Sorry, Lipo – doch an dir liegt es nicht! Klar, dass es mit Florian Lipowitz zum ersten Mal seit 20 Jahren wieder ein deutscher Rennfahrer aufs Podium der Tour de France schaffte, war eine sehnlich erwartete Sensation. Aber der beispiellose Rennrad-Boom rund um die Class Cool, den das Land derzeit erlebt, hat mit dem Rennsport eher weniger zu tun. Vor 30 Jahren war das anders: Als Jan Ullrich erst Zweiter, dann 1997 Sieger der Frankreich-Rundfahrt wurde, lockte er viele Fans aufs Rennrad und inspirierte zahlreiche Nachwuchsrennfahrer, von denen einige später selbst Radprofis wurden.
Class Cool: So „in“ war Rennradfahren noch nie
Doch heute sieht die Szene anders aus: Im Team-Dress von Sport-Idolen setzt sich die neue Generation nicht aufs Rennrad, und mit dem klassischen Vereinsleben haben Fahrerinnen und Fahrer um die Dreißig auch nicht viel zu tun. Stattdessen vernetzt man sich auf WhatsApp, Instagram & Co., trifft sich im dezent-modischen Rad-Outfit vor dem Cycling Café und versucht sich lieber an der eigenen Strava-Bestzeit, anstatt das offizielle Renngeschehen zu verfolgen. Ohnehin sind Leistungsdiagnostik, Powermeter am Rad und effiziente Sporternährung heute Allgemeingut, nicht mehr das geheime Wissen der Spitzensportler – und so ist der sportliche Anspruch an sich selbst bei der neuen Generation der Rennradfahrerinnen und Rennradfahrer durchaus hoch.
Worauf fährt die neue Generation?
Klar, dass zu alldem hochwertiges Material gehört. Wer früher in den Radsport einstieg, besorgte sich erst einmal ein einfaches Rad, vielleicht sogar ein gebrauchtes mit älterer Technik. Das ist heute jedoch nicht mehr angesagt, und zwar aus mehreren Gründen: Zum einen ist es heute ziemlich einfach, sich über die modernen Technologien am Rennrad zu informieren, womit gestiegene Ansprüche verbunden sind. Dann hat sich technisch in den letzten paar Jahren so viel getan, dass der Kauf eines älteren (Gebraucht-)Rades keine gute Idee ist. Eine Rennmaschine mit Felgenbremsen und außen liegenden Zügen ist schon heute veraltet – wer jetzt mit so einem Rad anfängt, wird es in ein paar Jahren nicht mehr los.
Wie viel muss man für die Class Cool blechen?
Und außerdem: Während die Bikes der Profis inzwischen ohne Probleme 12.000 Euro und mehr kosten, ist auch für einen Bruchteil dieser Summe eine top ausgestattete, zeitgemäße Rennmaschine erhältlich. Der Einstieg in die „Class Cool“ mit aerodynamischem Carbonrahmen und elektronischer Schaltung gelingt bereits mit 3.000 Euro, wobei man diese Summe dank Bikeleasing nicht unbedingt voll bezahlen muss. Von der Performance her liegt so ein Renner schon sehr nah am Top-Material; dass eine Profi-Rennmaschine anderthalb bis zwei Kilo leichter ist, ist letztendlich nur von geringer Relevanz, denn auch so kann man viel Spaß mit der Class Cool haben.
Velomotion hat bei führenden Radherstellern Rennmaschinen bestellt, die all das bieten, was die „Class Cool“ für uns ausmacht. Ein leichter Carbonrahmen mit aerodynamischen Rahmenformen gehört ebenso dazu wie eine elektronische Schaltung mit 2×12 Gängen sowie generell hochwertiges Material. Unser Preisrahmen von 3.000 bis 6.000 Euro sorgt für Vielfalt, erschwert aber natürlich die Vergleichbarkeit – doch das ist durchaus gewollt. Was „besser“ oder „schlechter“ ist, interessiert uns gar nicht so sehr; vielmehr wollen wir die Stärken jeder einzelnen Rennmaschine beleuchten und aufzeigen, wo es noch Luft nach oben gibt. Getestet wurden alle Bikes von unserem erfahrenen Team um Ex-Radprofi Florian Novak.
Diese Bikes haben wir getestet
Scott Addict 30: Aero-Renner mit viel Komfort
Test Scott Addict 30: Neben dem Addict RC mit Profi-Geometrie steht das „normale“ Addict mit weniger aggressiver Abstimmung, dafür höherem Komfort. In der Mittelklasse-Variante sehr gut ausgestattet und stark in Sachen Preis-Leistung, fährt sich das neue Modell sehr angenehm; hohes Tempo und sportliche Gangart sind dabei kein Fremdwort für ziemlich das leichte Bike. Der Schweizer […]
Giant Defy Advanced Pro 1: Sportives Allroad-Bike mit viel Komfort
Test Giant Defy Advanced Pro 1: Mit entschärfter Geometrie spricht das Defy all jene an, die nicht allzu sportlich auf dem Rennrad sitzen wollen. Dazu bietet das Rad den hohen Komfort einer flexenden Carbon-Stütze und auf Wunsch bis zu 40 mm breiter Reifen. Für lange Strecken und schlechte Straßen scheint es damit wie geschaffen. Beim […]
Merida Scultura 5000: Sportlicher Charakter mit dezenter Optik
Test Merida Scultura 5000: Die schlanke Rennmaschine vereint eine aggressive Geometrie mit eher zurückhaltender Optik. Trotz des günstigen Preises ist die Ausstattung komplett mit elektronischer Schaltung und Details wie einer Carbonstütze. Dabei vertritt der Anbieter den von ihm verbauten günstigen Radsatz sehr selbstbewusst als budgetfreundliche Maßnahme. Mit dem Scultura verfolgt Merida ein interessantes Konzept: Dies […]
Stevens Xenith: Ausgewogene Rennmaschine mit großer Individualität
Test Stevens Xenith: Das im Konfigurator „gezauberte“ Carbonrad ist sportlicher, als die Kategorie „Endurance“ suggeriert. Seine Fahreigenschaften überzeugen; mindestens ebenso interessant ist allerdings die Tatsache, dass der Anbieter aus Hamburg zahllose Individualisierungs-Optionen anbietet. So kann jedes Xenith einzigartig aufgebaut und optimal angepasst werden. „Endurance“ ist ein dehnbarer Begriff – das merkt man, wenn man sich […]
Radon Spire 10.0: Superleicht und knapp kalkuliert
Test Radon Spire 10.0: Der Bonner Versender hat eine Rennmaschine im Portfolio, die preis-leistungs-mäßig nicht zu toppen ist. Wie fährt sich die schlanke Rennmaschine, an der so ziemlich alles verbaut ist, was man sich aktuell wünschen kann? Keine 5.000 Euro für ein Carbonrad mit Shimano Dura-Ace Di2? Das mag man kaum glauben, und den Wettbewerb […]
Corratec CCT Team Pro: Zwischen Race und Endurance
Test Corratec CCT Team Pro: Mit dem CCT haben die Bayern einen sportlichen Allrounder im Programm, der weder zu stark auf den Renneinsatz zugeschnitten ist noch zu tourenmäßig daherkommt. Der aerodynamisch geformte Rahmen dient als Basis für eine breite Modellpalette, aus der dieses Modell mit optimalen Preis-Leistungs-Verhältnis hervorsticht. Der Hersteller aus dem Voralpenland spricht in […]
Storck Fascenario.4 Comp: Komfortable Rennmaschine für Ambitionierte
Test Storck Fascenario.4 Comp: Die Rennmaschine mit der dezent klassischen Optik vereint aggressive Sitzhaltung und Lenkung mit hohem Komfort. Dazu gibt es eine hochwertige Komplettierung inklusive Carbon-Cockpit außerdem diverse Ausstattungs-Optionen, die das Rad bei Bedarf deutlich günstiger machen können. Wo es um leichte, sportlich geschnittene Rennmaschinen geht, fällt hierzulande irgendwann der Name Storck. Der innovative […]
Trek Madone SL 7 Gen 8: Aero-Renner mit hohem Fahrkomfort
Test Trek Madone SL 7 Gen 8: Mit dem SL-Rahmenset bietet Trek seine erfolgreiche Top-Rennmaschine bereits in Preiskategorien ab 3.000 Euro an. in der oberen Mittelklasse gefällt das Madone mit markentypisch sportlicher Geometrie, solider Komplettierung und annehmbarem Gewicht. Trek hat sein Modellprogramm in den letzten Jahren deutlich verschlankt und dabei auch vor den Rennrädern nicht […]
Cannondale Synapse Carbon 3: Langstreckenrad mit Licht und großer Reifenfreiheit
Test Cannondale Synapse Carbon 3: das Komfort-Rennrad der US-Marke macht mit neuen Merkmalen auf sich aufmerksam: Mit auf realistische Fahrgeschwindigkeiten abgestimmter Aerodynamik verspricht es, schneller zu sein, dazu ist es mit größerer Reifenfreiheit und Staufach im Unterrohr fast schon ein „Gravelbike light“. Nicht ganz verständlich ist, warum die SmartSense-Lichtanlage SRAM-Fahrern vorbehalten ist. Nur schnell mal […]
Stay hydrated: Die Velomotion Trinkflasche kehrt zurück
Ab sofort ist mit der Velomotion Trinkflasche wieder ein Must-have für lange Ausfahrten verfügbar – jetzt mit praktischer Fidlock-Halterung. Sie verankert die 590 ml Flasche fast unsichtbar am Rahmen und sorgt für einen cleanen Look. Für 29,95 € (UVP) zzgl. 5,95 € Versand kannst du die Velomotion Flasche einfach per Mail an [email protected] bestellen – ab zwei Trinkflaschen sparst du dir auch die Versandgebühren.

Wahoo Elemnt Roam: der Radcomputer der Class Cool
Großer Funktionsumfang, leichte Bedienbarkeit und intuitives Set-up: Mit diesen Eigenschaften hat sich der Touchscreen-Tacho zum Liebling der Rennrad-Community entwickelt. Und auch Velomotion hat sich für die „Class Cool“ für das vielseitige Gerät entschieden.
Was die „Class Cool“ am Lenker hat? Klar, gute GPS-Tachos gibt es viele, doch dass immer mehr Radsportlerinnen und Radsportler auf Wahoo schwören, hat sicher nicht nur mit der gaußchen Normalverteilung zu tun. Eher liegt es wohl daran, dass der Anbieter nicht alles anders, aber vieles besser macht als die Konkurrenz – und los geht es bereits damit, dass bei Wahoo der Radsport absolut im Zentrum steht, statt nur ein Randaspekt der Modellpalette zu sein.

Das wohl beste Beispiel dafür ist der Wahoo Elemnt Roam, der in der Mitte der Range die Vorteile von Topmodell und Basisversion vereint. Wie letzterer ist er recht kompakt, dabei bereits mit größerem Bildschirm ausgestattet als der günstige Bolt. Und mit dem Topmodell teilt er sich die Funktionalität des Touchscreens, welche gerade bei der Navigation ein großer Vorbild ist, indem sie die Kartendarstellung mit Zoomen und Verschieben deutlich vereinfacht. Das scharf abbildende Farbdisplay ist in dieser Hinsicht ein zusätzliches Plus.
Von der Bedienung über sechs Tasten lässt Wahoo trotz des hochwertigen Bildschirms nicht ab – und hier zeigt sich wieder die Radsport-Expertise des Anbieters. Auch mit Handschuhen und ohne langen Blickkontakt ist es möglich, die Anzeigenfenster zu wechseln oder die Anzahl der Datenfelder auf dem Display zu ändern. Und auch die Einrichtung könnte leichter kaum sein, wobei ein großer Vorzug der Wahoo-Oberfläche die optimalen Individualisierungsmöglichkeiten sind. Was und wie viel angezeigt wird, können die Nutzenden selbst festlegen – und daraus ergibt sich eine intuitive Bedienlogik, mit der man einfach unglaublich gut zurechtkommt. Damit spricht der Wahoo Elemnt Roam ebenso die jungen „Digital Natives“ an wie jene, die die Bedienung elektronischer Geräte noch nicht im Kindesalter gelernt haben und deshalb einfache Zugänglichkeit schätzen.





