016 mit der Entwicklung eines Hinterbausystems, das ohne diese Gleitbuchsen auskommen konnte. Nach einem ersten Prototypen im Jahr 2017 schaffte man es, das Sixfinity-Konzept 2019 auf ein „Test-Mule“ aus Carbon zu übertragen. 2022 trieb Yeti-Athlet Richie Rude mit seinem Wunsch, vom Enduro-Rennsport in den Downhill-Worldcup zurückzukehren, die Verwirklichung eines Non-E-MTBs mit Sixfinity-Hinterbau weiter voran. Podiumsplatzierungen auf dem Sixfinity-Downhiller von Yeti, der bis heute nicht regulär zu erwerben ist, bestätigten das Team bei seiner Entwicklung.
Die Früchte ihrer Arbeit sehen wir nun im brandneuen Yeti LT. Es setzt als erstes unmotorisiertes Bike auf den Sixfinity-Hinterbau, nachdem dieser bislang den elektrischen LTe- und MTe-Modellen vorbehalten war (hier geht es zum Velomotion-Test des Yeti LTe). Es handelt sich dabei um einen Stephenson-Sechsgelenker. Laut der Yeti-Ingenieure lässt sich damit die Kinematik besonders fein tunen. Anti-Rise und Anti-Squat sowie die Leverage-Rate (Hebelübersetzungsverhältnis) können unabhängig voneinander gewählt werden. Gleichzeitig ist der Hinterbau gut über die vielen Lager abgestützt. Dank mechanischer Triangulation sollen weniger Querkräfte auf die Lagerpunkte wirken und sich Lasten insgesamt besser über alle Lager verteilen.
Ganz konkret wurde ein Anti-Squat-Wert von rund 118 % in entsprechenden Klettergängen im Sag gewählt. Das soll dafür sorgen, dass der Hinterbau in technischen Uphills auch unter Kettenzug viel Traktion aufbringen kann, ohne dass zu große Effizienzeinbußen auftreten. Der recht konstante Anti-Rise-Wert von um die 72 % über den ganzen Federweg hinweg verspricht ein berechenbares Verhalten auf der Bremse. Hier soll der Hinterbau auch auf der Bremse noch arbeiten können, ohne zu sehr zu verhärten oder einzusacken.
Wenn Fahrwerks-Nerds über Hinterbau-Kinematiken an Fullys diskutieren, geht es oft um diese Begriffe. Was bedeuten sie überhaupt? Und wie vergleichbar machen sie verschiedene Bikes?
Anti-Squat
Wird in % angegeben und beschreibt die Tendenz des Hinterbaus, unter Kettenzug ein- oder auszufedern. Ein Wert über 100 % besagt, dass der Hinterbau ausfedert, bei einem Wert unter 100 % tendiert der Hinterbau dazu, einzuknicken. Der Anti-Squat-Wert hängt nicht nur von der Gangwahl ab (konkret von der Ritzel- und Kettenblattgröße bzw. ihren Durchmessern), sondern ändert sich auch Durchlaufen des Federwegs. Ein Anti-Squat-Wert von 100 % bedeutet übrigens, dass der Hinterbau gar nicht auf Kettenzug reagiert und sich frei bewegen kann, als ob keine Kette vorhanden wäre. Höhere Werte fühlen sich zumeist effizienter an, lassen aber auf ruppigen Anstiegen Traktion vermissen, niedrige Werte können in einem Wippen des Hinterbaus resultieren.
Anti-Rise
Wird ebenfalls in % angegeben und ist eine Kennzahl für das Verhalten des Hinterbaus, wenn Bremskräfte wirken. Werte über 100 % weisen auf ein geometrieerhaltendes, Fahrwerk mit der Neigung, bei Hinterrad-Bremsungen einzusacken, hin. Der verfügbare Federweg sinkt damit, solange man bremst. Werte unter 100 % lassen das Heck steigen. Wie auch beim Anti-Squat hängt die Berechnung der Werte u.a. von stark variierenden Parametern wie dem Schwerpunkt des Fahrers auf dem Rad ab. Die Werte basieren daher auf vereinfachten Modellen und lassen sich zwischen verschiedenen Herstellern kaum zuverlässig vergleichen, da oft unterschiedliche Ausgangsparameter in die Berechnungen eingehen.
Die dritte wichtige Metrik, das Hebelübersetzungsverhältnis, liegt bei einer mittleren Progression von 20 %. Mittels eines Flipchips in der Dämpferaufnahme kann dieser Wert auf 15 bzw. 25 % korrigiert werden – signifikante Sprünge, die es dem LT erlauben, auch mit einem Coil-Dämpfer gefahren zu werden.
Veritable Variabilität: Finde genau dein Setup
Bikes mit einer Vielzahl an Einstellmöglichkeiten können sich oft wie jene Kinderbücher anfühlen, bei denen der Leser angehalten ist, selbst den Ausgang der Geschichte zu beeinflussen, indem er an entsprechenden Stellen Entscheidungen für den Protagonisten übernimmt und an andere Stellen des Buches springt. Letztlich sind solche Bücher schlicht unbefriedigend; sie wirken wie ein Labyrinth an Entscheidungen, ohne Hilfestellung des Autors in Bezug darauf, welcher Weg denn der beste ist. So ähnlich ergeht es mir manchmal mit Bikes, die eine Vielzahl an Flipchips und Einstellmöglichkeiten besitzen.
Beim Yeti besteht allerdings kein Grund für diese Furcht. Denn Yeti betont: Das Grundsetup, in dem das LT ausgeliefert wird, stellt das Optimum für die meisten Rider dar und würde genau so auch an einem LT zu finden sein, das keine Flipchips und Dropouts besitzt – wie man es also von den früheren SB-Modellen gewohnt ist. Es besteht ergo keine Notwendigkeit, sich durch alle Optionen durchzuspielen – aber diese Freiheit existiert dennoch für alle, die sich zusätzlichen Spielraum beim Setup wünschen; Racer etwa, die ihr Bike spezifisch an einen Track anpassen möchten.
Welche Einstellungsmöglichkeiten offeriert das Yeti LT nun? Neben dem bereits erwähnten Flipchip in der Dämpferaufnahme verfügt das LT über zwei in den Sitzstreben integrierte Flipchips, um zwischen einem Full-29er- und einem Mullet-Setup zu wechseln. Der Clou: Die Geometrie, insbesondere die Tretlagerabsenkung, soll sich dabei nicht signifikant ändern (jeweils nur um wenige Millimeter). Denn bei allen Einstellungsmöglichkeiten, auch bzgl. der Kinematik, haben die Yeti-Ingenieure darauf geachtet, sogenannten „Crosstalk“ zu eliminieren: Ändert man einen Parameter, ändert sich auch wirklich nur dieser Parameter.
Auch bei der Wahl der Steuersatz-Standards wurde darauf geachtet, dem Kunden maximale Anpassungsfähigkeit zu liefern: Anstelle eines IS-Steuersatzes kommen ZS-Schalen zum Einsatz, sodass Winkel- oder Reach-Steuersätze genutzt werden können. Damit sich diese auch leicht ausrichten lassen, sind am Steuerrohr Markierungen für das Zentrum eingebracht.
Zuletzt verfügt das LT über austauschbare Ausfallenden („Dropouts“), die natürlich dem UDH-Standard entsprechen. Mit ihnen lässt sich die Kettenstrebenlänge um 10 mm anpassen. Alle Ausfallenden sowie Flipchips sind im Lieferumfang enthalten; nur der verbaute Cane-Creek-40-Steuersatz verfügt über keine Anpassungsmöglichkeiten.
Remote-Working für Zahnärzte: Rahmen-„Cavity“ ersetzt die Hipbag
Wie es sich für ein Carbonfully im Jahr 2026 gehört, ist das Yeti LT mit einem Rahmenstauffach ausgestattet, dem Yeti den selbstironischen Namen „Cavity“ (Zahnkavität / Hohlraum) verpasst hat. Yeti liefert auch eine passende Tasche für das Rahmenschutzfach mit – man muss aber sowieso keine Angst haben, dass Einzelteile im Rahmen verloren gehen, da am unteren Ende eine Trennwand aus Carbon angebracht ist. Integriert im Rahmenschutz am Unterrohr ist zudem ein Airtag-Halter. Das Carbon-Layup ist spezifisch für jede Rahmengröße gewählt; „Turq“ bezieht sich auf die höchste Qualitätsstufe, die Yeti anbietet. Das LT verfügt übrigens sogar über eine Freigabe für die Nutzung mit einer Doppelbrückengabel!
So stattet Yeti das LT aus
Der Hersteller aus Colorado setzt beim Fahrwerk auf ganzer Linie auf Komponenten aus dem Hause Fox. Das nur in Europa erhältliche Einsteigermodell mit Eagle 90-Schaltung bekommt eine Fox 38 und einen Float X Dämpfer in der Performance-Ausführung spendiert; die restlichen drei Ausstattungsvarianten setzen auf ein Factory-Fahrwerk, namentlich mit einem Fox Float X2-Dämpfer. Die beiden teuersten Modelle lassen sich auch mit Mullet-Laufrädern ordern, ansonsten ist 29 Zoll gesetzt. Die Laufräder bestehen meist aus Alu, nur das Topmodell erhält Carbon-Laufräder von DT Swiss. In allen Fällen sind Schwalbe Pro Radial-Reifen mit sinnvollen Karkassen und Gummimischungen aufgezogen. Übrigens: Wie man mit der Schwalbe-Nomenklatur am besten zurechtkommt, erklären wir hier: Schwalbe Reifen-Lexika
Zum restlichen Ausstattungspaket gehören Lenker mit 35 mm Rise und ODI Reflex-Griffen, MRP AMG SL Bash Guides und WTB Solano Chromoly-Sättel an allen Modellen. Ein Novum für Yeti: Der verbaute Burgtec Enduro MK4-Vorbau kommt nicht mit 50 mm Länge, sondern in 42,5 mm. Alle Kurbelgarnituren verfügen über 165 mm kurze Kurbelarme und kleine 30t-Kettenblätter. Spannend für Individualisten ist die Möglichkeit, das XT Di2-Modell sowie das X0 / 90-Modell gegen einen Aufpreis von 1.200 Euro mit DT Swiss EXC1700 Laufrädern mit DEG DF-Hinterradnaben zu upgraden. Ausgeliefert werden die DT Swiss-Naben mit Anti-Pedal-Kickback-System übrigens in der Null-Grad-Einstellung.
- Federgabel Fox 38 Performance
- Dämpfer Fox Performance Float X
- Schaltgruppe SRAM Eagle 90 Transmission
- Bremsen SRAM Maven Base
- Laufräder DT Swiss E1900
- Vorderreifen Schwalbe Magic Mary Trail Pro 2,5 Radial Ultra Soft
- Hinterreifen Schwalbe Albert Gravity Pro 2,5 Radial Soft
- Lenker Burgtec Ride Wide Alloy Enduro 35 x 780 mm 30 mm Rise
- Dropperpost Crank Brothers Highline/ SM: 150 mm, MD: 170 mm, LG-XL: 200 mm
- Gewicht (Herstellerangabe) 15,99 kg (29″)
- yeticycles.com
- Preis (UVP) 7.400 Euro
- Federgabel Fox 38 Factory Grip X2
- Dämpfer Fox Factory Float X2
- Schaltgruppe SRAM X0 / 90 Transmission
- Bremsen SRAM Maven Silver
- Laufräder DT Swiss E1900
- Vorderreifen Schwalbe Magic Mary Trail Pro 2,5 Radial Ultra Soft
- Hinterreifen Schwalbe Albert Gravity Pro 2,5 Radial Soft
- Lenker Yeti Carbon 35 x 780 mm 35mm Rise
- Dropperpost Crank Brothers Highline/ SM: 150 mm, MD: 170 mm, LG-XL: 200 mm
- Gewicht (Herstellerangabe) 16,1 kg (29″)
- yeticycles.com
- Preis (UVP) 8.800 Euro
- Federgabel Fox 38 Factory Grip X2
- Dämpfer Fox Factory Float X2
- Schaltgruppe Shimano XT Di2
- Bremsen Shimano BR-M8200
- Laufräder DT Swiss E1900 (MX verfügbar)
- Vorderreifen Schwalbe Magic Mary Trail Pro 2,5 Radial Ultra Soft
- Hinterreifen Schwalbe Albert Gravity Pro 2,5 Radial Soft
- Lenker Yeti Carbon 35 x 780 mm 35mm Rise
- Dropperpost Crank Brothers Highline/ SM: 150 mm, MD: 170 mm, LG-XL: 200 mm
- Gewicht (Herstellerangabe) 16 kg (29″)
- yeticycles.com
- Preis (UVP) 9.500 Euro
- Federgabel Fox 38 Factory Grip X2
- Dämpfer Fox Factory Float X2
- Schaltgruppe SRAM X0 Transmission
- Bremsen SRAM Maven Silver
- Laufräder DT Swiss EXC1700 Evo DEG DF (MX verfügbar)
- Vorderreifen Schwalbe Magic Mary Trail Pro 2,5 Radial Ultra Soft
- Hinterreifen Schwalbe Albert Gravity Pro 2,5 Radial Soft
- Lenker Yeti Carbon 35 x 780 mm 35mm Rise
- Dropperpost Fox Transfer 31.6mm / SM: 150 mm, MD: 180 mm, LG-XL: 210 mm
- Gewicht (Herstellerangabe) 15,88 kg (29″)
- yeticycles.com
- Preis (UVP) 10.900 Euro
- Lieferumfang Dropouts, Flipchips für MX & leverage rate, frame storage bag etc.
- yeticycles.com
- Preis (UVP) 5.400 Euro
Geometrie
Das Yeti LT wird in vier Rahmengrößen angeboten, wobei ein Größenbereich von 155 bis 200 cm abgedeckt werden soll. Die Reach-Werte liegen zwischen 435 und 510 mm; in der flachen Mullet-Einstellung schrumpfen diese um 5 mm (der Stack nimmt dagegen um etwa 4 mm zu). Die Steuerrohre sind verhältnismäßig kurz gehalten, was in relativ niedrigen Stack-Werten resultiert. Grund für die Wahl der kurzen Steuerrohre ist, dass so eine optimale Steifigkeit im Steuerrohrbereich erzielt werden konnte.
| 29" / MX Slack | SM | MD | LG | XL |
|---|---|---|---|---|
| Reach in mm | 435 / 430 | 465 / 460 | 485 / 480 | 510 / 505 |
| Stack in mm | 620 / 624 | 625 / 629 | 635 / 639 | 650 / 654 |
| Horizontale Oberrohrlänge in mm | 573 | 604 | 626 | 654 |
| Lenkwinkel in Grad | 64.0 / 63.5 | 64.0 / 63.5 | 64.0 / 63.5 | 64.0 / 63.5 |
| Effektiver Sitzwinkel in Grad | 77.5 / 77.0 | 77.5 / 77.0 | 77.5 / 77.0 | 77.5 / 77.0 |
| Tatsächlicher Sitzwinkel in Grad | 70 | 70.5 | 71.9 | 73.5 |
| Front Center in mm | 775 | 808 | 833 | 865 |
| Kettenstrebenlänge | 439 / 449 | 442 / 452 | 455 / 465 | 465 / 475 |
| FC-2-RC (kurze KS) | 1,77 | 1,83 | 1,83 | 1,86 |
| FC-2-RC (lange KS) | 1,73 | 1,81 | 1,79 | 1,82 |
| Radstand in mm | 1214 / 1224 | 1250 / 1260 | 1288 / 1298 | 1330 / 1340 |
| Tretlagerhöhe in mm | 350 / 344 | 350 / 344 | 350 / 344 | 350 / 344 |
| Überstandshöhe in mm | 738 | 741 | 750 | 756 |
| Sitzrohrlänge in mm | 375 | 420 | 430 | 460 |
| Steuerrohrlänge | 94 | 99 | 110 | 127 |
First Ride
Wir hatten bereits kurz Gelegenheit, einige Trailerfahrungen auf dem Yeti LT zu sammeln – auch wenn ein guter Teil davon an einem sehr verregneten Tag stattfand, welcher von einem Gewitter vorzeitig beendet wurde. Auf dem Naturtrail, durchsetzt von vielen Wurzeln und teils mit losen, groben Steinen übersät, gab sich das Yeti LT allerdings keine Blöße. Der Sixfinity-Hinterbau bietet hier einen ausgewogenen und berechenbaren Mix aus Traktion und Pop. In Steilstücken klebt der Hinterbau auf dem Untergrund und sorgt dafür, dass die Bremskraft der SRAM Maven auch auf den Boden übertragen wird. Gleichzeitig ist es kein Problem, Wurzelfelder oder ähnliches zu überspringen, denn Sixfinity stellt dem Fahrer eine wohldosierte Menge an Pop zur Seite, um solche Spielereien umzusetzen. Insgesamt leistet die Kinematik einen ausgezeichneten Job dabei, den Ritt durchs Gelände zu beruhigen, ohne dass der Fahrer völlig isoliert vom Untergrund ist.
Bergauf ist auf glattem Asphalt ein leichtes Wippen des Hinterbaus zu spüren – hier zeigt sich, dass Yeti dem Sechsgelenker keine allzu hohen Anti-Squat-Werte spendiert hat. Das hilft bei technischen Anstiegen, wo der Hinterbau in den entsprechenden Klettergängen unter Kettenzug noch genug arbeiten darf, um das Hinterrad den Geländekonturen folgen zu lassen. Das Resultat ist mehr Traktion gegenüber einem „effizienteren“ Hinterbau.
Bergauf wie bergab fährt sich das LT dabei sehr intuitiv. Yeti schlägt bei der Rahmengeometrie in keine Richtung Extremen ein; hervorzuheben ist höchstens das recht kurze Steuerrohr. Unsere Testbikes waren allesamt mit einigen Zentimetern an Spacern unter dem (für Yeti kurzen) 42,5-mm-Vorbau ausgestattet; zudem kompensieren Riser-Bars die kurze Steuerrohrlänge. Insgesamt präsentiert sich das Yeti LT als souveränes, recht leicht zugängliches und überaus potentes Enduro, das bergauf wie bergab viel Spaß macht.
Infos und Bilder: Pressemitteilung Yeti / Bilder on Location: Angie Hohenwarter / Location: Aparthotel Bacher bei Brixen



















